SPD-Fraktion unzufrieden mit Altstadt-Fragebogen

Von: Valerie Barsig
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„Soll der große Bus weiter durch die Burgstraße fahren?“, will die Verwaltung fragen. Foto: J. Lange

Stolberg. Schon lange sind die Anwohner der Burg- und Vogelsangstraße unzufrieden mit dem Verkehr vor der Haustür: zu viele Autofahrer halten sich nicht an die geltende Regel, dass die Durchfahrt dort nur für Anlieger erlaubt ist. Und auch die Geschwindigkeitsbeschränkung wird ignoriert.

Deshalb will die Stolberger Verwaltung mit einem Fragebogen für die Bürger klären, ob die Burg- und Vogelsangstraße für den Verkehr gesperrt werden soll.

Sichtlich unzufrieden mit den Fragen zeigten sich am Mittwoch im Stolberger Rathaus Vertreter der SPD-Fraktion. Grundsätzlich begrüße man zwar, dass das Thema endlich angegangen werden soll. Allerdings sei der Fragebogen für die Bürger verwirrend, so der Vorwurf. Der Fragebogen sei außerdem weder professionell vorbereitet worden, noch seien einige der Vorschläge überhaupt realisierbar.

„Die Fragen, die an die Bürger gestellt werden, genügen einfach nicht zu einer fundierten Verkehrsplanung“, sagt Dieter Wolf, Fraktionsvorsitzender der SPD in Stolberg. Deshalb solle ein externer Verkehrsplaner bei der Erarbeitung eines neuen Fragebogens helfen.

„Der Fragebogen hat einfach einen völlig falschen Ansatz“, sagt auch Rolf Engels von der Arbeitsgemeinschaft 60plus. Besonders der Vorschlag der zweiten Frage des Bogens, in der es um die Umleitung des Busverkehrs über die Zweifaller Straße und den Burgholzer Graben gehe, sorge für Unmut – auch in der Bevölkerung. „Die Anwohner in der Altstadt müssen mobil bleiben“, sagt Rolf Engels. Dabei ginge es um Senioren, aber auch um Schulkinder, die mit der Linie 72 fahren. Deshalb käme ein Wegfall von Haltestellen („Altstadt“, „Vogelsang“) für die SPD keinesfalls in Frage. Das sieht auch Ferdi Gatzweiler als ehemaliger Bürgermeister so: „Würde die Linie 72 wegfallen, würde man den alten Menschen dort die Lebensader abschneiden.“

Unzufrieden ist die SPD außerdem mit den Alternativen, die im Fragebogen angeboten werden. Laut Dieter Wolf sei der Vorschlag, eine Absperrung in Höhe des Übergangs Burg- in die Vogelsangstraße zu Bauen schlicht nicht umsetzbar. Denn dann müsste man dort auch Wendemöglichkeiten für Autos, Busse oder Lkw schaffen. „Die sind schlicht nicht realisierbar, weil die Straße zu eng ist“, sagt der Fraktionsvorsitzende.

Laut der SPD-Vertreter seien die Vorschläge zu manuellen oder automatisierten Pollern missverständlich. „Den Bürgern muss doch erklärt werden, was gemeint ist“, sagt Dieter Wolf.

Wenn, wie im Fragebogen vorgeschlagen, Poller in Höhe Burgstraße/Steinweg und der Vogelsangstraße 115 gesetzt werden oder am Übergang Burgstraße/Vogelsangstraße sei damit längst nicht klar, wer zur Durchfahrt berechtigt sei. Bekämen dann nur direkte Anwohner einen Schlüssel oder eine Fernbedienung für die Poller oder alle Bewohner der Stolberger Altstadt? Auch darin sehe man in der SPD eine Verunsicherung der Bürger.

Immerhin: Man habe erreichen können, dass über eine Erweiterung des Kreises der Befragten bei der Ausschusssitzung am 3. Dezember abgestimmt werden soll. Ein entsprechender Antrag von SPD und der CDU ist bereits eingereicht.

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