Siegmund Conrads freut sich über Verdienstmedaille

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Siegmund Conrads hat mit seinen 68 Jahren schon eine ganze Menge auf die Beine gestellt – nicht nur für sich und seine Familie, sondern auch für die Menschen in seinem Wohnort Breinig. Dafür wurde er nun ausgezeichnet und bleibt dabei sympathisch bescheiden. Fotos (2): L. Beemelmanns Foto: Beemelmanns
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Ende September wurde Siegmund Conrads (2.v.l.) von Städteregionsrat Helmut Etschenberg ausgezeichnet. Mit dabei waren unter anderem seine Frau Monika und Bürgermeister Tim Grüttemeier. Foto: Andreas Herrmann

Stolberg. Siegmund Conrads, Breiniger, 68 Jahre alt, sagt über sich selbst, dass sein innerer Motor ihn immer wieder antreibt. Ganz gleich ob Bandscheibenvorfall oder ein Fahrradunfall – immer wieder berappelt sich der rüstige Rentner und setzt sich ein für die Menschen in seiner näheren Umgebung.

Auch für die Senioren in seinem Ort und für Menschen, die seine Hilfe brauchen.

„Mein ganzes Leben ist sozial eingestellt“, sagt er und kann das sogar dokumentieren. Gleich zwei Bücher hat er zur Hand, in denen er nicht nur seine, sondern die Geschichte der Pfarre St. Barbara Breinig niedergeschrieben hat. Denn der Seniorentreff, für den er sich stark macht, besteht schon seit über zehn Jahren. Und immer mit dabei, bei jeder Tour, immer Ansprechpartner bei Fragen, das war und ist Siegmund Conrads.

Und weil er sich so sehr für seine Mitmenschen einsetzt, ist er nun sogar mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Wie sich das anfühlt und warum sich Siegmund Conrads so gerne für die Menschen in seiner Umgebung einsetzt, darüber hat er im Interview mit Laura Beemelmanns gesprochen.

Herr Conrads, eine so bedeutende Auszeichnung erhält man ja nicht alle Tage. Was muss ich dafür tun, um auch mal eine solche von Bundespräsident Gauck zu kriegen?

Conrads: Der Orden muss ja von jemandem beantragt werden. Daher wusste ich zunächst gar nichts davon. Nominiert wurde ich dann vom Seniorentreff der Pfarre St. Barbara Breinig. Einer oder zwei aus dem 27 Personen starken Team muss das wohl gewesen sein. Wir alle arbeiten schon seit 2002 gemeinsam – und das ehrenamtlich.

Und was vermuten Sie, warum ausgerechnet Sie für diesen Antrag ausgewählt wurden?

Conrads: Das ist eine gute Frage. Aber ich muss sagen, ich war schon mein ganzes Leben lang immer sehr sozial eingestellt – schon von Jugend an. Mein innerer Motor treibt mich immer wieder an, etwas für meine Mitmenschen zu tun. Und für mich ist das auch nichts Besonderes, sondern selbstverständlich. Ich sage immer ,wer rastet, der rostet‘ und das habe ich trotz zweier Operationen wegen eines Bandscheibenvorfalls immer versucht durchzuhalten. Meine Frau sagt hin und wieder, dass ich besser auf meinen Rücken aufpassen soll. (lacht)

Wie haben Sie denn davon erfahren, dass Sie die Verdienstmedaille kriegen werden?

Conrads: Ich habe einen Anruf von der Städteregion Aachen bekommen und einen von der CDU aus dem Ort. Mir wurde dann gesagt, dass der Bundespräsident unterschrieben hätte und wann die Verleihung sein wird und dass ich noch 20 Leute nennen darf, die dann von der Städteregion eingeladen wurden. Meine Frau und Bürgermeister Tim Grüttemeier waren automatisch mit eingeladen, also habe ich noch meine Familie, Freunde und Nachbarn mitgenommen.

Haben Sie damit gerechnet, dass das jemals passieren könnte?

Conrads: Nein, nie. Das muss man zuerst mal verarbeiten. Damit rechnet man wirklich einfach nicht. Ich sage ja, für mich ist meine Arbeit selbstverständlich.

