„Somebody Wrong Bluesband“: Können, Spielfreude und feinster Sound

Von: Dirk Müller
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Sei es der Gesang oder seien es die Instrumente: Die „Somebody Wrong Bluesband“ wird bei dem Konzert im Stolberger „Piano“ ihrem guten Ruf gerecht und reißt das Kupferstädter Publikum mit. Foto: D. Müller

Stolberg. Ihr Name steht seit mehr als drei Jahrzehnten für handgemachte Musik auf hohem Niveau, und auch bei ihrem inzwischen sechsten Gastspiel in der Musikkneipe „Piano“ wurde die „Somebody Wrong Bluesband“ ihrem guten Ruf einmal mehr gerecht.

Das versierte Sextett zog zahlreiche Musikfreunde in die Stolberger Altstadt und beeindruckte mit Können und Spielfreude, aus denen ein sehr ansprechender Sound resultierte. Gleich zu Beginn des Konzerts strahlten die Musiker harmonisch enorme Energie auf das begeisterte Publikum ab.

Virtuos zelebrierte die Band den „Statesboro Blues“, im Original ein sogenannter „Piedmont Blues“ von Blind Willie McTell aus dem Jahr 1928, der „The Allman Brothers Band“ 1971 zu der Version inspirierte, an die die „Somebody Wrong Blues Band“ anknüpfte. Lautstarker Applaus in der proppenvollen Gaststätte bestätigte, dass die Musiker mit der vorgegebenen „Marschrichtung“ genau richtig lagen und den Geschmack des Publikums getroffen hatten. Sängerin Christine Isensee überzeugte mit ihrer leidenschaftlichen Stimme, und die Gitarristen Alex Wilde und Albrecht Peltzer erfreuten mit unwiderstehlichen Soli, die bei aller Präzision von außerordentlicher Wärme waren.

Verlässlich und punktgenau

Schlagzeuger Chris Andrä und der neue Bassist Robert Schumacher steuerten stets verlässlich und punktgenau das treibende Rhythmus-Fundament zu dem fließenden Soundgefüge bei, das Martin Peltzer an den Keyboards komplettierte und mit vielen hörenswerten Soli anreicherte. Der gemeinsame Nenner des Repertoires der Band war eindeutig der Blues, wobei die Musiker den Abend facettenreich gestalteten, indem sie mehrere weitere Genres in das Konzert einstreuten. Etwa bei „Gonna move“, als die Band swingte, oder bei „Maybe I‘m a Leo“ von „Deep Purple“, als rockige Klänge angesagt waren.

Bei dem Motown-Klassiker „How sweet it is“ sang das Publikum bereitwillig mit, kam bei J. J. Cales „Call me the Breeze“ dank Rock‘n‘Roll-Einfluss in Bewegung. Dazwischen kredenzte die Band immer wieder Blues in Reinform wie Steely Dans „Cousin Dupree“, Van Morrisons „Moondance“, „You don‘t love me“ von Willie Cobbs oder „Riding with the King“, das die beiden Blues-Legenden B. B. King und Eric Clapton im Jahr 2000 gemeinsam aufgenommen haben.

Die „Somebody Wrong Bluesband“ empfahl sich bestens – ebenso wie die Musikkneipe, in der das nächste Konzert schon am Freitag, 17. März, stattfindet, wenn die Gaststätten in der Altstadt zum „St. Patrick‘s Day“ einladen. Im „Piano“ präsentiert dann Wolfgang Klauß an 12- und 6-String-Guitarre sowie Banjo ab 20.30 Uhr irischen Folk.

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