„Slow-Night“: Nicht nur ruhige Musik in der Stolberger Altstadt

Von: Dirk Müller
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Ali Döhler (l.), Gerlinde Steigerwald und Hugh Featherstone begeisterten als „Slow-Night“ mit eigenständigen Interpretationen in der Altstadt. Foto: D. Müller

Stolberg. Mit einer nahezu meditativen Interpretation des Hits „Long as I can see the Light“ von „Creedence Clearwater Revival“ begann die Formation „Slow-Night“ ihr eindrucksvolles Konzert in der Musikkneipe „Piano“.

Auf dem harmonischen Soundteppich des Keyboards von Ali Döhler entfaltete sich Gerlinde Steigerwalds einfühlsamer Gesang zu den virtuosen Klängen der von Hugh Featherstone gespielten Gitarre. Stücke wie „Harvest“ von Neil Young, Stevie Wonders „Lately“ und „Who knows where the Time goes“ der „Fairport Convention“ mit ihrer Sängerin Sandy Denny folgten in typischen und eigenständigen „Slow-Night“-Versionen.

Döhler und Featherstone versuchten nicht, die spartanische Besetzung des Trios mit lediglich zwei Instrumenten gewollt zu kompensieren, sondern „Slow-Night“ besann sich gekonnt auf das Wesentliche der Songs und präsentierte stimmige Interpretationen nach eigenem Gusto. „Es ist kein Zufall, dass wir uns ,Slow-Night‘ nennen. Entdecken Sie mit uns die Langsamkeit“, lud Featherstone das begeisterte Publikum ein. Dabei entpuppte sich das Konzert in der Altstadt als viel mehr als nur die musikalische Entdeckung der Langsamkeit: Die Band intonierte leidenschaftlich Musik, die berührt, unter die Haut geht und auch romantisch zum Träumen verführt.

„Slow-Night“ bot im „Piano“ Sound, in den die Gäste sich getrost fallen lassen konnten, da die harmonischen Klanggefüge sie stets auffingen, sanft und warm betteten. Schon bei James Taylors „Fire and Rain“ überzeugte auch der zweistimmige Gesang, als Steigerwald an Temperament zulegte und von Featherstone unterstützt wurde. Hoch atmosphärisch sangen beide Songs wie „Dead Man“ von „U2“ glänzend im Duett. So auch „Every Breath you take“ von „The Police“, bei dem sich besonders bemerkbar machte, dass „Slow-Night“ schon seit fünf Jahren zusammen musiziert, Döhler und Featherstone sogar bereits seit zwei Jahrzehnten gemeinsam auf den Bühnen stehen.

Zunächst von Ali Döhlers originellen Keyboard getragen, setzte Hugh Featherstone seine Gitarre zunehmend in Szene, und als sein Gesang mit Gerlinde Steigerwald im Duett einsetzte, war der Gänsehaut-Effekt komplett.

Die virtuose „Langsamkeit“ kam in der Altstadt sehr gut an, doch „Slow-Night“ konnte auch anders: Natalie Imbruglias „Torn“ servierte das Trio voller Würze. Die Musiker schalteten gleich zwei Gänge höher und beeindruckten mit einer peppig-flotten Version der Ballade, die energiegeladen das Publikum mitriss. Mit Stücken unter anderem von Joni Mitchell, Billy Joel, John Lennon und Peter Gabriel oder dem großartigen „Besame Mucho“ von Consuelo Velázquez empfahl sich „Slow-Night“ ausdrücklich für weitere Besuche in der Kupferstadt.

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