SG Stolberg: Die „zweitbeste Lösung” soll nun her

Von: Kolja Linden
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Auch wenn der Sportplatz in Gressenich für die SG Stolberg nur zweite Wahl ist, mit feuchter Tristesse auf Asche soll es bald vorbei sein. Foto: K. Linden

Stolberg. Am liebsten wäre ihnen eine ganz andere Lösung. Daraus machen Axel Wirtz, Günter Alt und Anja Hompesch gar keinen Hehl. Als der FC Adler Werth und der SV Gressenich im vergangenen Jahr zur SG Stolberg fusionierten, da hatten die Vorstände der beiden Vereine die Sportplatzfrage aus gutem Grund noch ausgeklammert.

Der gemeinsame Vorstand, dem Axel Wirtz nun vorsitzt, ist das Problem aber angegangen und hatte sich schnell festgelegt. „Am liebsten wäre uns gewesen, den Gressenicher Sportplatz zu verkaufen und die Sportanlage in Werth auszubauen”, sagt Wirtz.

Dort hätte der Verein gerne einen zusätzlichen Kunstrasen errichtet und die Umkleiden zu einem Sportheim ausgebaut, zumal das Werther Gelände mit rund 37.000 m2 fast viermal so groß ist wie die Sportanlage Gressenich (ca. 10.000 m2).

„Und in Werth legt man sehr viel Wert darauf, dass im Ort weiter Sport getrieben wird”, sagt Günter Alt, der stellvertretende Vorsitzende.

Doch die erhoffte Ideallösung ist keine, sie scheitert an Auflagen des Landschafts- und Naturschutzes (siehe Info-Kasten). Dabei müsste man, wenn man den vorhandenen, sehr breiten Rasenplatz drehen würde, „nur ein paar Meter ins Naturschutzgebiet reingehen”, sagt Günter Alt.

Weil sich aber eine im Vorstand ebenfalls besprochene dritte Alternative - der Bau einer Sportanlage an einem ganz neuen Standort - laut Axel Wirtz nicht rechnet, bleibt aus Sicht der SG nur eine Möglichkeit: Die Errichtung eines Kunstrasens auf dem Sportplatz Bovenheck in Gressenich unter gleichzeitigem Erhalt des Rasens in Werth für den Spielbetrieb.

Der ist ohnehin gerade ausgebessert worden, außerdem hat der Rat der Stadt vergangene Woche erst die Erneuerung der sanitären Anlagen dort mit Mitteln des Konjunkturpakets II beschlossen. „Für uns ist das nur die zweitbeste Lösung”, stellt Axel Wirtz klar. „Dennoch haben wir im Vorstand einvernehmlich gesagt, dass wir diesen Weg gehen wollen.”

Diese Lösung sei nicht nur die einzig gangbare, sondern auch die preiswerteste, so Wirtz. Abgesehen von den Problemen mit dem Naturschutz würde ein Ausbau des Werther Sportplatzes inklusive Sportheim laut Wirtz 1,5 bis 1,6 Millionen Euro kosten. Weil eine Vermarktung des Gressenicher Sportplatzes nach seiner Berechnung maximal 700.000 bis 900.000 Euro einbringen würde, blieben Kosten in Höhe von 600.000 bis 900.000 Euro.

Zwar wollen sich die SG-Vorstandsmitglieder für den Umbau in Gressenich nicht auf Zahlen festlegen, aber grob rechnet man mit Kosten in Höhe von 250.000 Euro für die Umwandlung des Aschenplatzes in einen Kunstrasen und weiteren 100.000 Euro für einhergehende Arbeiten.

Und dabei setzt die SG Stolberg auf die Hilfe der Stadt. „Wir vertrauen darauf, dass wir wie alle anderen Vereine gleich behandelt werden”, sagt Axel Wirtz, wohlwissend, dass es eine Vorgabe der Politik gibt, nach der sich Fusionsvereine von einem Sportplatz trennen sollen, um beim Ausbau eines anderen unterstützt zu werden.

„Aber wir können ja nicht dafür bestraft werden, dass unsere Wunschlösung nicht geht”, sagt Wirtz und ergänzt: „Wir würden den Platz in Gressenich ja gerne verkaufen, aber in Werth zu bauen ist nun mal nicht möglich.” Das Gelände dort kann auch nicht als Bauland versilbert werden.

Geht es nach dem SG-Vorstand, würde die Stadt in Gressenich als Bauträger auftreten und den Kunstrasen auf der bestehenden Asche verlegen. Diese müsste nicht einmal entsorgt werden, lediglich eine neue Drainage wäre dazwischen anzulegen. Die Stadt soll auch für die dabei entstehenden Kosten aufkommen. Im Gegenzug will der Verein in Eigenleistung für die Randbebauung um den dann etwa 30 cm höher liegenden und etwas kleineren Platz sorgen.

Für Pflaster, Regenrinne und Umzäunung rechnet die SG mit etwa 100.000 Euro. „Das kann ein Verein mit 300 Mitgliedern so natürlich nicht leisten”, stellt Wirtz dar, dass eine Menge Eigenleistung genauso erforderlich sein wird wie Finanzspritzen durch Sponsoren.

Die Entscheidung liegt nun in der Hand der Politik, das erklärte auf Anfrage am Dienstag Ferdi Gatzweiler. Der Bürgermeister betonte jedoch, dass der „andere Sachverhalt” bei der SG berücksichtigt werden müsse. „Der Verein hat mit seiner Fusion Vorgaben des Rates erfüllt und wenn nichts zu verkaufen ist, dann muss man sehen, wie man damit umgeht”, so Gatzweiler.

Aus Vereinssicht ist nun Eile geboten, auch „weil die Finanzlage der öffentlichen Hand in Zukunft eher noch kritischer werden dürfte”, so Axel Wirtz. Für die Kicker würde sich jedenfalls ein Traum erfüllen, wenn vielleicht schon Ende des kommenden Jahres die Bagger anrollen würden.

Anja Hompesch, 2. stellvertretende Vorsitzende, hat sich jedenfalls in der Region schon einmal Kunstrasenplätze der neuesten Generation angeschaut und ist begeistert: „Da bleibt einem die Luft weg.”
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