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Soziales Netzwerk für Soldaten

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
Ralf Daum sieht nicht nur die
Ralf Daum sieht nicht nur die technische Seite der Bundeswehr. Mit dem neuen sozialen Netzwerk bietet er mit seinem Team auch umfassende (Hilfs-)Angebote für Soldaten, Ehemalige und Angehörige. Foto: J. Lange

Stolberg. Der Anfang für eine neue Internet-Idee liegt in Hessen. Dort lernen sich die Unteroffiziersanwärter Edgar Sanchez (44) und Ralf Daum (41) in den 80er Jahren kennen. Jetzt wollen die beiden mit einem sozialen Netzwerk für Soldaten grenzenlose Freundschaften ermöglichen.

Längst lebt der ehemalige US-Soldat Sanchez wieder im heimischen Chino Hills nahe Los Angeles, wo er in einer Anwaltskanzlei als „Executive Director” im Finanzsektor tätig ist, während Ralf mit Ehefrau Barbara Daum in Krewinkel nahe Stolberg zu Hause ist und seinen Dienst als Stabsfeldwebel in der Aachener Truppenschule absolviert. Die beiden Väter sind verbrüdert, haben gegenseitig die Patenschaft für ihre Töchter übernommen, und gründen jetzt ein neues soziales Netzwerk - speziell für Soldaten.

Die Idee dazu wurde bei einem Glas Rotwein am Lagerfeuer in den kalifornischen Hügeln geboren. Daum stattete vor wenigen Monaten seiner Tochter Sophie, die während eines Auslandsjahres das Stolberger Goethe-Gymnasium mit der Highschool von Chino Hills tauscht, einen Besuch ab und sinnierte abends mit seinem Freund über die unterschiedliche Wahrnehmung von Soldaten in der amerikanischen und deutschen Gesellschaft.

„Anerkennung und Verständnis der Gesellschaft fehlen”

„Als aktiver Berufssoldat, der selbst mehrfach im Einsatz war, weiß ich, welche besonderen Herausforderungen mit diesem Beruf einhergehen und wie häufig die entsprechende Anerkennung, aber auch das Verständnis der Gesellschaft für diesen Einsatz fehlen”, sagt Daum. Ein Umstand, der Aktive wie Ehemalige ebenso beschäftigt wie eine aus ihrer Sicht fehlende umfassende Betreuung durch das Bundesverteidigungsministerium - nach Einsätzen und Ausscheiden aus dem Dienst vor allem aber auch für die Familienangehörigen.

Ausländischen Besuchern falle die unterschiedliche Wahrnehmung des Soldatenberufs in der deutschen Gesellschaft schnell auf. „Es besteht ein gravierender Unterschied zum Ansehen von Soldaten in Amerika”, berichtet Sanchez. „Bei uns ist man stolz auf seine Soldaten, denn sie sind bereit, ihr Leben zu riskieren, um unsere Demokratie und Freiheit zu verteidigen, damit sich die Zivilisten in einem sicheren Leben entfalten können”, wollen die beiden Freunde das Ansehen der Bundeswehrangehörigen in der Gesellschaft verbessern - mit einem neuen sozialen Netzwerk speziell für Soldaten, Ehemalige und Angehörige begegnen wollen.

Sitz der Bundeswehr-Kameradschaft ist Stolberg. Innerhalb von nur drei Monaten haben die beiden Freunde von Krewinkel und Chino Hills aus mit einer Handvoll Freunde aus dem Bekanntenkreis die Internetpräsenz aufgebaut, die am Freitag um 17 Uhr online geht.

Mit von der Partie sind der Betriebswirt Jens Siebertz aus Eicherscheid, die Aachener Web-Designerin Susanne Sterl und Dolmetscherin Franziska Hagenath aus Koblenz haben ihre Freizeit dem Projekt geopfert, um die „Wahrnehmung unserer Soldaten in der Gesellschaft” zu verbessern, um ihnen wie auch ihren Angehörigen ein umfassendes Hilfsangebot zu präsentieren und um ihnen in der virtuellen Welt eine Kommunikationsplattform zu bieten, auf der sie sich verstanden fühlen.

Auch eine Jobbörse gehört zum Netzwerk

Dazu gehört neben einer Vernetzung zahlreicher Selbsthilfegruppen auch eine Jobbörse, weil sich die Masse aus dem Dienst scheidender Zeitsoldaten allein gelassen fühle beim Wechsel in das zivile Leben sowie jede Menge von sozialen Netzwerken gewohnte und Bundeswehr-spezifische Anwendungen zur Kommunikation.

Die wird am Freitag Nachmittag teilweise virtuell ausfallen, wenn das Team um 17 Uhr die Plattform von Stolberg aus online stellt. Dann wird Edgar Sanchez per Videokonferenz von Kalifornien aus bei dem Startschuss dabei sein.
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