Was macht Ihre ehrenamtliche Arbeit aus?

Conrads: Ich war einfach immer schon sozial engagiert. Damals im Beruf, als ich noch bei der Deutschen Bundesbahn tätig war, und auch jetzt in den Vereinen. Ich bin beim Schützenverein St. Sebastianus Breinig, Übungsleiter für Förderturnen beim Turnverein, war lange im Männerballett der Katholischen Jugend Breinig, ich bin in der CDU vertreten und eben beim Seniorentreff aktiv.

Und was reizt Sie daran?

Conrads: Ich bin einfach so eingestellt. Wenn ich sehe, dass einer nicht mehr kann, dann frage ich immer, ob ich helfen kann. Das kommt alles spontan, ich mache das dann einfach und denke nicht lange darüber nach. Das steckt einfach in mir. Aber es ist ja nichts, was nur ich alleine mache. Das würde auch gar nicht funktionieren. Allein beim Seniorentreff sind wir 27 Personen. Und weil ich das nicht alles alleine mache und schaffen kann, habe ich das Team für den Städteregionspreis vorgeschlagen.

Wie geht und ging das alles mit dem Familienleben überein?

Conrads: Wir haben immer Familie gelebt. Darauf bin ich auch sehr stolz. Wir waren früher jedes Wochenende mit den Kindern unterwegs. Wir hatten alle Tiere – außer Affen (lacht). Das war bei uns früher so eine Art Hobby-Landwirtschaft. Wir hatten Kühe, Ponys, Schafe und all sowas. In Zweifall waren die Tiere untergebracht, da haben wir Wiesen. Für die Familie war das immer schön und meine ehrenamtliche Arbeit war da nie ein Problem.

Zeit für Urlaub hatten Sie also auch immer mal wieder?

Conrads: Na klar.Wir fahren gerne an die See. Uns gefällt Deutschland besonders gut. Ab und zu geht es dann auch in die USA, denn da lebt unser Sohn seit mittlerweile 22 Jahren. Allerdings bevorzugen wir üblicherweise Reisen per Bus und Bahn, denn meine Frau hat ein wenig Flugangst. Was wir auch gerne machen, ist Wandern. Ich bin auch schon ein paar Mal den Jakobsweg gepilgert.

Haben Sie auch Zeit für Hobbys?

Conrads: Ja, ich baue Krippen. Im Keller habe ich einen Hobbyraum

Herr Conrads, jetzt müssen Sie aber auch mal beschreiben, wie es sich angefühlt hat als Sie die Auszeichnung erhalten haben?

Conrads: Zunächst hatten wir ja versucht, dass der Herr Etschenberg nach Breinig kommt. Aber das ging leider nicht. Also sind wir alle nach Aachen. Das war eine sehr schöne Feier. Helmut Etschenberg hat eine lange Rede gehalten. Er hat Dinge erwähnt, die ich selbst schon nicht mehr wusste (lacht). Ich dachte nur ,das hast du alles gemacht?‘ – aber ja, das war sehr gut recherchiert. Im Anschluss durften dann auch Freunde und Familie etwas sagen. Das haben meine Schwiegersöhne und Töchter dann auch gemacht.

Haben Sie danach überhaupt noch etwas sagen können oder ist man da nicht sehr emotional?

Conrads: Ja, da muss man schon mal Schlucken. Ich war etwas nervös, das muss ich zugeben, aber ich denke, dass ich es gut über die Lippen gebracht habe. Danach haben wir ein paar Fotos gemacht und mit Keksen und Getränken erst mal angestoßen. Anschließend haben wir dann zusammen mit dem Team vom Seniorentreff, einigen Heimbacher Pilgern und Schützen, Nachbarn und Freunden einen Umtrunk gemacht. Das war eine sehr schöne Feier – mit so circa 85 Leuten.

Und jetzt mal so unter uns, Herr Conrads, tragen Sie die Medaille ab und zu?

Conrads: Nein, die darf man nur zu besonderen Anlässen tragen. Es gibt dafür sogar extra eine Trageordnung.

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