Stolberg - Sorgfaltspflicht fürs Auto zu Hause gilt auch auf Reisen

Sorgfaltspflicht fürs Auto zu Hause gilt auch auf Reisen

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Als er mit dem Motorrad heimkehrte, staunte Guido Thönnißen nicht schlecht, denn sein geparktes Auto stand an der Dammstraße plötzlich im absoluten Halteverbot. Und ein „Knöllchen“ klemmte auch schon hinterm Scheibenwischer.

„Dabei hat meine Nachbarin mir versichert, das mobile Halteverbotsschild habe am Vortag noch nicht dort gestanden“, sagt Thönnißen. Marcel Poqué vom Ordnungsamt der Stadt bestätigt dies: „Deshalb muss Herr Thönnißen auch kein Knöllchen zahlen. An dem Halteverbotsschild war ursprünglich auch vermerkt, dass es erst nach drei Tagen gilt.“

Entweder sei dieser Hinweis dem Wind zum Opfer gefallen oder mutwillig entfernt worden. Ordnungsgelder wegen Falschparkens würden frühestens 72 Stunden nach dem Aufstellen fällig. „Das trifft natürlich nur auf Fahrzeuge zu, die bereits abgestellt sind. Wer trotzt Halteverbotsschild parkt, weiß ja, dass er nicht korrekt handelt und muss mit den Konsequenzen rechnen“, beschreibt Poqué. Stelle die Stadt selbst mobile Halteverbotsschilder auf, weise sie wenn möglich den Zeitraum aus, in dem das Halteverbot gilt. „Stehen Fahrzeuge nach 72 Stunden immer am selben Platz, versuchen wir zuerst den Halter zu ermitteln und Kontakt mit ihm aufzunehmen, damit umgeparkt werden kann.“

Gelingt das nicht, weil der Besitzer zum Beispiel eine Urlaubsreise angetreten hat, komme der Abschlepphaken ins Spiel. „Dann prüfen wir zunächst, ob die Möglichkeit besteht, das Fahrzeug zu versetzen, also auf einen anderen Parkplatz in der Nähe zu bringen. Das spart Kosten für die ,Platzmiete‘ beim Abschleppunternehmen“, führt Poqué aus. Er weist darauf hin, dass aus Sicherheitsgründen oder meist wegen anstehender baulicher Maßnahmen mobile Hinweisschilder von der Stadtverwaltung aufgestellt werden können. „Oder wir erteilen die Genehmigung dazu, etwa bei Umzügen.“

Daran sollten besonders Urlauber denken, die ihr Auto im öffentlichen Raum parken, und sich dann auf Reisen begeben. „Es geht nicht nur um mobile Halteverbotsschilder. Es könnten ja beispielsweise auch Flüssigkeiten wie Kraftstoff oder Öl austreten.“ Auch wer sich im Urlaub befinde, habe die Sorgfaltspflicht für sein Fahrzeug, das zu Hause – wenn auch bei Reiseantritt korrekt – im öffentlichen Raum geparkt ist.

„Fahrzeughalter sollten also bei einer Vertrauensperson einen Zweitschlüssel hinterlegen, bevor sie verreisen“, rät Poqué. Bei einem Nachbarn sei dies allerdings sinnvoller als bei einem Verwandten, der etwa in einem Stadtteil wohnt: „Man sollte den Autoschlüssel mit der expliziten Bitte hinterlegen, dass die Vertrauensperson auch auf das Fahrzeug achtet. Optimal ist, wenn die Person in Sichtweite zum Parkplatz wohnt oder zumindest mehrmals täglich ein Auge auf das Fahrzeug haben kann.“ Egal ob Grünschnitt, eine Baumaßnahme oder ein Umzug anstehe, oder Gefahr durch austretende Betriebsflüssigkeiten gegeben sei – das Fahrzeug könne dann umgeparkt werden, und nach dem Urlaub blühe keine böse Überraschung.

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