Sologitarristin Nina Schwarz: Gitarrenklang, der begeistert

Von: mlo
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Sologitarristin Nina Schwarz begeisterte die Zuhörerschaft bei ihrem Konzert auf dem Finkenberg. Ein vielfältiges Programm, das zu Herzen ging. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Die Welt auf sechs Saiten, so lässt sich das zweite Konzert der Sologitarristin Nina Schwarz im Rahmen des Internationalen Konzertzyklus auf dem Finkenberg wohl beschreiben.

Die junge Frau mit ihrer Sologitarre wusste mit Werken von südamerikanischen und europäischen Komponisten von der Barockzeit bis zur Gegenwart eine Hörerschaft von rund 30 Personen vollauf zu begeistern.

Mit John Dowland, dem wohl bedeutendsten englischen Komponisten des frühen Barock, eröffnete sie den Nachmittag. Es gelang ihr vortrefflich, die Stimmung in den Kompositionen in gemäßigtem Tempo und mit großem Ernst darzubieten. Die Zuhörer waren verzückt von der Fingerfertigkeit und Musikalität der Aachener Künstlerin.

300 Kompositionen

Auch das Prelude und die Sarabande aus der „c-moll Suite“ von Johann Sebastian Bach fanden Gefallen. Die niederländische Gitarristin und Komponistin Annette Kruisbrink, 1958 in Amsterdam geboren, schrieb mehr als 300 Kompositionen, insbesondere für Gitarre und andere Instrumente. In den heiteren Stücken zum Frühling aus der „Grande Suite des quatre saisons“ bauten die Vögel ihre Nester, marschierten die Schnecken und tanzten die Spinnen. Es war Gitarrenmusik vom Feinsten.

Kubanischer Dirigent

Leo Brouwer, kubanischer Dirigent, Gitarrist, Percussionist, Komponist, Arrangeur und Musikpädagoge, gilt als einer der wichtigsten Gitarrenkomponisten der Gegenwart. In dem von Schwarz ausgewählten Werk, der 2. Satz aus „El decameron negro“, ging es um die Geschichte eines afrikanischen Kriegers, der in die Berge flüchtet und durch das Tal des Echos unterwegs ist. Francisco Tárrega war der berühmteste Gitarrenlehrer der Romantik.

Revolutioniert

Der Begründer der spanischen Klassik hat die Gitarrentechnik revolutioniert, wie die Künstlerin es in ihren Informationen zu den einzelnen Stücken erzählte. Für sein „Capricho Arabe“ erhielt Nina Schwarz tosenden Applaus. Mitten in den brasilianischen Dschungel entführte Roland Dyens Werk „Saudade No. 3“ (Lembrenca do Senhor do Bonfirm da Bahia), in dem Rituale, Voodoo-Beschwörung, Tanz und Fest verarbeitet waren. Schwarz erwies sich jederzeit als eine wahre Virtuosin, die die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten ihres Instruments auskostete.

Das letzte Stück war dem schottischen Geiger Niel Gow und seiner Musik aus dem alten Schottland vorbehalten.

Die Klage über den Tod seiner zweiten Ehefrau beendete ein zu Herzen gehendes Gitarren-Konzert, das nach der Wiederholung verlangt.

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