Stolberg-Zweifall - Sorgenkind gehört der Vergangenheit an

Sorgenkind gehört der Vergangenheit an

Von: Sonja Essers
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Im Gerätehaus in Zweifall geht es voran. Involviert in das Projekt sind Architekt Christoph Baumanns, Dieter Roth vom Hochbauamt der Stadt, der Leiter des Amtes für Immobilienmanagement und technische Infrastruktur, Bernd Kistermann sowie Marco Veeser, Mitglied der Löschgruppe, und Feuerwehrsprecher Michael Konrads (von links). Foto: Sonja Essers
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Eines der Sorgenkinder unter den Gerätehäusern: Das bisherige Gerätehaus der Löschgruppe Zweifall. Foto: Sonja Essers

Stolberg-Zweifall. Auf der Wiese kurz vor dem Ortseingang Zweifall hat sich in den vergangenen Monaten so einiges getan: An der Straße Münsterau (Landesstraße 238) ist das neue Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppe Zweifall entstanden. Am 23. September wird es offiziell eingeweiht. Bis dahin gibt es noch viel zu tun.

Von außen macht der Neubau bereits etwas her. Während im Hintergrund die Holzstapel des Sägewerks zu sehen sind, spielt auch im neuen Feuerwehrgerätehaus das Thema Holz eine wichtige Rolle und zwar in zweierlei Hinsicht. Aufgegriffen wurde dieses bereits in der äußeren Gestaltung. Der Grund: Der Neubau sollte ins Ortsbild passen und diese Anforderung sei durchaus gelungen, meinen Architekt Christoph Baumanns, Bernd Kistermann (Leiter des Amtes für Immobilienmanagement und technische Infrastruktur), Dieter Roth vom Hochbauamt der Stadt sowie Feuerwehrsprecher Michael Konrads und Marco Veeser, Mitglied der Löschgruppe Zweifall.

Eine weitere Besonderheit: die Heizung. Im Zweifaller Gerätehaus wird künftig nämlich mit so genannten Holzpellets geheizt. Diese Methode habe gleich mehrere Vorteile. „Eine Wärmepumpe wäre beispielsweise schwierig gewesen, weil das Haus nicht bewohnt ist“, sagt Architekt Christoph Baumanns. Außerdem besitze die Anlage eine ausgewogene CO2-Bilanz. „Sie verbrennt CO2 neutral“, sagt Dieter Roth. In einem Vorratsraum werden die Pellets gelagert und über ein Schlauchsystem in den Pelletkessel gepumpt. Randvoll wird der rund sieben Kubikmeter große Raum gefüllt. Die Füllung soll ein Jahr reichen. Die Mitglieder der Zweifaller Löschgruppe müssen dann einmal in der Woche den Pelletkessel von der Asche befreien. Das Zweifaller Gerätehaus ist damit übrigens die erste städtische Einrichtung in Stolberg, in der mit Holzpellets geheizt wird.

Erhebliche Mängel

Warum ein Neubau überhaupt erforderlich ist? Das jetzige Gerätehaus befindet sich im Schatten der St.-Rochus-Kirche und gehört zu den Sorgenkindern unter den Stolberger Gerätehäusern. Denn: Das Gebäude weist erhebliche Mängel auf und entspricht nicht mehr den Ansprüchen, die an ein zeitgemäßes Feuerwehrhaus gestellt werden.

Das heißt: Nicht nur Duschen und genügend Parkplätze sind Mangelware. Der Schulungsraum für die 20 Mitglieder ist zu klein und die Tore sind zu niedrig für heutige Löschfahrzeuge. „Die heutigen Fahrzeuge sind 30 bis 50 Zentimeter höher. Mit ihnen käme man nicht in die alte Halle rein“, sagt Michael Konrads. Eine Investition war also dringend erforderlich.

In engem Austausch mit der Löschgruppe Zweifall und der Hochbauabteilung entwickelte Architekt Christoph Baumanns den Entwurf für den Neubau. „Das war eine kommunikative Zusammenarbeit. Wir konnten gegenseitig vom Wissen und den Erfahrungen der anderen Seite profitieren“, sagt Marco Veeser. Auch die Zweifaller Bevölkerung sei von dem neuen Gerätehaus angetan. Zahlreiche positive Rückmeldungen hätten die Feuerwehrleute bereits bekommen. Die Eröffnung am Samstag, 23. September, soll mit dem ganzen Dorf gefeiert werden.

Bevor es allerdings so weit ist, gibt es noch einiges zu tun. Auf der linken Seite des Gebäudes entstehen getrennte Umkleiden und Sanitäranlagen für Frauen und Männer, die direkt in die Fahrzeughalle führen. Das spare allerdings nicht nur Zeit. So könne auch die Schwarz-Weiß-Trennung gewährleistet werden. In der Fahrzeughalle, die bereits mit der Absauganlage aus dem alten Gerätehaus ausgestattet wurde, haben zwei Fahrzeuge Platz. Neben dem Gerätehaus entsteht zudem noch eine Doppelgarage, um die sich die Mitglieder der Löschgruppe in Eigenregie kümmern.

Herzstück des Gebäudes wird der Schulungsraum sein, der mit einer kleinen Küchenzeile ausgestattet werden soll. Die ist allerdings nicht dazu gedacht, den Hunger der Feuerwehrleute zu stillen. Alle Gerätehäuser werden außerdem mit Notstromaggregaten ausgestattet. Im Falle eines Stromausfalls sollen die Gerätehäuser als Anlaufpunkte für die Bürger dienen.

Da das Zweifaller Gerätehaus mit zu den weit abgelegensten im Stadtgebiet gehöre, sei dieser Standpunkt enorm wichtig. Rund 50 Einsätze fahren die Zweifaller Wehrleute im Jahr, darunter befinden sich zahlreiche Unfälle, die meistens auf der Jägerhausstraße oder auf der Straße Finsterau geschehen.

In den kommenden Tagen stehen die Restarbeiten auf dem Programm. So müssen unter anderem noch die Türen eingebaut und Bodenarbeiten erledigt werden. Auch die Pflasterung des Außengeländes steht noch an. Dort sollen Parkplätze für die Mitglieder der Löschgruppe entstehen.

Besonderes Geschenk

Ein besonderes Geschenk wird in den kommenden Wochen auch das Zweifaller Urgestein Norbert Seidel einlösen. Die Kopfseite der Fahrzeughalle wird er mit einer Zeichnung des Feuerwehrpatrons Florian verschönern, damit die Mitglieder des Löschzuges auch in ihrem neuen Gerätehaus allzeit gute Fahrt haben.

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