Stolberg - Solidaritätsnetzwerk will Kräfte bündeln

Solidaritätsnetzwerk will Kräfte bündeln

Von: Drik Müller
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Die erste von mehreren für diese Woche angesetzten Aktionen vom „Solidaritätsnetzwerk zur Verteidigung von Arbeitsplätzen in der Aachener Region” ist jetzt gestartet.

Das Netzwerk versteht sich als eine Art Selbsthilfegruppe, die von Arbeitern, Betriebsräten, Gewerkschaftlern, Ruheständlern und anderen in diesem Jahr gegründet wurde. In der gesamten Region werden innerhalb einer Woche mehr als sechzehn Betriebe und deren Angestellte angesprochen.

Fünf Stolberger Betriebe

Fünf davon allein in Stolberg: Dalli, KME Stolberger Metallwerk, Schwermetall, Saint-Gobain Sekurit und Prym. Vor dem Dalli-Tor verteilte Reiner Burbach aus Gressenich, Mitglied des Sprecherrates des Solidaritätsnetzwerkes, bereits am frühen Morgen um 6.30 Uhr Flugblätter an die Arbeitnehmer.

„Der Fall Opel beschäftigt bundesweit die Bevölkerung, aber leider sind in vielen anderen, kleineren Betrieben die Menschen ebenso betroffen. In Stolberg bangen Arbeitnehmer um ihre Stelle, Leute in Kurzarbeit leben zwischen Angst und Hoffnung”, beschreibt Burbach. „Viele sind froh, überhaupt noch Arbeit zu haben, auch wenn die Bezahlung gerade einmal das Existenzminimum darstellt. Manch einer schafft 150 Stunden im Monat und ist für sich und seine Familie auf staatliche Hilfe angewiesen”, meint der 52-Jährige und fährt fort: „Wer seine Arbeit verloren hat, resigniert oft und fügt sich in sein Schicksal. Unsere Solidaritätsbewegung will aufklären, Möglichkeiten aufzeigen und Mut machen, verschiedene Belegschaften zusammenbringen und deren Aktionen tatkräftig unterstützen.”

Der Gressenicher war 15 Jahre bei Schwermetall in Breinigerberg tätig und drei Jahre bei KME, bevor er selbst Betroffener wurde. Oft bedrohe der Verlust des Arbeitsplatzes gleichsam die Existenz der Familie, beschreibt Burbach: „Ich habe erlebt, wie Arbeitnehmern nach vierzigjähriger Firmenzugehörigkeit gekündigt wurde, oder wie Väter ihre Familie plötzlich nicht mehr ernähren konnten.”

Das Solidaritätsnetzwerk ist bemüht, mit Betriebsräten und Gewerkschaften zusammenzuarbeiten, man verstehe sich als unabhängige wie überparteiliche Ergänzung und wolle miteinander, nicht gegeneinander arbeiten, betont Burbach, der selber keiner politischen Gruppierung angehört.

„Wir machen keine Politik, sondern wollen Kräfte bündeln und vernetzen, um solidarisch etwas gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen zu unternehmen. Das Netzwerk redet nicht im Wahlkampf, es handelt im Arbeitskampf”, stellt der Stolberger klar. Im Kampf für den Erhalt von Arbeitsplätzen sehen die Solidaritätsnetzwerker Betriebsbesetzungen oder Streiks als probate Mittel der Belegschaften an. „Beide Maßnahmen sind legitim, wenn es darum geht, das Recht auf Arbeit zu erkämpfen.”
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