SkF erweitert den Bewerberkreis

Von: Michael Grobusch
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Kinder, für die eine Erziehun
Kinder lernen, wenn sie an Pflanzen riechen und auf Bäume klettern, wenn sie ihren Körper ertasten oder einfach nur matschen. Foto: imago&people

Stolberg. Es ist wohl nicht übertrieben, von einer dramatischen Situation zu sprechen und zu schreiben. Denn um mehr als 80 Prozent übersteigen die Nachfragen das vorhandene Angebot. Und das wiegt in diesem Fall besonders schwer, weil es um die Bereitstellung von Erziehungsstellen geht.

Die vermittelt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Stolberg in der Kupferstadt und der Region, erhält zugleich aber Anfragen aus ganz Deutschland. Um diesen zumindest etwas besser und häufiger entsprechen zu können, hat der Sozialverband jetzt in Absprache und Kooperation mit dem Landschaftsverband Rheinland und gemeinsam mit einer Vielzahl anderer Träger das Anforderungsprofil für Bewerber verändert.

Fortan soll es Familien und Paaren auch dann möglich sein, ein besonders betreuungsintensives Pflegekind aufzunehmen, wenn nicht einer der beiden Erwachsenen, wie bislang Bedingung, eine pädagogische, heilpädagogische oder psychologische Ausbildung vorweisen kann. „Auch in Zukunft werden eine besondere Eignung und Vorkenntnisse vorausgesetzt. Wir wollen den möglichen Bewerberkreis aber nicht mehr nur auf Fachleute beschränken”, erläutert Edeltraud Krieweth vom „Fachdienst für Erziehungsstellen” des SkF.

Der Schritt ist wohl überlegt und eng abgestimmt mit dem Landschaftsverband, der für die ergänzende Qualifikation insgesamt acht Seminartage in Köln anbietet. Hinzu kommt die Vorbereitung durch den SkF, der auch die persönliche Eignung, die Bereitschaft zum Öffnen des bestehenden Familiensystems und die Beratungsoffenheit als „grundlegende Voraussetzungen” (Krieweth) überprüft.

„Man darf nicht vergessen, dass ein Platz in einem Heim um ein Vielfaches teurer ist als eine private Unterbringung”, gibt Kornelia Stöcker zu bedenken. Doch die Leiterin des Stolberger Agnesheims, die in engem Kontakt mit ihren Kolleginnen von Fachdienst steht, hält die fachlichen Argumente für noch viel wichtiger als die finanziellen. „Die pädagogische Qualität von einer Heimgruppe ist immer niedriger als die einer Pflegefamilie.”

Und das sei im Falle von Kindern und Jugendlichen, die nicht einen „normalen” Pflegeplatz, sondern eine intensiv betreute Erziehungsstelle benötigen, ein ganz entscheidender Unterschied. „Diese Kinder haben in ihrem bisherigen Leben viele Belastungen erleben müssen bis hin zu Vernachlässigung und Gewalt. Sie sollen in einem neuen familiären Rahmen Sicherheit, Zugehörigkeit und Vertrauen entwickeln können”, beschreibt Krieweth die Zielrichtung der Arbeit.

Besondere Herausforderung

Diese stellt für die Erwachsenen bzw. alle Mitglieder einer aufnehmenden Familie eine besondere Herausforderung dar, wie Kornelia Stöcker betont: „Man darf sich das nicht zu leicht vorstellen. Eine Erziehungsstelle ist mit sehr viel Arbeit und zum Teil auch mit großen Belastungen verbunden.” Weil das so ist, vermittelt der SkF nicht nur Erziehungsstellen, sondern gewährleistet auch eine kontinuierliche Begleitung und Un
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