Spaß an der Bewegung und etwas Ehrgeiz

Von: Dirk Müller
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Auf die Plätze, fertig, los: Mit der Stoppuhr werden die Lauf- und Sprintzeiten der Bewerber um das Deutsche Sportabzeichen festgehalten. Foto: D. Müller
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Günter Kober ist einer der „Wiederholungstäter“: Der 80-Jährige möchte zum 41. Mal das Deutsche Sportabzeichen einheimsen. Foto: D. Müller

Stolberg. Sie sind „mitten in der Saison“: Im Auftrag des Stolberger Stadtsportverbands erwarten fünf bis sieben Ehrenamtler jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr Menschen, die Spaß an der Bewegung haben – und ihre erbrachten sportlichen Leistungen beurkundet wissen möchten. In Form des Deutschen Sportabzeichens.

Die Prüfer aus den Reihen der Leistungsgemeinschaft LG Stolberg seien dabei allerdings mehr als „nur Zeitnehmer und Punktrichter“, betont Ruth Püttgen von der LG Stolberg, die auch Leichtathletik-Fachwartin im Stadtsportverband ist: „Wir nehmen die Leute an die Hand und begleiten sie bis zum Sportabzeichen.“

Die geschulten und erfahrenen Ehrenamtler würden die Anwärter gerne auch coachen und ihnen detailliert erläutern, wie das Deutsche Sportabzeichen erhalten werden kann. Denn klar sei: „Man bekommt es schließlich nicht geschenkt“, hebt Püttgen hervor. „Das Deutsche Sportabzeichen ist die höchste Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes außerhalb des Wettkampfsports.“

Sportler, die an Wettkämpfen teilnehmen, sammeln damit Ergebnisse, Platzierungen, Urkunden und Medaillen. „Und für Hobbysportler gibt es das Deutsche Sportabzeichen. Damit werden die Leistungen verbrieft, und die eigene sportliche Entwicklung kann dokumentiert werden.“

In Stolberg ist dies regelmäßig von den Osterferien bis zu den Herbstferien möglich. „Wir sind bei jedem Wetter und auch während der großen Sommerferien immer donnerstags von 17 bis 19 Uhr im Stadion Glashütterweiher“, beschreibt Dieter Liebig von der LG Stolberg.

Spontan anmelden

„Das heißt, in der Kupferstadt kann man auch spontan und ohne Voranmeldung das Deutsche Sportabzeichen ablegen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn in vielen anderen Städten geht dies nur nach vorherigen Terminabsprachen.“

Doch bei aller Spontanität, die in Stolberg möglich ist, sollte man drei Wochen einkalkulieren, bis man das Sportabzeichen in den Händen hält. Um die Prüfungen abzulegen, seien meist zwei Donnerstage nötig, dann schicke der Stolberger Stadtsportverband die Ergebnisse an den Regiosportbund Aachen, der daraufhin die Urkunden ausstelle.

„Das ist wichtig für Polizeianwärter und Leute, die zum Beispiel beim Bundesgrenzschutz oder der Feuerwehr arbeiten möchten. Sie benötigen dazu das Deutsche Sportabzeichen und sollten nicht auf die letzte Minute zu uns kommen“, erklärt dazu Püttgen.

Für alle Hobbysportler, die aus freien Stücken das Abzeichen erlangen möchten, sei es mitunter lohnenswert, sich zuvor bei ihrer jeweiligen Krankenkasse zu informieren.

Geringe Kosten

„Viele Krankenkassen bieten bei Vorlage der Urkunde Vorteile oder Bonuszahlungen an, die die Gebühr für das Sportabzeichen um ein Vielfaches übertreffen.“ Kein Wunder, bei den schmalen Kosten von gerade einmal drei Euro, die für das Erlangen der Auszeichnung fällig werden. Und wer kann das Deutsche Sportabzeichen machen? „Jeder ab dem Alter von sechs Jahren“, sagt Dieter Liebig. Nach Altersklassen eingeteilt müssen dazu Mindestleistungen in den vier Kategorien Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination erbracht werden, um das Abzeichen in Bronze, Silber oder Gold zu erhalten.

Vor allem Koordination

„Wobei innerhalb der Kategorien mehrere Disziplinen möglich sind. Bei Ausdauer und Schnelligkeit kann zum Beispiel sowohl gelaufen, als auch geschwommen werden. Radfahren oder Nordic-Walking stehen auch zur Auswahl“, zählt Liebig auf. Die Kraft unter Beweis stellen können Anwärter etwa beim Kugelstoßen, aber auch beim Standweitsprung oder beim Geräteturnen.

Aus Hoch- oder Weitsprung, Schleuderball, Seilspringen und mehr kann in der Kategorie Koordination gewählt werden.

Im Jahr 2016 hat die LG Stolberg im Auftrag des Stadtsportverbands insgesamt 70 Sportler zu dem Abzeichen geführt, in der Mitte der diesjährigen Saison sind es bereits 35, was auf stabile Zahlen hindeutet.

Einmal im Jahr kann das Deutsche Sportabzeichen erlangt werden, und viele der Hobbysportler, die geprüft werden, seien „Wiederholungstäter“, sagt Püttgen und verweist aus Günter Kober. Der 80-Jährige möchte die Auszeichnung zum 41. Mal unter Dach und Fach bringen. Dazu steht für ihn heute die Prüfung in der Kategorie Schnelligkeit an. Kober entscheidet sich für den 30-Meter-Lauf, den er unter sechs Sekunden schaffen muss, damit es für Gold reicht. Püttgen gibt das Startsignal, und Liebig an der Stoppuhr verkündet kurz darauf Kobers Zeit: 5,4 Sekunden.

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