So sah die Rahthausstraße vor 100 Jahren aus

Von: Toni Dörflinger
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Traditionsreiche Gebäude: Von unterschiedlicher Geschichte sind die Bauten Rathausstraße 38 und 40 geprägt. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Eine geschlossene Bebauung hat es an der Rathausstraße Ende des 19. Jahrhunderts nicht gegeben. Baulücken kennzeichneten das Bild. Eine große, oberhalb der Villa Lynen liegende Baulücke nutzte 1883 der aus Leipzig stammende Drucker Hugo Willmars, um auf der Freifläche ein Gebäude zu errichten.

Allerdings lag das als Steindruckerei dienende Gebäude nicht unmittelbar an der Rathausstraße, sondern im hinteren Bereich. Erst 1905 wurde die Baulücke geschlossen, als der Drucker - der inzwischen seinen Handwerksbetrieb um die Bereiche Buch- und Offsetdruck erweitert hatte - an der Straßenfront das als Wohnhaus verwendete Gebäude Rathausstraße 38 errichtete. Schon 16 Jahre zuvor hatte man das Nachbargrundstück für einen weiteren Bau genutzt.

Denn 1889 war in der Nachbarschaft der Druckerei ein stattlicher Ziegelsteinbau entstanden, der aber nicht den hinteren Bereich ausfüllte, sondern die Straßenfront als Begrenzung akzeptierte. Allerdings wies auch dieser Bau - der die Adresse Rathausstraße 40 führte und als Gaststätte genutzt wurde - eine kleine Baulücke auf. Denn eine auf der rechten Seite liegende schmale Freifläche wurde dazu verwendet, um das im hinteren Bereich liegende Schlachthaus zu erreichen.

Vermutlich hat der Erbauer - der Name ist unbekannt - dort einst eine Metzgerei geführt, deren Produkte in der Gaststätte und in dem angeschlossenen Laden verkauft wurden. Diese als Einfahrt dienende Lücke wurde erst 1934 geschlossen. Eine Erweiterung, die bis heute ihre Spuren hinterlassen hat. Denn die Fassade des alten Gaststättengebäudes, das 1905 von Peter Josef Klubertz übernommen wurde, ist nach wie vor optisch zweigeteilt.

Während auf der linken Seite der Ziegelstein längst eine dunkelbraune Farbe angenommen hat, dominiert an der jüngeren, rechten Seite der wenig verwitterte, hellrote Ziegelstein. Als 1945 Wilhelm Schüller die inzwischen als „Haus Rosental” bezeichnete Gaststätte übernahm, befand sich das Objekt schon 26 Jahre in Familienbesitz: Den Anfang hatte 1919 Georg Schüller gemacht. 1953 erhielt der Bau eine zweite Kegelbahn. Die erste Kegelbahn hatte man schon 1925 in Betrieb genommen. Einen Saal gab es bereits seit 1905. 1974 wurde das Haus renoviert.

Gaststätte und Saal des inzwischen der in Leverkusen ansässigen Stern-Brauerei gehörenden Objektes wurden umgebaut. Mitte der 1980er Jahre übernahm Dieter Hein das alte Gaststättengebäude.
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