Solarenergie: In Stolberg siehts finster aus

Von: Jürgen Lange
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Rektor Ferdinand Küpper-Jacob
Rektor Ferdinand Küpper-Jacobs freut sich über die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Realschule Liester; sie ist bislang die einzige, die die Stadt in Zusammenarbeit mit der EWV realisiert hat. Foto: S. Sillius

Stolberg. Es scheint schwierig zu sein, Stolberg einen Platz an der Sonne zu sichern. Zahlreiche Wolken verfinstern das Firmament, wenn es darum geht, Dächer städtischer Immobilien für die Nutzung von Photovoltaikanlagen an den privaten Interessenten zu bringen.

Vor allen Dingen die Statik, aber auch mangelnde Personalkapazitäten in der Verwaltung stünden einem forcierten Ausbau dieser regenerativer Energie in Stolberg im Weg, erklärt Liegenschaftsdezernent Dr. Wolfgang Zimdars in seiner Vorlage dem am 21. Juni tagenden Hauptausschuss. Dem empfiehlt er zwar, die grundsätzliche Absicht zur Vermarktung geeigneter Dächer zu bestätigen, gleichwohl sollen Angebote wieder aus der Solardachbörse herausgenommen werden. Falls Investoren nicht von vornherein sicherstellen, dass durch die Installation ihrer Anlagen konstruktionsbedingt Schäden an den Dächern entstehen könnten.

Im August hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, die städtischen Dächer an der Solarbörse anzupreisen. Investoren sollten - in Abstimmung mit der Verwaltung - die bauliche Eignung prüfen und auch die Kosten für erforderliche statische Untersuchungen übernehmen. „Nachdem in Zeit- und Arbeitskraft raubender Kleinarbeit die Flächenangaben” zusammengestellt worden waren, so Dr. Zimdars, wurden im Dezember erste Dächer im Internet angeboten. „Soweit dies neben der sonstigen Arbeit möglich war, wurden mit der Zeit weitere Objektdaten veröffentlicht”. Nach anfangs schleppender Nachfrage meldeten sich zwar mittlerweile 19 Interessenten, aber diese würden einen Eignungsnachweis der Dächer durch die Stadt erwarten - was weder dem Ratsbeschluss entspreche noch personell und ohne Bereitstellung von erheblichen Finanzmitteln zu leisten sei.

Lediglich in einem Fall prüfe ein Interessent die Eignung des Kindergartens Mausbach. Das Ergebnis bleibe abzuwarten, denn im schneereichen Winter musste diese Einrichtung aus statischen Gründen gesperrt werden - wie so zahlreiche der potenziellen Photovoltaik-Kandidaten. „Lediglich eine Einzelprüfung der Konstruktion kann Aufschluss geben”, mahnt Dr. Zimdars, ob das Objekt überhaupt Solarpanele aufnehmen könne.

Die würden als stromführende Teile darüber hinaus auch besondere Anforderungen an die Feuerwehr im Falle eines Brandes stellen. Ebenfalls enttäuschen muss die Verwaltung die Hoffnungen des Rates, durch eine Ausschreibung zu besseren Erlösen zu gelangen, als dies im vergangenen Sommer mit einer geplanten Vereinbarung direkt mit der Stolberger EWV der Fall gewesen wäre.

Stolberg an „Green” beteiligt

„Eine Vergabe an den Meistbietenden macht wenig Sinn, da die Angebote nicht weit auseinander liegen würden. Seit September ist die durch die EWV betriebene Anlage in Betrieb, die auf dem Dach der Realschule Liester im Rahmen ihrer Erweiterung errichtet wurde. Mit einer Investition von 75.000 Euro können 113 Module den Jahresbedarf von fünf Haushalten decken. Jüngst hatte der Stadtrat beschlossen, sich an der neuen EWV-Gesellschaft „Green” zu beteiligen, mit der das Stolberger Versorgungsunternehmen in der Region den Ausbau regenerativer Energie deutlich vorantreiben will. Mit einer ersten Rendite wird bereits in zwei Jahren gerechnet.
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