Sperrmüllabfuhr von Falschparkern bis zum Nachmittag verzögert

Von: Tom Lammertz
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Stolberg. Wenn nachmittags um vier noch der Sperrmüll kreuz und quer auf dem Gehweg liegt - und auch noch genau vor den Geschäften - dann muss doch etwas schiefgelaufen sein, haben am Dienstag gewiss nicht nur unsere Leser Günter Martin und Erich Eng gedacht.

„Wenn Sperrmüll angesagt ist, stellen die Bürger ihre Sachen frühmorgens auf den Bürgersteig und blockieren damit die Gehwege, so dass ein Durchkommen mit dem Kinderwagen oder Rollstuhl nur noch über die Fahrbahn möglich ist”, berichtet Martin aus der Salmstraße und meint, dass ein solcher Anblick in einer Hauptgeschäftsstraße „sehr unvorteilhaft” sei. Eng fügt an, dass ein Mitarbeiter des Ordnungsamts vor Ort zum Telefon gegriffen habe, und eine halbe Stunde später sei der Sperrmüll dann endlich abgeholt worden.

Durchaus denkbar, dass der Anruf und die Abholung auch in überhaupt keinem Zusammenhang stehen, denn, so erläutert Frank Piel von der Entsorgungsgesellschaft Niederrhein, die Abfuhr um 16.30 Uhr sei der dritte Anlauf des Fahrers an dieser Stelle gewesen: Um 7 Uhr habe die Firma, wie in Stolberg üblich, zunächst das verwertbare Holz abgeholt. Gegen 10.30 Uhr habe dann der Restsperrmüll eingesammelt werden sollen, doch auf der Fahrbahn neben den ausgewiesenen Buchten geparkte Autos und reger Busverkehr hätten dem Fahrer weder ausreichend Zeit noch ausreichend Platz zum Einladen geboten, so dass er es zwischen 12 und 13 Uhr ein weiteres Mal versucht habe - mit derselben negativen Erfahrung. Beim dritten Versuch erst seien die Verkehrssituation entzerrt und eine Abfuhr möglich gewesen.

Zu dem Hinweis von Martin und Eng, im Sinne der ganzen Stadt sollte der Müll zuerst in der Einkaufsstraße und dann erst in den Randgebieten abgeholt werden, betont Piel, dass es in Stolberg im Normalfall so gut wie gar keine Reklamationen gebe. In der Regel sei um 11 Uhr sowohl der verwertbare als auch der Restsperrmüll von den Gehwegen verschwunden. Das Problem mit geparkten Autos im Straßenbereich sei jedoch nicht zu unterschätzen. Da helfe auch kein Hilferuf Richtung Ordnungsamt. Beides bedeute für die Mitarbeiter Warten und damit eine Verzögerung der gesamten Abfuhraktion.

Das Zeitfenster für die Entsorgungsfirmen sei ohnehin nicht gerade großzügig, gesteht Sven Poschen vom Ordnungsamt: Da gebe es die Geschäftsleute, die nicht an ihrer Geschäftsadresse wohnten und darum bitten würden, dass nicht vor 10 Uhr abgeholt werde, und die Vereinbarung, dass Gelbsack- und Sperrmüll bis 13 Uhr gesammelt sein müsse. Blieben gerade einmal drei Stunden für beide Touren, was für Geschäftsleute eine „zufriedenstellende” Zeitspanne bedeute.

Was das Durchkommen für Buggy-, Rollator- oder Rollstuhlfahrer betrifft, müssen sich die Stolberger wohl zunächst an die eigene Nase fassen: Mit etwas Mühe beim Stapeln gelingt es in vielen Fällen, dass der Müllberg nicht von der Hauswand bis an den Parkplatzrand reicht, obwohl dies zugegebenermaßen gerade vor den bodentiefen Glasflächen der Geschäftsfassaden ein durchaus sensibles Thema ist.
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