Sozialkaufhaus: Mitarbeiter wollen um Arbeitsplatz kämpfen

Von: Anja Klingbeil
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Alte Schätzchen werden in der Werkstatt aufgemöbelt: Wie lange Mehmet noch seinen Job hat, weiß er nicht. Die SPD-Politiker Stefan Kämmerling (M.) und Marc Peter besuchten die Betroffenen. Foto: Anja Klingbeil

Stolberg. Was sie nach dem 30. April macht? Manuela überlegt kurz: „In die Zeitung gucken, mir wieder eine neue Arbeitsstelle suchen”, sagt sie. Von lähmender Resignation ist nichts zu spüren.

Davon möchte niemand im Sozialkaufhaus etwas wissen. Obwohl keiner genau weiß, wie es mit der Einrichtung weiter geht. Weil die Politik eine Haushaltssperre verhängt hat, müssen Menschen wie Manuela, die im Kaufhaus Perspektiven und eine regelmäßige Arbeit gefunden hatten, wieder um ihre Zukunft bangen.

Bereits zum 30. April musste die Produktionswerkstatt in Trägerschaft der Wabe erste Kündigungen aussprechen. Der Schock saß tief. Auf einer Betriebsversammlung machten die Mitarbeiter ihrem Ärger, aber vor allen Dingen ihren Sorgen Luft.

„Natürlich war da die Stimmung betrübt”, sagt Manfred Peters, Leiter des Sozialkaufhauses. Denn der Bedarf für ein solches Angebot ist nicht nur bei den Angestellten groß. Sie finden über die Arbeit in der Wabe-Einrichtung wieder zurück in ein geregeltes Leben. Haben wieder einen richtigen Tagesablauf.

Und auch der Kunden für günstige Möbel, Porzellan, Kleidung und Schuhe gibt es zur genüge. „Wenn wir so in die Kasse schauen, haben wir rund 100 Quittungen am Tag”, erzählt Manfred Peters. 100 Menschen haben also das Angebot genutzt, weil sie in einer solch finanziell schwierigen Lage sind, dass sie in einem normalen Möbelhaus zu regulären Preisen eben nicht einkaufen können.

Für den Erhalt des Stolberger Sozialkaufhauses will sich auch Stefan Kämmerling, Landtagskandidat der SPD, einsetzen. Und so besuchte er jüngst die Einrichtung. Das hat natürlich auch mit dem auf Hochtouren laufenden Wahlkampf zu tun. Doch die Mitarbeiter des Sozialkaufhauses nutzten die Gelegenheit dem Sozialdemokraten die Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit der Einrichtung zu zeigen.

Kämmerling erklärte, dass die SPD-Bundestagsfraktion bei den Verhandlungen zur Reform der Jobcenter erreicht hat, dass die 900 Millionen Euro Haushaltssperre durch die Bundesregierung aufgehoben wird. An welche Bedinungen das geknüpft sein wird, konnte freilich auch er nicht sagen. Für Manuela bleibt also nicht weiter übrig, als ab dem 3. Mai in die Zeitung zu schauen - auf der Suche nach einer neuen Arbeit.
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