Stolberg - So alt wie ihre Organisation dürfen die Jusos nicht sein

So alt wie ihre Organisation dürfen die Jusos nicht sein

Von: Jan Schlegelmich
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Sie stehen an der Vorstandsspitze der Jungsozialisten in der Stolberger SPD: Boris Weinstein, Tim Schmitz, Simon Deptalla, Arndt Kohn (v.l.n.r.). Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg. In der erhobenen, geballten Faust, die eine rote Rose umschließt und das „o” ersetzt, verbirgt sich die lange Geschichte. Faust und Rose entwickelten sich schon im 19. Jahrhundert zum Symbol der Arbeiterbewegung. Und noch heute ziert das Sinnbild das Logo der Jusos, der Jugendorganisation der SPD.

Auch auf der Fahne der Stolberger Jusos, die im Bürgerbüro der Stolberger SPD hängt, ist das Symbol nicht zu übersehen. „Aber wie lange es die Jusos in Stolberg schon gibt, weiß ich nicht. Auf jeden Fall schon sehr lange”, kann Arndt Kohn die Anfänge der Jugendorganisation in Stolberg, in der er zurzeit als Kassierer tätig ist, nicht ganz zurück verfolgen. Der Bundesverband der Jusos datiert seine Gründung hingegen auf das Jahr 1904, als sich am 10. Oktober 24 junge Arbeiter und Lehrlinge in Berlin zur ersten deutschen Arbeiterjugendorganisation, dem „Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins” zusammen schlossen.

So alt wie die Organisation kann und darf man freilich nicht sein, um den Jusos anzugehören. Mindestens 14 und höchstens 35 Jahre alt darf ein Juso-Mitglied sein. Eine Mitgliedschaft in der SPD ist - obwohl sich die Jusos als Organisation in der SPD definieren - seit 1994 nicht mehr Pflicht, umgekehrt ist jedes SPD-Mitglied unter 35 aber automatisch ein Juso.

So dürfte sich der Stolberger Verband bei der Kommunalwahl gleich doppelt über das überraschende Direktmandat für Patrick Haas gefreut haben, der die Organisation in dieser Legislaturperiode im Stadtrat vertritt. Mit Martin Peters gehört den jungen Sozialdemokraten sogar ein Mitglied des Städteregionstags an.

„Viele von uns bringen sich auch in den Ortsverbänden und der Fraktionsarbeit ein”, erzählt der Juso-Vorsitzende Tim Schmitz, der wie Dana Manoliu, Arndt Kohn und Boris Weinstein als sachkundiger Bürger in den jeweiligen Ausschüssen das beste Beispiel dafür liefert. Darüber bekleiden mit Martin Peters und Arndt Kohn zwei Jusos die Ämter des Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden im Stadtverband; Patrick Haas ist zudem Beisitzer im Vorstand der Fraktion.

Dementsprechend gut ist das Verhältnis zum Stadtverband sowie zur Ratsfraktion der SPD. „Unsere Anträge werden von der Fraktion meistens mitgetragen”, verdeutlicht Kohn den positiven Einfluss der Jusos, wobei sich die Jusos aus den unterschiedlichen Gremien immer über den aktuellen Stand austauschen.

Dieser Austausch findet jeden zweiten Dienstag ab 20 Uhr im Bürgerbüro der SPD im Steinweg statt. Von den insgesamt 36 Mitgliedern, die die jungen Genossinnen und Genossen in Stolberg zählen, trifft man dort vor allem die 14 aktiven Vorstandsmitglieder an. „Wir konzentrieren uns darauf, dass alle Aktive auch im Vorstand mitarbeiten können”, sagt Boris Weinstein, der selbst stellvertretender Vorsitzender ist und jeden Interessierten einlädt: „Es ist kein Problem, einfach mal bei uns vorbei zu kommen.”

Neben den Diskussionen über tagespolitische Themen stehen bei den Zusammenkünften der Jusos auch die Planungen verschiedener Aktionen auf dem Programm. So laufen bereits die Planungen für den „Rock im MaiÓ, der dann bereits zum achten Mal stattfindet. Dabei kommt es den Jusos aber immer darauf an, zu dem Spaß solcher Veranstaltungen auch einen politischen Inhalt zu transportieren. „Es wird immer etwas transportiert. Und wenn es nur die Toleranz gegenüber anderen ist”, verdeutlicht Arndt Kohn.

Darüber hinaus verweist Tim Schmitz auf die Initiative der Jusos beim Nachtbus, der in Zukunft von Aachen nach Stolberg fahren soll. Bei ihrer letzten gemeinsamen Aktion unterstützten die jungen Sozialdemokraten die Stolberger Tafel bei ihrer Weihnachtsaktion. Und auch in Zukunft wollen die Jusos - unter Berücksichtigung der stark eingeschränkten finanziellen Mittel der Stadt - weiterhin für die Bedürfnisse der Stolberger Jugend eintreten: „Es hat sich ja schon viel getan mit dem Jugendbus und dem Jugendsozialarbeiter Frank Döhla”, meint Boris Weinstein. „Aber das reicht natürlich nicht. Dafür sind wir ja auch da, um auf weitere Dinge aufmerksam zu machen.”
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