Sozialdienst katholischer Frauen leistet Hilfe bei Konfliktbewältigung

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
8544695.jpg
Manchmal ist die Situation zwischen (Ehe-)Partnern so verfahren, dass nur noch eine externe Vermittlung weiterhelfen kann. Genau an diesem Punkt setzt die Mediation an. Foto: stock/blickwinkel

Stolberg. Angst, Wut, Druck, Enttäuschung, Demütigung: Es sind diese und andere Empfindungen, die aus einem Streit einen schweren und dauerhaften Konflikt werden lassen können. In einer angespannten Lage eine Lösung zu finden, fällt dabei immer mehr Menschen schwer.

Claudia Blau und Nora Kaußen-Jensen wissen von vielen Beispielen zu berichten, die das belegen. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hat zwischenzeitlich auf diese gesellschaftliche Entwicklung reagiert und die Mediation in ihr Portfolio aufgenommen. Mit sehr gutem Erfolg, wie die Sozialpädagogin und die Sozialarbeiterin jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt haben.

„Mediation ist ein Weg, Meinungsverschiedenheiten, Streitigkeiten oder Konflikte mit Hilfe eines neutralen Dritten zu lösen“, erläutert Claudia Blau den etwas hölzern wirkenden Fachbegriff. Hinter ihm steckt das Bemühen, Menschen wieder zu einem konstruktiven Umgang zu führen. Menschen, „die oft nicht mehr in der Lage sind, im Alltag miteinander zu kommunizieren“, so Blau.

Die große Mehrheit derer, die auf das Angebot des SkF zurückgreifen, sind Paare in Trennungs- und Scheidungssituationen, häufig sind auch Kinder von der schwierigen Situation betroffen. „In der Mediation geht es nicht um die Frage nach der Schuld“, nennt Nora Kaußen-Jensen einen wichtigen Ansatz. „Es geht vielmehr darum zu schauen, was die Beteiligten in ihrer aktuellen Situation brauchen, und was sie tun können, um eine Eskalation zu vermeiden.“ Das klingt leichter als es vielfach ist, betont die Sozialarbeiterin. Denn über allem schweben zunächst die Vorwürfe an den anderen. „Und die sind in der Regel Ausdruck von unerfüllten Bedürfnissen.“ Claudia Blau berichtet von vielen Gesprächen, die zunächst emotional sehr aufgeladen sind. „Wir stellen fest, dass die Konfliktparteien einander oft nicht zuhören und sich deshalb auch nicht verstehen. Wir sind dann zunächst einmal in der Rolle des Übersetzers.“

Wer sich für eine Mediation beim Sozialdienst katholischer Frauen in Stolberg entscheidet, muss nicht nur an den in der Regel 90-minütigen Sitzungen teilnehmen, sondern auch zu einer konzentrierten Vor- und Nachbereitung bereit sein. Außerdem gibt es nach jedem Termin einen Bewertungsbogen. Schließlich will der SkF sein Angebot fortwährend verbessern, so Kaußen-Jensen.

In Konkurrenz zu Anwälten, die ebenfalls Mediation anbieten, sieht sich der Sozialverband laut Claudia Blau nicht. „In Konflikten sind die emotionalen Aspekte sehr wichtig. Hier können wir mit unserer Ausbildung und unserer Erfahrung ansetzen. Wenn sich Menschen in Trennung oder Scheidung nur noch über ihre Anwälte austauschen, ist das hingegen oft eher konfliktverschärfend und kann zu einem langwierigen und teuren Rechtsstreit führen.“

Apropos Kosten: Im Gegensatz zu den übrigen Leistungen stellt der Sozialdienst katholischer Frauen die Mediation in Rechnung. „Leider erhalten wir hierfür keinerlei Zuschüsse“, bedauert Nora Kaußen-Jensen. Die Höhe der Kosten wird – in Abhängigkeit von der Einkommenssituation – in einem ersten unverbindlichen Informationsgespräch festgelegt.

Am Ende des erfolgreichen Vermittlungsprozesses können die Konfliktparteien auf Wunsch eine Abschlussvereinbarung treffen und unterzeichnen. Dann steht ein tragfähiger Kompromiss, „mit dem alle gut leben können und bei dem keiner der Beteiligten sein Gesicht verliert“, beschreibt Claudia Blau den positiven Fall. Die Erfahrung zeige, dass diese Kompromisse auch auf Dauer Bestand haben können. „Die Konfliktparteien sind oftmals sehr zufrieden und auch stolz, eine Lösung gefunden zu haben.“ Und das ist zweifellos eine gute Voraussetzung, um die Probleme der Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert