Sonderkonzert des Quartetts „Bella Coola“ im Kupferhof Rosental

Von: Marie-Luise Otten
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Die Band „Bella Coola“ gab jetzt ein Sonderkonzert in Stolberg. In der besonderen Atmosphäre des Kupferhofs riss das Quartett seine Zuhörerschaft mit einem Mix aus Jazz sowie Latin- und Popmusik mit. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Das Sonderkonzert mit „Bella Coola“ zählte zweifellos mit zu den besten Konzerten, die der Stolberger Musiksommer in diesem Jahr präsentiert hat.

Anja Pies (Gesang), Johannes Thomassen (Klavier), Jo Ritterbeck (Kontrabass) und Gerd Breuer (Schlagzeug) vermochten das vorwiegend ältere Publikum vom ersten Stück an mitzureißen und erhielten dafür viel Applaus.

In einem der schönsten Säle Stolbergs, dem Kupferhof Rosental, spielte das Quartett modernen Vocal Jazz mit Einflüssen aus Latin und Popmusik, wobei der Schwerpunkt ihres Repertoires allerdings auf eigenen Kompositionen lag. Der Jazz entstand am Ende des 19. Jahrhunderts im Süden der USA und ist eine eigenständige von Schwarzen geprägte Musik, die sich zu einer globalen Erscheinung verwandelt hat. Sie wird unvoreingenommen von Musikern der ganzen Welt gespielt und von Hörern in jedem Land der Erde gehört, ohne dass man sich bewusst auf eine andere Kultur einlassen müsste.

Jazz ist eine internationale Sprache mit unterschiedlichsten Ausprägungen. Für die Jazzauffassungen des 21. Jahrhundert sind Blues, Gospel und Ragtime ebenso wichtige Quellen wie die Folklore, mediterrane und nordafrikanische Musik, indische Klassik, Punk oder Chanson. „Bella Coolas“ Musik zeichnete sich durch eingängige Melodien und ausgefeilte Harmonik aus.

Der Rhythmus lebte vom Gegeneinander eines durchgehenden Impulses (Beat) und unregelmäßigen kleinsten Akzentverschiebungen (Off-Beat). Das gemeinsam empfundene, intuitive Verständnis für Spannung, Tempo und Dynamik kam in den Stücken wie zum Beispiel „Location“, „Love is our garden“ oder „One day“ bestens zum Ausdruck.

Sängerin Anja Pies hatte die Stimme für den Groove, den Blues, den Jazz. Melancholisch-resigniert oder introvertiert-kühl wirkten manche Texte, die Pies kraft- und gefühlvoll sang.

Auf dem Zirkusplatz

Da war von „Carni“, die Rede, der auf dem Zirkusplatz lebt und Weisheiten sammelt, von Vorurteilen, mit denen „Frank“ leben muss, der auf eine neue Schule kommt oder einfach von der Sehnsucht nach dem Sommer. In ihrer unverwechselbar eigenen Art brachte sie die besonderen Momente im Leben der Menschen zu Gehör. Die Band hinter der Frontfrau mit Klavier, Schlagzeug und Kontrabass gab ihr ein sicheres Fundament.

„Das Herz und die Seele“ des Jazz (Gunther Schuller, 1968) war die Improvisation, die immer wieder zu spontanem Beifall animierte. Was Johannes Thomassen auf dem Klavier bot, war Extraklasse. Frisch und schmissig war auch das Spiel vom Kontrabassisten Jo Ritterbeck, dessen Finger dem scheinbar behäbig großen Instrument erstaunlich schnelle Klänge entlockten.

Der international gefragte Schlagzeuger Gerd Breuer, der Band-Coach und rhythmische Motor des Quartetts, sorgte mit facettenreichen Soli für ein gut gelauntes Publikum. Wie viele unterschiedliche Klangmöglichkeiten in einem Schlagzeug stecken, war unglaublich.

Die Stimmung im nahezu ausverkauften und liebevoll hergerichteten Saal war gut, denn die Spielfreude der Vier übertrug sich auf die aufmerksamen Besucherinnen und Besucher, die die Darbietungen umjubelten.

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