SkF Stolberg feiert 100. Geburtstag mit Annette Schavan

Von: Michael Grobusch
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Herzliche Begrüßung: Anneliese Frick (r.), langjähriger Vorsitzende des SkF Stolberg, und Festrednerin Annette Schavan. Foto: H. Eisenmenger
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Zahlreiche geladene Gäste waren in den Zinkhütter Hof gekommen, um das 100-jährige Bestehen des SkF Stolberg zu feiern und zu würdigen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Nein, über Titel wurde im Zinkhütter Hof nicht diskutiert. „Wir haben Annette Schavan nicht als Politikerin, sondern als Person eingeladen. Für uns ist sie ein absolut integerer und interessanter Mensch“, hatte Margit Schmitt bereits im Vorfeld erklärt. Interessant, ja geradezu spannend war es dann auch tatsächlich, was die nach der Entziehung ihres Doktorgrades im Februar zurückgetretene, ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung an diesem Abend zu berichten hatte.

Den Festakt im Industriemuseum, bei dem das 100-jährige Bestehen des SkF Stolberg gefeiert wurde, nannte Schavan „einen Termin aus alter Liebe“. Das durfte gleich in zweifacher Hinsicht gelten. Denn als Abteilungsleiterin im Generalvikariat in Aachen hat die 58-Jährige die Region und auch Stolberg zwischen 1984 und 1987 kennen und schätzen gelernt. Und als bekennende Christin ist sie dem Glauben und der Kirche ähnlich stark verbunden wie der SkF, der seine Wurzeln im 1913 gegründeten „Katholischen Fürsorgeverein“ hat.

„Wofür tragen Christen Verantwortung“, fragte Schavan, um auf die Überschrift ihrer Festrede im Anschluss selbst eine Antwort zu geben. Von den ersten Christen werde berichtet, dass die miteinander gebetet und um die Armen gewusst hätten. Und der SkF habe von Beginn an das Ziel ausgegeben, für diese Armen konkrete Hilfe zu leisten. Immer wieder fiel der Name Agnes Neuhaus, wurde an die Ideale der Begründerin des „Vereins vom Guten Hirten“ erinnert, der erst seit 1968 den Namen „Sozialdienst katholischer Frauen“ trägt.

„Der SkF ist ein Seismograph der gesellschaftlichen Wirklichkeit“, schwärmte Annette Schavan und stufte den Sozialverband als wichtigen Partner der Politik ein. „Der Einfluss ist am größten, wenn man aus der praktischen Erfahrung heraus beraten kann. Das unterscheidet den Sozialdienst katholischer Frauen von Theoretikern und Lobbyisten.“

Wie die Praxis des SkF und seiner derzeit 188 hauptamtlichen Mitarbeiterin aussieht, vermittelten die mit Dias unterlegten Interviews auf der Bühne. Cornelia Stöcker beispielsweise erläuterte die Arbeit im Agnesheim sowie in den Außenwohngruppen und berichtete von einer neuen Herausforderung: „Es kommen immer mehr minderjährige Flüchtlinge ohne erwachsene Begleitung zu uns. Das haben wir bisher so noch nie erlebt“, erklärte die Leiterin.

Viel zu erleben gibt es auch in der Tagesstätte für spanische Kinder, die mit ihrem Angebot längst über das hinausgeht, was der Name vermuten lässt. „Die Welt trifft sich im Kindergarten“, benannte Anja Kordes das Motto ihrer Einrichtung, wo derzeit Kinder aus elf Nationen betreut werden – davon 14 unter Dreijährige. Diese Zahl kann Claudia Breuer sogar noch überbieten. Als Leiterin der Kita „Zwergenburg“ zählt sie unter den 40 Mädchen und Jungen rund die Hälfte, die jünger als drei Jahre ist – eine Quote, die für Stolberg einmalig ist.

Einmalig, das stellte SkF-Geschäftsführerin Margit Schmitt lobend heraus, sei auch das unermüdliche Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer. 60 Jahre lang sei die Arbeit ausschließlich von ihnen geleistet worden. „Erst in den letzten 40 Jahren sind hauptamtliche Kräfte dazugekommen.“ Alle gemeinsame nahmen sie an der Feier zum 100. Geburtstag des SkF Stolberg teil, die mit einem von Weihbischof Johannes Bündgens in der Kirche Herz Jesu zelebrierten Gottesdienst eröffnet worden war und dann im Zinkhütter Hof fortgesetzt wurde. Bei Musik von Christoph Leuchter und seiner Band und Unterhaltung durch „Die Fleddermäuse“ wurde es ein Abend, der dem Anlass in allen Belangen gerecht wurde.

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