Soziale Projekte: Mehr Bewegung, weniger Rassismus

Von: Lukas Franzen
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Robert Kuttler (l.) und Andreas Keloglou (r.) bieten einen kostenlosen Boxkurs in der Turnhalle der Kogelhäuserschule an und wollen dabei vor allem Werte wie Respekt und Disziplin vermitteln. Schlagkräftige Argumente gegen Rassismus soll eine Theatergruppe unter Leitung von Svenja Hamel (Mitte) für das „Jump“-Projekt erarbeiten. Foto: L. Franzen

Stolberg. Wer „Deutsches Rotes Kreuz“ (DRK) hört, denkt zunächst an Sanitäter auf Großveranstaltungen oder den Rettungsdienst, der im Notfall gerufen wird, um Leben zu retten. Dass der Wohlfahrtsverband auch eine Abteilung für Soziales hat, die sich etwa für mehr Bewegung, Integration und Toleranz stark macht, ist weniger bekannt.

Zwei Projekte, die genau diese Ziele verfolgen, bietet das DRK jetzt in Stolberg an. Das Gesundheits- und Fitnessprojekt „Mach mit, sei fit!“ startete bereits Ende Oktober und umfasst aktuell zwei kostenlose Kursangebote für Jugendliche: Hip-Hop Tanz und Boxen. „Ziel des Projekts ist es, Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund für Sport und einen gesunden Lebensstil zu begeistern“, sagt Sabine Souren, die seit vier Monaten die sozialen Projekte in Stolberg koordiniert, und betont, dass es bei dem Projekt nicht nur um Gesundheitsthemen, sondern eben auch um Integration und einen Dialog der Kulturen geht.

Das von der „Aktion Mensch“ geförderte Projekt sei gut angelaufen, meint die Projektkoordinatorin. „Wir haben schon um die 60 Teilnehmer bei unseren wöchentlichen Kursen gezählt.“ Betreut werden diese von ausgebildeten Trainern. Robert Kuttler und Andreas Keloglou vom Kampfsport Club Stolberg (KSC) sind für den Boxkurs verantwortlich, legen jedoch Wert darauf, dass Jugendliche bei ihnen wesentlich mehr als nur Boxen lernen. „Boxen ist ein gutes Sprungbrett, um Werte wie Disziplin und Respekt zu vermitteln“, sagt Andreas Keloglou und spricht dabei aus Erfahrung. „Ich bin auf der Mühle aufgewachsen und weiß, wie es ist, keine Perspektive zu haben.“ Doch das Boxen habe ihm geholfen, sagt Keloglou, der schließlich eine Ausbildung zum Schlosser machte und nun Montageleiter ist.

Erfolgreich startete auch das Tanzangebot des DRK-Projekts unter Leitung von Alma Gongora. So erfolgreich, dass aus einem zwei Kurse wurden. Ein drittes – geschlossenes – Projekt in Zusammenarbeit mit dem Stolberger Agnesheim bringt außerdem jungen Flüchtlingen das Schwimmen bei.

Verlängert wurde das zweite soziale Projekt des DRK, das bereits seit 2009 existiert: das Antirassismus-Projekt „Jump“, das Ende Januar beginnt. Fester Bestandteil ist ein wöchentliches Angebot im Jugendzentrum Westside: das mulitkulturelle „Jump“-Café. Mit Rassismus und dessen Folgen soll sich eine Theatergruppe auseinandersetzen. „Viele Themen sind schwer mit Sprache auszudrücken. Das Theater kann dabei helfen, denn es hat viele Ausdrucksformen“, sagt Svenja Hamel, die die Theatergruppe leiten wird.

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