„Soziale Ader“ hilft bei täglicher Arbeit

Von: lkf
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Projektleiterin Sabine Souren im „Jump Café“ des Jugendzentrums Westside. Das Antirassismus-Projekt „Jump“ beginnt im Januar. „Mach mit, sei fit“, heißt es bereits seit Oktober bei Sourens neuem Gesundheitsprojekt.

Stolberg. Seit dem 1. September koordiniert Sabine Souren die sozialen Projekte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Stolberg. Über ihre ersten Berufserfahrungen, ihr absolviertes Studium der Gesundheitswissenschaften und ihre Projekte hat die 25-jährige Aachenerin mit unserer Redaktion gesprochen.

Wie haben Sie nach ihrem Studium zum DRK gefunden?

Souren: Das Deutsche Rote Kreuz habe ich über eine Zusatzausbildung im Sanitätsbereich kennengelernt und dachte mir: Das kann ein schönes Hobby sein. Ehrenamtlich war ich dann sieben Jahre beim DRK aktiv. Ich habe etwa an Karneval oder auf der Kirmes als Sanitäterin mitgeholfen.

Und dann haben Sie ihr Hobby zum Beruf gemacht – in einer anderen Abteilung.

Souren: Dass ich vom Ehrenamt zum Hauptamt gefunden habe, ist eigentlich purer Zufall gewesen. Meine jetzige Chefin hat die Stellenausschreibungen für die Projekte, die ich nun betreue, bei Facebook veröffentlicht. Ein Bekannter hat es weitergeleitet. Mein Freund hat es gesehen. Und dann habe ich mich einfach beworben.

Sie haben Gesundheitswissenschaften in Maastricht studiert. Hilft Ihnen der Masterabschluss in Ihrer täglichen Arbeit weiter?

Souren: Das Studium hat viel Wissen rund um die Themen Gesundheit und Gesundheitsförderung vermittelt. Aber auch Biologie, Management und Statistik waren Schwerpunkte. Gerade in unserem neuen Gesundheitsprojekt „Jugendliche – Lotsen für Fitness und Gesundheit“ hilft mir der Stoff aus dem Studium.

Neben Gesundheitswissen dürften jetzt aber auch Sozialarbeiterqualitäten gefragt sein.

Souren: Ja, das stimmt. Spezielle Schulungen in dieser Richtung habe ich nicht gemacht, bevor ich meine Stelle angetreten habe, nur eine Gruppenleiter-Schulung in meiner Pfarre in Aachen. Ich glaube aber, dass ich einfach gut mit Kindern und Jugendlichen klar komme. Und eine soziale Ader habe ich auch. Vieles eignet man sich im Laufe der Zeit einfach an.

Als Aachenerin mussten Sie sich mit dem Stolberger Umfeld sicherlich erst einmal vertraut machen. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Souren: Sehr positiv. Mit unseren Kooperationspartnern, dem Jugendamt und dem Jugendzentrum Westside auf der Mühle, arbeite ich sehr gut zusammen. Und es ergeben sich ständig neue Kontakte und Netzwerke. Das Agnesheim etwa hat Schwimmlehrer gesucht, um Flüchtlingen das Schwimmen beibringen zu können. Es hat sich an das Jugendamt gewandt und das hat den Kontakt zu mir hergestellt. Nun ist der Schwimmkurs für Flüchtlinge Teil des neuen Fitnessprojekts.

Nach welchen Kriterien haben Sie Ihre Projekte konzipiert?

Souren: Bei dem Fitnessprojekt habe ich zunächst geschaut, welche Angebote an den anderen Standorten, Baesweiler-Setterich und Brander Feld, gut ankommen.Es kann aber durchaus sein, dass weitere Angebote hinzukommen, zum Beispiel Eislaufen oder Klettern. Jeder soll Ideen äußern. Es geht schließlich darum, dass die Kinder Spaß haben. Die Tatsache, dass wir bei unserem Fitnessangebot schon 60 Teilnehmer zählen konnten, zeigt aber: Wir haben bisher mit der Auswahl gut gelegen.

Ihr Antirassismus-Projekt „Jump“, das jetzt im Januar startet, erscheint in Zeiten von „Pegida“ aktueller denn je.

Souren: Über dieses Phänomen und Flüchtlinge werden sich die Jugendlichen natürlich austauschen. Schon das Fitnessprojekt zeigt, dass Kinder aus unterschiedlichen Ländern Freundschaften geschlossen haben. Außerdem beobachte ich, dass Kinder mit Migrationshintergrund sich selbst oft als Deutsche und damit als festen Bestandteil der Gesellschaft sehen. Unter „Herkunft“ haben viele in unserer Teilnehmerliste „deutsch“ eingetragen, obwohl sie andere Wurzeln haben.

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