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Sind kleine Münzen bald auch in Stolberg Geschichte?

Von: Lara Glantschnig und Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
Cent Münzen
In Kleve sind die Ein- und Zwei-Cent-Münzen schon Vergangenheit. Und auch Stolberger befürworten diese Idee. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Stolberg. Die Stadt Kleve macht es vor: Dort wird seit Anfang Februar im Einzelhandel auf Ein- und Zwei-Cent-Münzen verzichtet. Der Grund: Eine EU-Verordnung verpflichtet Geldinstitute dazu, jede Münze auf ihre Echtheit zu überprüfen. Das kostet Geld – Kosten, die viele Banken an ihre Kunden weitergeben.

Um dem entgegenzuwirken, haben sich einige Händler in Kleve dazu entschlossen, auf die kleinsten Münzen zu verzichten. Für die Kunden bedeutet das: Auf- oder abrunden – und zwar auf Fünf-Cent-Beträge. Vorbild für dieses Modell sind die benachbarten Niederlande, wo das schon seit Jahren so gehandhabt wird.

In Kleve ist die Teilnahme für Händler und Kunden derzeit allerdings noch freiwillig. Wer nicht auf- oder abrunden möchte, erhält sein Geld bis auf den Cent genau zurück.

Andere Städte, wie die Kupferstadt, könnten dem Beispiel aus Kleve nun folgen. Und auch wenn eine generelle Abschaffung bislang kein Thema ist, so beschäftigen sich die Einzelhändler dennoch mit dem Gedanken. Einige Einzelhändler der Kupferstadt stehen dem Klever-Modell jedenfalls positiv gegenüber. Eine Umsetzung ist allerdings nicht für jeden Händler so einfach möglich.

„Da wir hier im Geschäft nur Preisendungen mit fünf Cent haben, würde es gar nicht zum Tragen kommen, wenn es keine Ein-Cent- und Zwei-Cent-Münzen mehr gäbe“, sagt Heiner Flink, Geschäftsführer des gleichnamigen Sporthauses. „Bei uns ist das also irrelevant. Grundsätzlich ist das aber schon ein bisschen nervig, wenn man so viel Kleingeld im Portemonnaie hat, und in anderen Branchen wie Bäckereien oder Supermärkten ist es sicherlich lohnenswert“, sagt Flink.

Vorgegebene Preise

Verkäufer Houssem Majevi aus einem Stolberger Drogeriemarkt sagt: „Ich denke, es würde durch eine Abschaffung wirtschaftliche Konsequenzen geben. An der Kasse ginge es natürlich dann viel schneller und auch generell fände ich es besser, wenn es das Kleingeld nicht mehr geben würde.“

Auch Bettina Krüpe von der Bücherstube am Rathaus sieht einer Abschaffung der Münzen eher positiv entgegen, wenngleich dies in einer Buchhandlung gar nicht so leicht umzusetzen wäre: „Ein-Cent-Stücke gibt es nicht am Automaten, man muss sich immer am Schalter der Geldinstitute anstellen, wenn man welche benötigt. Bücher haben allerdings einen festen Preis, also haben wir nicht die Möglichkeit, auf- oder abzurunden.“

Helga Rudolf, Verkäuferin der Parfümerie Becker in der Rathausstraße, sagt: „Mir wäre das schon lieb, wenn die roten Münzen abgeschafft würden, dann hätte ich nicht mehr so viel Kleingeld in der Tasche. Ob dies Auswirkungen auf die Filiale hätte, weiß ich nicht.“

Fazit: Für die Geschäftswelt ist es je nach Branche gar nicht so leicht, einfach bestimmte Preise auf- oder abzurunden, weil sie vorgegeben werden. Fakt ist jedoch, dass zumindest privat einige gerne auf die kleinen, roten Münzen verzichten würden.

Bei der Stadtverwaltung wird dieses Thema derzeit ebenfalls noch nicht diskutiert, sagte der Sprecher der Stadt, Robert Walz, auf Anfrage. Ob auch die Stolberger Händler dem Klever Vorbild folgen werden, ist derzeit also noch offen. Denn auch wenn die Händler sich dadurch Gebühren bei den Geldinstituten sparen, könnte der Kunde am Ende draufzahlen.

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