SPD-Arbeitsgemeinschaft kritisiert neues AVV-Tarifsystem

Von: -jül-
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Stolberg. Flugs macht sich Empörung breit über die Neuregelungen des Aachener Verkehrsverbandes, die mit der Einführung des veränderten Kurzstrecken-Tarifs des „Flugs-Tickets“ der Kupferstadt präsentiert. Für die meisten gelegentlichen Nutzer des Linienbusses in Stolberg bedeutet der Fahrplanwechsel am kommenden Sonntag eine Fahrpreiserhöhung um 70 Prozent.

Die bisherigen – in Stolberg vier – Kurzstreckenzonen werden aufgelöst (wir berichteten). Das neue Flugs-Ticket gilt nur für die – in der Regel – nächsten vier Haltestellen. Der Preis für die kurze Strecke sinkt zwar von derzeit 1,60 auf 1,50 Euro, aber für Strecken über vier Haltestellen hinaus gelangt man zukünftig nur noch mit mindestens der Preisstufe 1 von aktuell 2,55 Euro; sie gilt dann innerhalb des ganzen Stadtgebietes. Vorteile bietet das Flugs-Ticket nach AVV-Angaben vor allem Nutzern in den Stadtteilen, wenn sie über bisherige Kurzzonen hinaus ins andere Dorf, etwa von Vicht nach Mausbach, wollen.

Nachteile erfährt vor allem das breite Spektrum der Kunden aus den die Innenstadt umgebenden Stadtteilen. Sie kommen zum bisherigen Kurzstrecken-Tarif zukünftig kaum noch über die Grenze ihres Dorfes hinaus, sondern müssen, 2,55 Euro bezahlen, um ins Zentrum zu gelangen.

„Diese Preissteigerung von 70 Prozent ist eine Riesensauerei“, nimmt Ratsmitglied Rolf Engels kein Blatt vor den Mund. Der Vorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus ärgert sich auch über die Analyse des AVV-Geschäftsführers Hans-Joachim Sistenich, dass das neue Tarifsystem „Gewinner und Verlierer“ zur Folge habe.

Die Vorteile in den Außenbezirken würden die Nachteile für den Innenstadtbereich Stolbergs keineswegs ausgleichen. „Mit dieser kundenunfreundlichen Regelung wird Stolberg zum Verlierer gemacht“, ärgert sich Engels. „Wir machen uns intensive Gedanken, wie wir den Hauptbahnhof attraktiver machen und die Innenstadt beleben können“, so der stadtentwicklungspolitischer Sprecher seiner Fraktion, „und durch den AVV werden alle Bemühungen konterkarriert“.

Alleine schon durch die topografische Lage Stolbergs sei die Stadt benachteiligt im Vergleich zu Stadtgebieten in der Fläche. „Hier kann man von den Höhen nie mit vier Haltestellen in die Innenstadt kommen“, markiert Engels. Große Teile der Bevölkerung würden zwar nicht vom Öffentlichen Personennahverkehr abgeschnitten, „aber ihnen werden völlig unsoziale Preiserhöhungen aufgebürdet“, sagt der Sozialdemokrat und verweist vor allem auch auf ältere Bevölkerungsschichten, die unregelmäßig auf die Benutzung des Linienbusses angewiesen sei.

Sie würden durch die Preisanhebung besonders hart getroffen – zumal längst nicht jeder Senior in den Genuss von Vergünstigungen aufgrund von Schwerbehinderung kämen und sie auch nicht so regelmäßig Bus fahren würden, dass die Nutzung von Zeitkarten sinnig wäre. „Stadtrat und Stadtverwaltung müssen handeln und Front machen gegen die neuen Regelungen des AVV“, fordert Engels. Bereits auf seiner Sitzung am 18. Juni soll sich der Hauptausschuss mit den AVV-Tarifen befassen. „Der Bürgermeister muss unverzüglich beim AVV vorstellig werden und protestieren“, fordert Engels, dass für Stolberg wieder eine abweichende Regelung gefunden wird, die auch sozial verträglich ist und den Bedürfnissen der Bürger als potenzielle Buskunden gerecht werde.

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