„Spagatkönigin” tanzt sich in den Abschied

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Ihr Markenzeichen ist der Spag
Ihr Markenzeichen ist der Spagat: Brunhilde Stoll verabschiedet sich nach 40 aktiven Tanzjahren. Als Trainerin bleibt sie ihren Narren und Piraten weiterhin treu. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Stolberg-Vicht. In den Siebzigern wurde sie „Spagatkönigin” genannt. Im Spagat ist sie auf die Bühnen getragen worden, die bis heute noch die Bretter der Welt für sie bedeuten.

Ein Lächeln macht sich auf ihrem gebräunten Gesicht breit, ihre braunen Augen sind leicht verschwommen, die Gedanken schweifen ab: Kaum zu glauben, dass Brunhilde Stoll jetzt tatsächlich Ernst macht. „Doch! Jetzt, mit knapp 56 Jahren, ist die Zeit gekommen, wo ich nicht mit allzu schwerem Herzen mit dem Tanzen aufhöre”, sagt sie.

Schon immer habe sie gesagt, dass sie mit 55 aufhören würde, und das sei sie schließlich noch.Brunhilde Stoll tanzte 13 Jahre für die Karnevalsgesellschaft Vicht, ließ sich stets im Spagat zur Bühne tragen und machte sich dadurch weit über die Grenzen Stolbergs hinaus ihren Namen. Damals trug sie noch ihren Mädchennamen, Schmitz, und als Brunhilde Schmitz heimste sie auch zahlreiche Erfolge ein. „Im Spagat hereingetragen zu werden war früher, vor über 35 Jahren, die Attraktion schlechthin. Da hörtest du im Saal die Stecknadel fallen”, erinnert sich die 55-Jährige.

Insgesamt kann die Spagatkönigin - mit einer Pause von sechs Jahren - auf ganze 40 aktive Tanzjahre zurückblicken. Auch heute darf sie diesen königlichen Titel noch tragen, schließlich thronte Brunhilde Stoll während des Rosenmontagszuges 2010 noch hoch auf dem Schiff der Vichter Narren- und Piratengarde, und zwar im Spagat, „ganze zwei Stunden und 20 Minuten lang”. Bei der Zeit ist es kein Wunder, dass sich die Tanzsportbegeisterte so genau daran erinnert.

Es gab viele tolle Momente, die Brunhilde Stoll auf der Bühne erlebt hat, aber zwei ragen doch heraus. Bei der Veranstaltung „Fröhlich klingendes Grenzland” im Oktober 1978 hatte sie mit Anfang 20 einen Solo-Auftritt, und Hans Scholtes, damaliger Präsident des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise (VKAG), „hatte mich im TV als bestes Tanzmariechen im Dreiländereck angekündigt, ich war so aufgeregt”. Und dann ist da noch der große Erfolg, den sie mit der Narren- und Piratengarde feiern durfte.

Vor allem durch den Erfolg mit ihrem Kindershowtanz „Alle Kinder dieser Erde” wurden die Vichter Piraten über die Grenzen hinaus bekannt. Die Gründung der Narren- und Piratengarde Vicht im Jahr 2000 ist übrigens ebenfalls der Initiative von Brunhilde-Helen Stoll zu verdanken. Niemals geht man so ganz, das gilt auch für Brunhilde Stoll: „Anweisungen als Trainerin gebe ich gerne und selbstverständlich weiter an meinen Verein.”

Für „Bruni” heißt es jetzt „Time to Say Goodbye”: Gemeinsam mit Saskia Schäfer, seit 2007 Tanzmariechen bei den Narren und Piraten, tanzt sie sich auf der „2. Vichter Hüttengaudi” an diesem Samstag, 6. Oktober, in den Abschied.
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