SPD möchte Platz an der Klatterstraße nach Moritz Kraus benennen

Von: -jül-
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In diesen Tagen ist der kleine Platz unterhalb der Burg an der Klatterstraße noch Kulisse für die Dreharbeiten zum FIlm „Smaragdgrün“. Im Laufe des Jahres soll er aber auf Initiative der SPD nach dem Retter der Stolberger Burg, Moritz Kraus, benannt werden. Foto: J. Lange

Stolberg. In diesen Tagen ist die Klatterstraße und der kleine Platz unterhalb der Stolberger Burg ein Teil des historischen Londons – eine Gasse an einem November-Tag Ende des 18. Jahrhunderts. Die „Lieblingsfilm-Produktionsgesellschaft“ nutzt die ehemalige Hauptstraße des historischen Stolbergs als Kulisse für die Dreharbeiten zum dritten Teil der Roman-Trilogie von Kerstin Gier: „Liebe geht durch alle Zeiten“.

In „Smaragadgrün“ wird die Geschichte des Fantasy-Jugend- und Zeitreise-Abenteuers um die 16-jährige Gwendolyn und ihren Freund Gideon in verschiedenen Zeitepochen weiter erzählt. In Stolberg eben auch an jenem kleinen Platz in der Klatterstraße, dem die Stolberger Sozialdemokraten eine außergewöhnliche Aufgabe zugedacht haben. Er soll nach einem Industriellen benannt werden, dem die Stolberger viel zu verdanken haben: ihre Burg. Es ist Moritz Kraus, dem Partei und Fraktion in einem Ratsantrag quasi ein Denkmal setzen wollen.

„Dieser Platz wurde in seiner Gestalt erst von Moritz Kraus in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung geschaffen“, erläutern führende Genossen um den neuen Parteivorsitzenden Patrick Haas. „Rundherum finden sich historische Bauwerke, die den Blick frei geben auf die Burg und ihre Ergänzungen, die Kraus erbaut hat.“

Moritz Kraus wurde 1838 in Langerwehe-Stütgerloch geboren und um 1860 nach Stolberg, wo an seinem Wohnhaus an der Aachener Straße dank der Initiative von Prof. Dr. Roland Fuchs seit dem vergangenen Jahr eine Gedenktafel an den Retter der im 12. Jahrhundert erbauten Stolberger Burg erinnert. Eine weitere Plakette ist seit langem im inneren Burgaufgang im Felsen montiert.

Als Teilhaber mehrerer Firmen – wie der Stolberger Zinkornamenten-Fabrik Kraus, Walchenbach und Peltzer – verfügte Kraus über die Mittel, die zerfallende Burg zu erwerben und die Restaurierung zu beginnen. Nachdem die Burg im Laufe ihrer Geschichte mehrfach erhebliche Schäden erlitten hatte, dienten die stark beschädigten Gebäude im 19. Jahrhundert als Notunterkünfte für Obdachlose und beherbergten Werkstätten von Handwerkern.

Aus adligem in bürgerlichen Besitz kam die Anlage 1863 durch den Verkauf an die Eheleute Welter, die die Steine abtrugen und verkauften. Moritz dagegen ließ die Burg im Stil des zeittypischen, romantisierenden Historismus nach Plänen des Stolberger Architekten Carl Wilhelm Schleicher und des Kölner Architekten Alfred Müller-Grah schlossartig wieder aufbauen. Wehrgänge, Zinnen und neue Bauten – etwa die Vorburg – wurden hinzugefügt.Noch nicht abgeschlossen waren die Arbeiten, als Moritz Kraus 1909 die Burg den Stolberger Bürgern schenkte mit der Verpflichtung, dass die Stadt die Arbeiten zu vollenden und die Burg „auf immer zu erhalten“ habe.

Vor 100 Jahren – am 25. November 1915 verstarb Kraus. Ein Anlass für die Initiative der SPD, den Platz in der Klatterstraße nach dem Retter der Burg in Moritz-Kraus-Platz zu benennen. Zeitnah zum Todestag, aber vor dem Weihnachtsmarkt soll im Rahmen einer Veranstaltung ein Straßenschild angebracht werden.

Mit der Benennung wäre der Platz dann auch eine gute Ausgangsbasis für touristische Führungen, regt die SPD an.

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