Seniorenzentrum mit eigenem „Konjunkturprogramm”

Von: Kolja Linden
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Stolberg. Wenn derzeit in ganz Deutschland über das Konjunkturprogramm der Bundesregierung diskutiert und in jeder Kommune überlegt wird, wie die Millionen zu investieren sind, dann reden die Bewohner des Stolberger Seniorenzentrums am Amselweg höchstens halbherzig mit.

Doch das könnte sich ändern - wenn auch unter anderen Vorzeichen. Denn das, was Harold van Donzel am Mittwoch bei der Bewohnerversammlung unter Applaus ankündigte, kann man gut und gerne als „Konjunkturprogramm Seniorenzentrum” bezeichnen - ganz ohne die Bundesregierung. Der neue Geschäftsführer nutzte die Versammlung, zu der auch Vertreter der Kommunalpolitik ins Foyer am Amselweg gekommen waren, um eine erste Bilanz zu ziehen und neue Investitionen anzukündigen, die für dieses Jahr vorgesehen sind.

Und dabei konnte der Geschäftsführer, der vor seinem Dienstbeginn am 1. Oktober 2008 zwar freundlich, aber auch ein wenig misstrauisch begrüßt worden war, einige Pluspunkte sammeln. Zum Beispiel durch die Ankündigung, die Anwesenheit eines pflegerischen Dienstes auch abends und nachts einzurichten. „Wir sind gerade dabei, die Bewerbungen zu sichten”, sagte van Donzel und stellte als Starttermin den 1. Mai in Aussicht. Außerdem werde gerade ein Konzept erstellt, welche zusätzlichen Angebote der bereits existierende ambulante Dienst in Zukunft den Bewohnern des Zentrums machen kann.

„Deutlich auf Expansionskurs”

Der ambulante Dienst des Hauses, so habe man entschieden, soll sich weiter nach außen öffnen. „Wir gehen ganz deutlich auf Expansionskurs”, erklärte van Donzel, das auch mehr Nicht-Bewohner des Zentrums gepflegt werden sollen, wofür unter anderem ein neuer Dienstwagen für die Schwestern angeschafft werde. Auch ein ehrenamtlicher Dienst und eine Tagespflegebetreuung soll eingerichtet werden.

„Konjunkturprogramm Seniorenzentrum”, das gilt auch für Investitionen in die Häuser selbst. Bereits am Montag geht die neue Küche in Betrieb - nachdem es wegen der alten Probleme mit der Gewerbeaufsicht gegeben hatte. Im Erdgeschoss sitzen neue Fenster, ein Sonnenschutz folgt noch. Die Behindertentoilette im Erdgeschoss wurde mit einem Notfallschalter ausgestattet, der Toilettensitz umgebaut. Im Eingangsbereich steht ein Rollstuhl bereit für gehbehinderte Bewohner, die gebracht oder abgeholt werden.

Ganz weit vorne auf der Wunschliste, die die Bewohner bereits im vergangenen Herbst nicht nur intern formuliert, sondern auch an die Politik gerichtet hatten, steht eine Erneuerung der Aufzugsanlage, die für die Nutzung durch ältere Menschen nicht geeignet sei. Van Donzel versprach eine Generalüberholung nebst neuer Steuerungsanlage noch in diesem Jahr. Weitere Investitionen sind geplant in neue Teppichböden, Sonnenschirme, Türspione und Rollstuhlrampen an den Balkonen.

Nicht jeder Wunsch könne aber erfüllt werden, so der Geschäftsführer. Keine Versprechungen machte van Donzel deshalb zur Erneuerung der Kegelbahn, der Wiederbelebung einer Gastwirtschaft erteilte er eine Absage. Als „heißes Eisen” betrachtet van Donzel den Wunsch nach neuen Fenstern, hier wird zunächst ein Gutachter hinzugezogen. Eine neue Heizungsanlage würde wohl zu hohe Investitionskosten für die LEG bedeuten: „Da sollten wir nicht zu sehr drauf hoffen.”
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