Spendenkick: Die „Kraft des Fußballs“ nutzen um zu helfen

Von: Dirk Müller
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Die Fußballprofis Lewis Holtby (links) und Christoph Moritz (rechts) haben die Patenschaft für den „Spendenkick“ übernommen, um die vielen notleidenden Menschen auf den Philippinen zu unterstützen und ihnen nachhaltig eine Perspektive zu geben. Mit den German Doctors, Initiator Christian Titz, dem VfL Vichttal und der Stadt Stolberg geben sie den Startschuss für das Hilfsprojekt. Foto: J. Lange (1), German Doctors (2)
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Lewis Holtby und Christoph Moritz (Foto) haben die Patenschaft für den „Spendenkick“ übernommen. Foto: German Doctors
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Der Stolberger Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier (v. l.), Ideengeber Christian Titz, Thorsten Meier vom VfL Vichttal, Jürgen Grosse (German Doctors) und Marcus Noack initiieren den „Spendenkick“. Foto: D. Müller
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Die German Doctors leisten unentgeltlich medizinische Basisversorgung auf den von Naturkatastrophen und Armut betroffenen Philippinen. Foto: German Doctors

Stolberg/Region. Als der DFB-Fußball-Lehrer Christian Titz die Bilder der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen gesehen hat, war ihm klar, dass er helfen will. Nachdem er dann noch einen Fernsehbericht über die Hilfsorganisation German Doctors sah, wusste er auch wie. „Es entstand die Idee des ,Spendenkicks‘.“

„Mit der Kraft des Fußballs möchten wir die Arbeit der German Doctors unterstützen und helfen, den vielen notleidenden Menschen auf den Philippinen eine Perspektive geben“, erklärt Titz. Ziel sei es, dass möglichst viele Fußballvereine in ganz Deutschland einen „Spendenkick“ ausrichten, dessen Erlös der Hilfe für die Philippinen zugutekommt.

Und das möglichst regelmäßig, sagt Jürgen Grosse von den German Doctors. Denn: „Wir helfen nicht nur unmittelbar nach Katastrophen, Kriegen oder Krisen sondern langfristig und nachhaltig.“ Unter dem Motto „Hilfe, die bleibt“ sind die German Doctors seit mehr als drei Jahrzehnten auf den Philippinen aktiv und unterhalten an drei Standorten Hilfsprojekte. „Damit sichern wie die medizinische Versorgung der Menschen, die sich diese nicht leisten können. Mit zwei ,Rolling Clinics‘ betreuen wir zudem Menschen in sehr abgelegenen Regionen, für die Arztbesuch sonst undenkbar wäre“, beschreibt Grosse.

Für die Kooperation von Fußballern und den German Doctors hat Ideengeber Christian Titz rasch Partner gefunden. Etwa Marcus Noack, vom DFB lizenzierter Spielervermittler und Inhaber der Beratungsagentur „Noack Sports“, der zwei der Paten für den „Spendenkick“ gewinnen konnte.

Lewis Holtby, der in der Deutschen Nationalmannschaft und beim Hamburger SV spielt, und Christoph Moritz, Fußballprofi beim FSV Mainz 05, unterstützen die Initiative „Spenden-kick“. „Die Jungs wissen um ihr Glück, ihren Traum zum Beruf gemacht zu haben und ein sorgenfreies Leben führen zu können. Und sie schauen über den Tellerrand hinaus. Als sie von dem Projekt hörten, waren sie sofort dabei“, berichtet Noack.

Mit Thomas Dooley und Sebastian Stache, dem Trainergespann der Philippinischen Nationalelf, stellen zwei weitere Paten ihren Bekanntheitsgrad in den Dienst des „Spendenkicks“. In Stolberg hat Titz für den „Spendenkick“ auf Anhieb mehrere Partner gewonnen – eigentlich sogar die ganze Stadt. „Wir unterstützen die Initiative sehr gerne, zumal die German Doctors für seriöse Hilfe stehen, und wir sicher sein können, dass diese auch 100-prozentig ankommt“, sagt Dr. Tim Grüttemeier, Bürgermeister und Verwaltungschef der Kupferstadt.

Von städtischer Seite aus werde Netzwerkarbeit geleistet. Grüttemeier wolle Kontakte zu Bürgern, Vereinen, Institutionen und Unternehmen wie etwa dem Stolberger Krankenhaus nutzen, um für das deutsch-philippinische Hilfsprojekt zu werben.

Sportliches Engagement aus der Kupferstadt steuert der VfL Vichttal bei. „Fußball kann mehr: Er hat auch soziale Komponenten und übernimmt Verantwortung“, betont Thorsten Meier, Geschäftsführer des Landesligisten. „Wir planen, zunächst das Stolberger Landesliga-Derby VfL Vichttal gegen SV Breinig als ,Spendenkick‘ auszurichten. Außerdem wollen wir für das Hilfsprojekt auch ein Turnier mit vielen Clubs aus der Region organisieren.“

Für die Vichttaler sei dieses soziale Engagement auch ein Bestandteil ihrer Jugendarbeit: „Mit dem ,Spendenkick‘ sensibilisieren wir unsere Kinder und Jugendlichen im Verein schon früh dafür, immer auch an andere, denen es nicht so gut geht, zu denken und Menschen in Not zu helfen.“

Alle Fußballvereine können sich vielfältig am Projekt beteiligen

Noch unter der Bezeichnung „Ärzte für die Dritte Welt“ nahmen die German Doctors 1983 ihre Arbeit auf den Philippinen und in Indien auf. Inzwischen sendet die unabhängige medizinische Hilfsorganisation Ärzte zudem nach Bangladesch, Kenia, Sierra Leone und Nicaragua. Die Mediziner arbeiten etwa im Ruhestand oder während ihres Jahresurlaubs sechs Wochen unentgeltlich in den Einsatzregionen.

Die German Doctors setzen sich vor Ort nachhaltig für ein Leben in Würde ein, kümmern sich um die Gesundheitsversorgung und die Ausbildung benachteiligter Menschen. Durch Präventivmaßnamen wie begleitende Ernährungsprogramme und Hygieneschulungen verbessern die German Doctors die Gesundheit der Menschen in den Einsatzregionen langfristig. Ihre Hilfe gewähren sie allen Menschen ohne Ansehen von ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Staatsangehörigkeit, politischer Überzeugung oder sonstigen Unterscheidungsmerkmalen.

„Spenden-Siegel“

Fußballvereine, die mit einem „Spendenkick“ den Menschen auf den Philippinen helfen möchten, haben viele Möglichkeiten. Sie können einzelne Spiele, ganze Turniere oder auch andere Vereinsaktivitäten unter das Motto „Hilfe für die Philippinen“ stellen. Spenden können etwa über Eintrittsgelder oder den Erlös von Getränke- und Speisenverkauf erzielt werden; alternativ kann auch unter Zuschauern und Aktiven gesammelt werden. Im Sinne der nachhaltigen Arbeit der German Doctors ist die Regelmäßigkeit des „Spenden-kicks“ wünschenswert. Der Verein German Doctors trägt seit mehr als 20 Jahren das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen, das verantwortungsvollen Umgang mit anvertrauten Mitteln bescheinigt.

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