Stolberg - Sozialplaner: Neue Herausforderung in lebhafter Stadt

Sozialplaner: Neue Herausforderung in lebhafter Stadt

Von: mlo
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Übernehmen mit der Sozialplanung für die Kupferstadt eine Vorreiterrolle in der gesamten Städteregion: Bürgermeister Tim Grüttemeier, Sozialplaner Leo Jansen und Sozialamtsleiter Paul Schäfermeier (v.l.). Foto: Otten

Stolberg. Offiziell seit 1. Mai ist Leo Jansen in der Kupferstadt Sozialplaner; am Freitag stellte Bürgermeister Tim Grüttemeier den neuen Mitarbeiter vor. Angesiedelt ist er im Dezernat des Ersten Beigeordneten Robert Voigtsberger.

Stolberg ist in der Städteregion die erste Kommune und damit Modellprojekt für einen Berufstyp, der sich im Spannungsfeld von Politik, Wissenschaft und Praxis bewegt.

Leo Jansen möchte in die strategische Sozialplanung Stolbergs einsteigen und vorausschauende soziale Unterstützungssysteme entwickeln, damit die sozialen Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort in der Stadt und in den äußeren Quartieren Perspektiven haben. „Denn durch den demografischen Wandel verändern sich Sozialstrukturen, die Nachfrage nach Infrastruktur und die Beschaffenheit von Sozialräumen“, sagt der Sozialplaner. Bezahlt wird seine Stelle durch Förderprogramme der Europäischen Union.

Zuvor im Nell-Breuning-Haus

Gebürtig stammt Jansen aus einem kleinen Ort im Kreis Heinsberg. Das Abitur legte er 1975 in Hückelhoven ab und arbeitete zunächst im sozialen Feld in Mönchengladbach, wo er sich durch die Strukturveränderungen im Textilbereich mit Jugendlichen in sozialen Brennpunkten beschäftigte. Bald wurde er Verbandssekretär in Aachen. Dort nahm er dann im Alter von Ende 20 ein Studium in Soziologie, politischer Wissenschaft und Volkswirtschaft an der RWTH auf. Nach dem Studium widmete sich Jansen als pädagogischer Mitarbeiter der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) zunächst der stadtteilbezogenen Bildungsarbeit von arbeitslosen Jugendlichen. Eine weitere Berufsstation war die Arbeit im Nell-Breunig-Haus in Herzogenrath, wo er zunächst pädagogisch wirkte, dann wissenschaftlich und zuletzt die Leitung innehatte. Bildungsberatung, Seminare, Tagungshaus und Gästeservice wurden dort groß geschrieben.

Was es mit einem Strukturwandel im Aachener Raum auf sich hatte, dem das Ende des Bergbaus und die daraus resultierende hohe Arbeitslosigkeit vorausgegangen war, lässt sich für ihn an verschiedenen Technologiezentren erkennen, die er mit gegründet und an unterschiedlichen Modellprojekten für Langzeitarbeitslose, die er mit entwickelt hat. Seine Schwerpunkte waren in den letzten Jahren die Arbeitswelt, der Umbau der Wirtschaft sowie die Regionalentwicklung.

„Ohne Arbeit und einem funktionierenden Wirtschaftssystem gibt es kein Soziales“, sagt Jansen. In Stolberg möchte der 60-Jährige wirkungsorientiert arbeiten. Darunter versteht er, den Bedarf unter Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen zu ermitteln und die notwendigen Vorhaben rechtzeitig und ausreichend mit zu planen.

„Ich bin in einen gut fahrenden Zug eingestiegen“, ließ er bei der offiziellen Vorstellung verkünden und wies damit auf den soeben erschienenen Sozialbericht hin, der den „Ist-Zustand“ in Stolberg und den Ortsteilen durch die Mitwirkung des Institut „Inso“ zeigt.

Jansen mag Industriestädte, die spannende und lebhafte Charaktere haben, und Stolberg gehöre zweifellos dazu. Und er liebe neue Herausforderungen, vor allen Dingen, wenn er dabei auf 30-jährige Erfahrung zurückblicken kann. Somit ist die Kupferstadt in der Bewältigung von Planungs- und Entwicklungsaufgaben um eine Person reicher geworden.

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