Stolberg - Seniorenzentrum: Gatzweiler kontert Kritik der CDU

Seniorenzentrum: Gatzweiler kontert Kritik der CDU

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Das Hemd blieb zugeknöpft, aber dennoch hatte man den Eindruck, dass dem Bürgermeister der Kragen zu platzen drohte. „Die CDU sagt bewusst die Unwahrheit”, wählte Ferdi Gatzweiler deutliche einleitende Worte, als er am Freitag gegenüber unserer Zeitung Stellung bezog zur aktuellen Situation des Seniorenzentrums am Amselweg.

Und er legte nach: „Ich finde es erschreckend, wie die CDU das Thema aus rein parteipolitischem Kalkül ausnutzt und die Bewohner und damit das gesamte Umfeld verunsichert.”

Der Kritik der Christdemokraten, dass die Politik erst mit Verspätung über das aktuelle Defizit und die damit verbundene Gefahr der Insolvenz informiert worden sei, wies Gatzweiler zurück. Und ehe er ins Detail ging, formulierte er seine Kernbotschaft: „Das Seniorenzentrum ist gesichert.”

Am 1. Februar habe der neue Geschäftsführer Sascha Saßen den Bürgermeister um eine Abschlagszahlung zur Deckung des Defizites gebeten. „Daraus ist dann sehr zeitnah eine Vorlage entstanden.” Bereits am 22. Dezember aber hätten alle Fraktionen den vorläufigen Abschlussbericht für das Jahr 2010 erhalten. „Und jedem, der ihn gelesen hat, musste klar sein, dass das Ergebnis negativ ausfallen würde.”

Seine Einschätzung, dass die Einrichtung grundsätzlich auf einem Konsolidierungskurs steuere, revidiert Ferdi Gatzweiler nicht. „Die wirtschaftliche Situation hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, die Bilanzen wiesen jeweils eine schwarze Null auf.” Und: „Der Wirtschaftsplan für 2011 geht von einem Plus in Höhe von 30.000 Euro aus.”

Darin sei auch eine geringere Belegungsquote bei der stationären Pflege berücksichtigt, die 2010 so nicht vorgesehen gewesen war und ab dem Sommer wesentlich zu dem jetzt ermittelten Defizit von rund 50.000 Euro beigetragen habe. „Wir dürfen zudem nicht vergessen, dass die Aufzugsanlage erneuert und im gesamten Haus der Teppichboden ersetzt worden ist”, verweist Gatzweiler auf außergewöhnliche Ausgaben.

Der Kritik der CDU begegnet er mit einigen Zahlen aus der Vergangenheit: „In der Zeit der absoluten CDU-Mehrheit in Stolberg musste die Stadt zum Teil erheblich Zuschüsse leisten. 1999 beispielsweise waren es umgerechnet 250.000 Euro, im Jahr 2003 knapp 283.000 Euro.” Und der Bürgermeister setzt noch einen Seitenhieb: „Über das Defizit aus dem Jahr 2000 ist der Hauptausschuss am 14. April 2002, also erst mehr als zwei Jahre später, informiert worden.”

Das politische Gerangel will Ferdi Gatzweiler mit Rücksicht auf die Bewohner und ihre Angehörigen sowie die Mitarbeiter dennoch beenden. „Es gibt noch viel Beratungsbedarf”, räumt er vor allem mit Blick auf die bis dato erfolglose Suche nach einem Investor und die daraus resultierende Frage nach dem zukünftigen Betreibermodell für das Seniorenzentrum ein. Deshalb soll ein ständiger Arbeitskreis eingerichtet werden, an dem alle Fraktionen beteiligt sind.

„In dieser Runde können wir dann über die Sachfragen diskutieren, statt in der Öffentlichkeit einen Streit auszutragen.” Einen Punkt klammert Gatzweiler allerdings vorab aus: die vor allem vom stellvertretenden CDU-Fraktionsvorsitzenden Hans-Josef Siebertz zum wiederholten Male geforderte Übernahme des Hauses durch die Stadt Stolberg. „In unserer aktuellen finanziellen Lage kann ich es gegenüber der Stolberger Bevölkerung nicht verantworten, 5,8 Millionen Euro zum Kauf des Seniorenzentrums auf den Tisch zu legen.”
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