Stolberg - Solarzellen im Camp Astrid laufen trotz Insolvenzverfahren weiter

Solarzellen im Camp Astrid laufen trotz Insolvenzverfahren weiter

Von: Ottmar Hansen
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Solarzellen finden sich inzwischen fast auf jedem Hausdach. Auch im Stolberger Gewerbegebiet wird mit Solarparks Strom erzeugt. Doch das zuständige Unternehmen hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragt. Foto: Archiv/dpa

Stolberg. Das vorläufige Insolvenzverfahren über die Photon Power AG ist noch in der Prüfungsphase durch den Aachener Rechtsanwalt Dr. Claus-Peter Kruth, der zum Insolvenzverwalter bestimmt wurde. Der Betrieb der drei Areale mit Solarzellen, die auf dem Gelände des Stolberger Gewerbegebietes Camp Astrid errichtet wurden, laufe derweil weiter, teilte Camp-Geschäftsführer Michael Eßers auf Anfrage der Redaktion mit.

Die Photon Power AG hat im Camp Astrid in mehreren Bauabschnitten Solarstrom-Anlagen errichtet. Das Unternehmen hat vor einigen Jahren auch im Aachener Raum Gelder von Privatanlegern eingesammelt, insgesamt waren drei Anleihen in einer Gesamthöhe von 7,5 Millionen Euro aufgelegt worden. Entstanden ist die Firma, die im Gewerbegebiet Avantis angesiedelt ist, aus dem gleichnamigen Verlag im Bereich der erneuerbaren Energien mit Hauptsitz in Aachen. Das Solarstrom-Magazin richtete sich sowohl an Privatpersonen, die eine eigene Solarstromanlage betreiben oder bauen wollen, als auch an Firmen und Investoren, die sich mit der Entwicklung im Photovoltaikmarkt beschäftigen.

Seit 1996 aktiv

Die erste Ausgabe erschien im Februar 1996 und hatte eine Druckauflage von 10.000 Exemplaren. Im dritten Quartal 2012 erschien Photon in einer Auflage von 46.594 Exemplaren. Geschäftsgegenstand war des Unternehmens war ferner die Erzeugung von Elektrizität durch regenerative Ressourcen, insbesondere Errichtung, Wartung und der Betrieb von Solaranlagen, ferner der Erwerb bzw. die Miete hierzu benötigter Gebäude bzw. Grundstücksflächen sowie die Verwaltung eigenen Vermögens.

Sprecher Thomas Feldmann von der Aachener Kanzlei Andres und Partner hatte zum Jahreswechsel mitgeteilt, dass der Photon-Vorstand den Insolvenzantrag selbst wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt hatte. Der Bericht von Claus-Peter Kruth über die weiteren Chancen des Unternehmens werde derzeit erstellt, so die aktuelle Auskunft von Feldmann. „Wir prüfen alle Optionen.“ Dazu gehöre auch eine Weiterführung des Unternehmens. Zu Spitzenzeiten beschäftigte die Photon-Gruppe 200 Mitarbeiter.

Die Firma betreibt zum Teil oder zu 100 Prozent sechs Photovoltaikanlagen in ganz Deutschland, als Referenzanlage wurde im Juli 2011 eine Solaranlage auf dem Technologiezentrum am Europaplatz in Betrieb genommen. Damit wollte man zeigen, wie günstig die Errichtung von Solaranlagen sein könne, hatte Vorstand Ralf Heuser seinerzeit erklärt. Die Photon Power AG ist eine Tochter der Photon Holding, über die bereits im Juni 2014 das Insolvenzverfahren eröffnet worden war.

Ob die Photon AG den Betrieb in Stolberg trotz des, am 22. Dezember 2015 eröffneten Insolvenzverfahrens, weiter führe oder die Solaranlagen einen neuen Eigner finden, sei momentan noch offen, sagt Camp-Geschäftsführer Eßers. Unabhängig davon schreite die Auslastung des Gewerbegebietes im Schatten des Stolberger Bahnhofes derzeit erfreulich voran. Von dem etwa 23 Hektar großen Areal sind nur noch zehn Hektar Fläche zu vergeben. Der Rest ist bereits vermarktet. Und für die verbleibenden Grundstücke gebe es bereits 16 Reservierungen, so Eßers. „Und sechs Grundstücke wurden in den vergangenen 13 Monaten verkauft.“ Unter den Käufern befinde sich auch ein Unternehmen aus Aachen.

Unterschiedliche Branchen

Eßers: „Die gute Lage des Camps hat sich in der Region herum gesprochen.“ Die Unternehmen, die sich neu in Camp Astrid ansiedeln, kommen aus unterschiedlichen Branchen. Aus dem Handwerk, es sind Firmen für Messtechnik, Anlagenbau und Schulungsdienstleister darunter. Eßers: „Man sieht überall Bauaktivitäten. Und auch für das angelaufene Jahr bin ich optimistisch, was die Vermarktung von Camp Astrid angeht.

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