Stolberg - Spanien hält, was es versprochen hat

Spanien hält, was es versprochen hat

Von: Michael Grobusch und Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Das Trio Macandé aus Düsseldorf stimmte die Besucher am Freitagabend bei der Eröffnung im Rittersaal mit Flamenco auf das dreitägige Spanien-Festival ein. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Jetzt hat Max Krieger ein Problem. Ähnlich wie ein Hochspringer auf der Jagd nach Rekorden wird er versuchen, die Latte im nächsten Jahr noch ein bisschen höher zu legen. Doch das dürfte schwer werden, denn Spanien hat bei der dritten Auflage von „Stolberg goes...” am Pfingstwochenende neue Maßstäbe gesetzt.

Schirmherr J. Luis Alvarez hatte ein Fest der Superlative versprochen, und tatsächlich löste das dreitägige Kulturevent in der Innenstadt bei den nach Veranstalterangaben insgesamt mehr als 30.000 Besuchern fast ausnahmslos Begeisterung aus.

Auf fünf Bühnen wurden insgesamt 40 Konzerte und 20 Tanzaufführungen geboten. Kneipenkonzerte und Vorträge komplettierten das üppige Angebot.

Angetan von der Atmosphäre waren auch Hans und Marianne Scheibel, die aus Bergheim gekommen waren, um „Stolberg goes Espana” live zu erleben. „Wir sind durch ein Infoheft, das in den Museen in der Region ausliegt, auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, und waren bereits bei "Stolberg goes Brazil" dabei. Das Tolle an dieser Veranstaltungsreihe ist, dass auf der Straße gefeiert wird. Man spaziert von Aktion zu Aktion und lernt so die Stadt kennen”, schwärmte Marianne Scheibel.

Einen großen Anteil an dem positiven Echo hatten die spanischen Gruppen, die aus der gesamten Region angereist waren, um ihr Heimatland in den geschichtsträchtigen Gassen und Straßen der Kupferstadt vorzustellen. „Es haben sich kurzfristig noch eine ganze Reihe Spanier gemeldet”, freute sich Organisator Max Krieger.

Der Funke sprang rasch über, wo immer Kastagnetten den Rhythmus vorgaben und Flamenco das Temperament der Iberer in mitreißender Form zum Ausdruck brachte. Und weil das Wetter zwar nicht ganz südeuropäischen Ansprüchen gerecht wurde, aber für rheinische Verhältnisse ausgesprochen gut war, spielte sich das durch Musik, Kunst und Kulinarisches geprägte Treiben fast ausschließlich unter freiem Himmel ab.

„Das ist ja fast wie bei uns Zuhause”, frohlockte J. Luis Alvarez, wobei gerade bei ihm die Frage schwer zu beantworten ist, wo wohl sein Zuhause liegt. Als Schirmherr stand er beispielhaft für die Integration der vielen in Stolberg lebenden Spanier, die ihre Identität bewahrt und zugleich an der Vicht eine zweite Heimat gefunden haben.

Dass sie das Feiern nicht verlernt haben, bewiesen sie zahlreich bei den beiden rauschenden Ibiza-Nächten, die im Rittersaal gefeiert wurden. Noch am Montag zeigte sich Max Krieger förmlich berauscht von den Eindrücken. „Das war der absolute Wahnsinn.”

Verstärkt wurde die Wirkung noch durch die Espana-Parade, die zwar nicht den Abschluss, wohl aber den unangefochtenen Höhepunkt des Leuchtturmprojektes bildete. Tausende Menschen säumten am Sonntag den gut 300 Meter langen Korso, der sich vom Kaiserplatz aus seinen Weg durch den Steinweg bis in die Altstadt bahnte. „Spanien olé” hieß es immer wieder beim Publikum, das auch bei der Parade viel Tanz und Musik geboten bekam.

Wer´s ruhiger mochte, konnte sich der Kunst widmen. Schade nur, dass mit der Sparkasse und dem Sanitätshaus Kleis zwei Ausstellungsorte mit hochkarätigen Exponaten am Wochenende komplett bzw. überwiegend geschlossen blieben.

Auch die übrige Geschäftswelt nutzte die Chance, die sich durch die vielen Besucher bot, nicht. Als die Spanien-Fans am späten Samstagnachmittag in Scharen in die Innenstadt strömten, waren die Ladenlokale - bis auf ganz wenige Ausnahmen - längst verriegelt.

Der guten Stimmung tat das keinen Abbruch. Bis in den späten Abend wurde gefeiert, ehe die Lasershow auf dem Kaiserplatz ein letztes Ausrufezeichen setzte.

Ein Fragezeichen steht derweil noch hinter dem nächsten Jahr - allerdings nur hinsichtlich des Partnerlandes für die jetzt schon gesicherte vierte Auflage von „Stolberg goes. . . ”. Dass die Wahl auf Irland fallen und damit 2010 nach Brazil und Espana ein deutlicher Kontrast geboten wird, wollte Max Krieger am Pfingstmontag (noch) nicht bestätigen.
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