Sozialbericht: In Unterstolberg lebt es sich am schlechtesten

Von: Annika Kasties
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Schlusslicht auf der Werteskala: Die befragten Bürger aus Unterstolberg bewerten die Lebensqualität in ihrem Stadtteil besonders schlecht. Foto: A. Kasties

Stolberg. Die Kupferstadt hat einiges zu bieten: eine mittelalterliche Burg, verwinkelte Altstadt-Gässchen, und einen Karnevalsprinzen, der ein Auto mit verbundenen Augen innerhalb von nur 45 Sekunden einparken kann. Das Urteil der Stolberger über die Lebensqualität ihrer Heimat ist dennoch: mittelmäßig.

Auf einer Skala von eins bis zehn geben die Kupferstädter eine Bewertung von durchschnittlich 4,8 Punkten. Das geht aus dem Zwischenbericht der Sozialberichterstattung hervor, den Manuela Hastrich vom Institut für Sozialplanung und Organisationsentwicklung (Inso) am Dienstagabend im Ausschuss für Soziales und Generationengerechtigkeit (ASG) vorstellte.

Der Sozialbericht ist der erste Schritt in Richtung einer gezielten Stadtentwicklung. 1722 Kupferstädter nahmen an der repräsentativen Umfrage teil. Sie gaben unter anderem Auskünfte über ihre Herkunft, ihre berufliche Situation und darüber, was sie sich für ihre Heimat wünschen. Ende März soll der Bericht mit Handlungsempfehlungen fertiggestellt sein.

Umzug in den nächsten Jahren

Einige interessante Erkenntnisse präsentierte Hastrich aber schon jetzt. Denn während die meisten Stolberger die Lebensqualität ihrer Heimatstadt mit einer Punktzahl zwischen vier und sechs versehen, bewerten fast alle Befragten das Wohlbefinden in ihrem Ortsteil deutlich besser, und zwar mit durchschnittlich 6,2 Punkten. Die Spitzenposition nimmt Dorff mit fast neun Punkten ein, dicht gefolgt von Breinig mit knapp über acht.

Einzig die Ortsteile Breinigerberg und Unterstolberg schneiden in der Bewertung schlechter ab als die Kupferstadt. Unterstolberg bildet mit rund 3,5 Punkten das Schlusslicht auf der Werteskala. Es verwundert somit nicht, dass fast die Hälfte der befragten Unterstolberger innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Umzug planen. Zum Vergleich: Von den insgesamt 1722 Befragten gaben nur 23 Prozent an, in nächster Zeit den Wohnort wechseln zu wollen. Davon planen 56 Prozent, Stolberg den Rücken zu kehren und in eine andere Stadt zu ziehen.

Wenn es nach den Wünschen der Stolberger ginge, sollte die Stadt in den kommenden Jahren vor allem die Schwerpunkte Verkehr, Einkauf und Freizeit angehen. In diesen Bereichen wünschen sich die Bürger die meisten Veränderungen. Besonders unzufrieden zeigen sich die Stolberger hinsichtlich der Angebote für Jugendliche (Zufriedenheit von 3,5 Punkten) sowie jenen für Alleinstehende/Alleinerziehende und für Menschen mit Behinderung (beide 3,8). Gute Bewertungen gibt es für die medizinische Versorgung (6,9), Schulen (6,6) und Sportvereine (6,4).

Es sind Ergebnisse, die zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine gezielte Stadtentwicklung liefern. Patrick Haas (SPD) ist sich sicher: „Dieser Bericht wird uns bestimmt noch die nächsten Jahre beschäftigen.“

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