Stolberg - Sparpaket zwingt viele zum dritten Anlauf

Sparpaket zwingt viele zum dritten Anlauf

Von: Mischa Wyboris
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Harte Arbeit für den Weiterbildungsverein: Nach dem Sparkurs der Bundesregierung stehen Projekte des VabW zur Eingliederung junger Menschen in den Arbeitsmarkt wie hier am Halsbrech vor dem Aus. Foto: J. Lange

Stolberg. Klaus Spille hat mit vielem gerechnet, aber damit nicht: „Dass ausgerechnet bei der Gruppe gekürzt wird, die am dringendsten Hilfe braucht - darauf waren wir nicht eingestellt”, sagt der Geschäftsführer des Vereins für Allgemeine und Berufliche Weiterbildung (VabW).

Die Auswirkungen des Sparpakets der Bundesregierung in der Arbeitsmarktpolitik zwingen den Weiterbildungsverein mit Sitz in Alsdorf jetzt zur Schließung zweier Standorte in Stolberg, die im Wesentlichen Jugendlichen im Alter bis 25 Jahren sowie alleinerziehenden Müttern den Weg in den Arbeitsmarkt erleichtern sollen.

Gerade erst habe man Erfolge mit dem Projekt „Mütter in Arbeit” erzielen können, das der VabW mit der Arge vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat, erklärt Spille. „Doch wenn der zweite Anlauf in den Arbeitsmarkt jetzt nicht klappt, wird der dritte um so schwieriger.” Stolberg, Eschweiler, Herzogenrath und Alsdorf zählten zu den Standorten der Initiative, die Müttern von Anfang 20 bis Ende 30 den Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtern soll, doch in der Kupferstadt ist das Projekt nun gestrichen.

In gewissem Maße kann VabW-Geschäftsleiter Frank Numan sogar Verständnis dafür aufbringen, dass in Stolberg 25 Frauen erst mal ohne Angebot dastehen und viereinhalb Mitarbeitstellen wegfallen: Der Schritt sei „bedingt nachvollziehbar. Die Wiedereingliederung alleinerziehender Mütter ist aufwendig und kostenintensiv”, sagt Numan. „Die Arge ist gezwungen, Prioritäten zu setzen.” Er betont aber auch: „Wir wollen dieser Zielgruppe weiterhin ein Angebot machen können und arbeiten an einem Finanzierungsmodell.”

Die Arge der Städteregion hat ihre Förderung des Projekts „Mütter in Arbeit” infolge der Kürzungen des Bundes zum 31. Dezember auslaufen lassen. Neben Stolberg ist auch der Standort in Herzogenrath betroffen, die Förderung für die Projekte in Eschweiler und Alsdorf läuft zum 15. März aus. Hans Vorpeil hat indes weniger Verständnis für den Sparkurs der Bundesregierung: „Es ist ein Trugschluss, wenn man sich nur darauf beschränkt, die Wirtschaft flottzumachen”, sagt der VabW-Vorsitzende.

Leidtragende sind auch die jungen Teilnehmer der Initiative „Kreativ und Handel” unter dem Dachprojekt „Aktiv”, eine Kooperation zwischen dem VabW und der Gemeinnützigen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft „low-tec”. Zwar sind nur fünf Jugendliche im Alter bis zu 25 Jahren von der Aufgabe der Initiative im Dienstleistungszentrum in der Cockerillstraße betroffen; 20 finden weiterhin bei „low-tec” eine Anlaufstelle. In Eschweiler ist die Initiative dagegen ganz aufgegeben worden.

„Kahlschlag des Bundes”

Die heutigen Einsparungen des Bundes werden sich gesamtgesellschaftlich rächen und den Staat in einigen Jahren weit mehr finanziell belasten, „als der jetzt scheinbar erzielte Spareffekt auf dem Rücken der Ärmsten der Armen ausmacht”, ist sich Vorpeil sicher. Wie auch immer alternative Projekte und Finanzierungsmodelle aussehen könnten: „Ersetzen werden diese Angebote den derzeitigen âKahlschlag des BundesÔ sicherlich nicht”, bekräftigt Spille.

Das sind die Aufgabenfelder und die Kontaktdaten des Vereins

Das Konzept der unter der Dachorganisation des VabW angesiedelten Aufgabenfelder bietet unter anderem Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose oder anderweitig Benachteiligte auf dem Arbeitsmarkt sowie Weiterbildungsangebote für Unternehmen, Beratungsleistung für Existenzgründung und Schulungen für Jungunternehmer. Der Verein bietet Erwachsenen die Möglichkeit zur Erreichung der Allgemeinen und der Fachhochschulreife.

Die VabW-Zentrale befindet sich in Alsdorf-Ofden in der Alfred-Brehm-Straße 29 und ist erreichbar unter 02404/5506-0.

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