Sieben Amöben mit einem markanten Kern

Von: Jürgen Lange
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Aufenthaltsqualität nicht nur für Enten: Der Bastinsweiher und die Wiese Frankental sollen als Ruhe- und Verweilzone mehr in den Mittelpunkt der Innenstadt gerückt Foto: J. Lange

Stolberg. Die Innenstadt gleicht einer Perlenkette, auf der sieben Amöben aufgereiht sind, die mit einen eigenständigen Zellkern zum pulsierenden Leben in Stolberg beitragen. Den Griff in die Namenskiste der Biologie vollzogen die Städteplaner, weil die einzelligen Urtierchen mit fließenden Formen so markant sind für das, was die City von Stolberg ausmacht.

Entlang der Vicht haben sich im Laufe der Zeit sieben Bereiche herauskristallisiert, die einen eigenen Charakter aufweisen und fast schon einen eigenständigen Lebensrhythmus aufweisen. Den gilt es zu stärken mit feinen Spritzen öffentlicher, aber vor allem auch privater Investitionen.

Leitlinien dazu hat die Deutsche Stadt und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) zusammen mit der Bonner Planungsgruppe Heichel, der Verwaltung und betroffenen Institutionen und Planern in Stolberg erarbeitet. Dieses „Entwicklungskonzept Talachse Innenstadt” wird am kommenden Donnerstag dem Ausschuss für Stadtenwicklung und eine Woche später der Öffentlichkeit zur Debatte präsentiert. „Mit diesem Gesamtkonzept leisten wir wichtige Vorarbeiten für eine spätere Umsetzung”, verweist Andreas Pickhardt auf die novellierten Richtlinien für die Förderung von Städtebaumaßnahmen.

„Es werden keine einzelnen Projekte, sondern nur noch in einen Gesamtrahmen integrierte Vorhaben bezuschusst”, sieht der Fachbereichsleiter die Kupferstadt auf dem richtigen Weg, die Tür zur Realisierung von Investitionen in die Innenstadt in Zukunft aufstoßen zu können. Wie solche Injektionen in die Kupferstädter Infrastruktur im Detail aussehen können, daran wird die Verwaltung unter Federführung von Renate Geis in den Sommermonaten arbeiten, wenn die Bürger ihre Anregungen zu dem abgegeben haben, was die DSK basierend auf vorhandene Gutachten, auf eigener Analyse, auf eine Begehung mit Betroffenen sowie in zwei Workshops erarbeitet hat.

„Auf Grundlage der Leitbilder sollen Einzelmaßnahmen und Strategien zur Umsetzung entwickelt werden”, warnt Pickhardt vor allzu kurzfristigen Erwartungen: „Stadtentwicklung ist immer langfristig angelegter Prozess”. 10, 15, 20 Jahre könne es schon dauern, bis das ganze Konzept umgesetzt ist, „und dann können wir schon fast wieder am Anfang neu anfangen”, so der Fachbereichsleiter. Denn Entwicklung sei immer ein fließender Prozess.

Aktuell berücksichtigt das Konzept auf Basis der Leiziger Charta, die das Bild einer typisch europäischen Stadt mit funktionierendem Stadtkern beschreibt, und des Wandels in der Bevölkerungsstruktur wie im Einzelhandel, der Konzentration von Freizeit- und Kulturverhalten, einer gestiegenen Mobilität und dem Trend zurück in die Stadt. Mit einer Umsetzung erster Maßnahmen ist aber nicht vor 2011 zu rechnen.
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