Sommercamp: Spielerisch für Leichtathletik begeistert

Von: Katharina Menne
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Immer in Bewegung: Auf dem Sportplatz am Glashütter Weiher können Kinder und Jugendliche leichtathletische Disziplinen in lockerer Atmosphäre kennenlernen. Zwischendurch dürfen sie sich auch mal nach Lust und Laune austoben. Foto: K. Menne

Stolberg. Vor der Weitsprunggrube des Sportplatzes am Glashütter Weiher warten 15 Kinder in bunter Funktionskleidung in Reih und Glied darauf, mit Anlauf in den Sand springen zu dürfen. „Ich bin eben 2,30 Meter weit gesprungen“, erzählt die achtjährige Stella aus Mausbach stolz. Zusammen mit ihrer kleineren Schwester Nike macht sie beim diesjährigen Leichtathletik-Sommercamp der LG Stolberg mit.

Dort steht aber nicht nur die Leichtathletik im Mittelpunkt, sondern Bewegung an sich. „Die Kinder werden motorisch immer schlechter“, sagt Ruth Püttgen. Die sportliche 48-Jährige ist ein „Leichtathletik-Urgestein“, wie sie selbst sagt, und Geschäftsführerin der Leistungsgemeinschaft aus Stolberger Turngemeinde und Stolberger Turnverein. Außerdem ist sie Trainerin im Jugendbereich.

Dass Kinder von zu Hause aus und in der Schule immer weniger Sport trieben, bereite ihr Sorgen. „Viele können noch nicht mal mehr über eine Bank laufen ohne abzustürzen.“ Ihr Ziel ist es daher, Kinder mit dem Sommercamp für Sport an sich zu begeistern – und für den Vereinssport zu gewinnen.

Insgesamt haben sich 45 Kinder im Alter zwischen fünf und 15 Jahren für die drei Tage angemeldet. Sogar vier Kinder aus Düren sind dabei, die jeden Morgen extra anreisen. Dass es hier um Spiel und Spaß geht, ist deutlich zu sehen. Zwischendurch wird auf dem Rasenplatz in der Mitte auch mal Fangen gespielt oder ein Rad geschlagen.

„Wir lassen den Kindern, den Raum, den sie brauchen, wenn sie mal keine Lust mehr haben. Es sind schließlich Ferien“, sagt Püttgen. Dennoch sollen vor allem den Kleinen die Grundlagen der Leichtathletik gezielt vermittelt werden.

Denn nur mit dem richtigen Training und der richtigen Technik wird Rennen zum Laufen, Hüpfen zum Springen und Schmeißen zu Werfen. „Wer Leichtathletik betreibt, wird auch in allen anderen Sportarten immer Vorteile haben“, sagt sie.

Am anderen Ende des Platzes weist der 17-jährige Sebastian Püttgen fünf etwas ältere Teilnehmer in die Geheimnisse des Diskuswurfs ein. Mit gekonnter, fast tänzerischer Bewegung schleudert er die rotierende Scheibe in die Ferne. Fasziniert schauen seine Schützlinge ihm zu. „Wir können das noch nicht so gut wie er und werfen den Diskus eher mal ins Netz“, sagt die elfjährige Felipa Herrmann. „Aber es macht viel Spaß auch mal neue Sachen auszuprobieren.“

Jeder soll hier auf seine Kosten kommen. Auch spezielle Wünsche werden gerne angenommen – egal, ob Sprint-Wettbewerbe, Hochsprung oder auch Speerwurf. „Einige wollten gerne mit mir zusammen im Wald laufen gehen“, sagt Lauftrainer Hans-Gerd Motter.

„Da dürfen gerne alle mitkommen, die sich schon vier bis fünf Kilometer am Stück zutrauen.“ Das seien gar nicht so wenige, denn viele der Kinder kämen aus Stolberger Lauffamilien. „Es ist dann schon fast eine Herausforderung, die Kinder auch von den anderen leichtathletischen Disziplinen zu überzeugen,“ sagt er.

Auch ihm bereitet es Kopfschmerzen, dass Bewegung in der Schule zu wenig gefördert werde. „Jedes Schulkind muss mindestens eine Viertelstunde am Stück laufen können“, sagt er. Das sei auch die Mindestvoraussetzung für das bronzene Sportabzeichen bei den ganz Kleinen.

Damit am Ende des Sommercamps jedes Kind mit einer Urkunde den Platz verlassen kann, wird es für die Kinder die Möglichkeit geben, das Sportabzeichen zu machen. Die 2,30 Meter, die Stella gesprungen ist, sind für ihre Altersklasse auf jeden Fall ein guter Anfang.

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