Seniorenzentrum: Gabriele Makola blickt im Interview auf Aufgaben

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Gabriele Makola steckt voller Tatendrang. Sie übernimmt zum heutigen 1. Oktober die Geschäftsführung des städtischen Seniorenzentrums auf der Liester und hat viel vor. Auf ihrer To-Do-Liste: Die Qualität in der Pflege erhalten und das Haus auf alle Fälle modernisieren. Foto: K. Menne

Stolberg. Gabriele Makola sprüht vor Energie. Die 50-Jährige übernimmt zum heutigen 1. Oktober die Geschäftsführung des städtischen Seniorenzentrums auf der Liester und kann es kaum erwarten, das Haus zu modernisieren, die Außenfassade neu zu gestalten und all die Veränderungen, die ihr Vorgänger Sascha Saßen bereits auf den Weg gebracht hat, umzusetzen.

„Das Haus muss wieder leben“, sagt sie im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Katharina Menne und strahlt dabei übers ganze Gesicht.

Woher nehmen Sie Ihre Energie, Frau Makola?

Makola: Ich spiele Handball bei der Alemannia Aachen. Das gibt mir sehr viel Energie, ist aber auch mein Ventil, um überschüssige Energie loszuwerden. Außerdem ziehe ich daraus meine Ausdauer, meine Belastbarkeit und auch meine Teamfähigkeit. Sportarten, wie Tauchen und Fallschirmspringen sorgen für mein Gleichgewicht und dienen der Selbstpflege.

Wow, Sie sind ja ein ganz schöner Adrenalin-Junkie…

Makola: Naja, mein Tatendrang kommt halt nicht von ungefähr.

Was möchten Sie denn hier im Seniorenzentrum auf der Liester alles anpacken?

Makola: Zunächst ist mir wichtig, die Pflegequalität sicher zu stellen. Wir werden die verschiedenen Arbeitswege analysieren, um ressourcenorientiert arbeiten zu können. Auch möchte ich ein ausgewogenes Gesundheitsmanagement etablieren und eine gesunde Fehlerkultur einführen. Wir müssen lernen, nicht zu fragen, wer was falsch gemacht hat, sondern warum es passiert ist. Ich möchte mündige Mitarbeiter haben, die in ihrer Autonomie keine Ängste vor Entscheidungen haben und die Transparenz lieben, so wie ich.

Aber Sie nehmen nicht nur die Pflege in den Fokus. Was ist in den nächsten Jahren noch alles geplant?

Makola: In den letzten Jahren wurde in die Immobilie kaum investiert. Deshalb bin ich froh, dass das gesamte Gebäude jetzt endlich renoviert wird. Nächstes Jahr beginnen schon die Arbeiten. Es wird eine aufregende Zeit. Für die Fassade würde ich mir einen Eyecatcher wünschen – irgendetwas Lebendiges, Farbenfrohes.

Wir möchten unsere Mieter in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen, vorausgesetzt der Eigentümer trägt den Vorschlag mit. Nebenbei arbeiten wir an unserem Logo und möchten das Corporate Design modifizieren. Unser Neubauvorhaben für unseren stationären Bereich inklusive einer Tagespflege, der Ausbau des ambulanten Dienstes und die Erschließung neuer Marktanteile werden allen Beteiligten viel Disziplin abverlangen.

Wie sähe für Sie denn die perfekte Pflegeeinrichtung aus, in der Sie selbst alt werden möchten?

Makola: Ich habe eine Vision von einem stationären Bereich mit großen, hellen Räumen. Meine eigene Individualität beizubehalten wäre mir unheimlich wichtig, genauso wie ein wertschätzender Umgang. Dass die Mitarbeiter auf meine Wünsche und Bedürfnisse eingehen und und dass ich nicht zwingend um 9 Uhr gewaschen und gekleidet am Frühstückstisch sitzen muss, weil es ab 10 Uhr nichts mehr zum Essen gibt. Am liebsten aber würde ich später einmal so lange es geht in meiner häuslichen Umgebung bleiben.

Ihre Vision klingt fantastisch. Aber ist das bezahlbar?

Makola: Ich denke schon. Respekt und Wertschätzung vor dem Alter kosten nichts. Den Wandel in der Pflege können wir nicht aufhalten, nur mit ihm gehen. Qualitativ hochwertige Pflege gibt es schon, aber nicht umsonst. Das sollte allen Beteiligten – Staat, Angehörige, Politik – eigentlich klar sein.

Worauf sollte man denn achten, wenn man nach einem Pflegeplatz für Mutter oder Vater sucht?

Makola: Als Pflegesachverständige habe ich den Leuten immer empfohlen, sich nicht von Siegeln oder Zertifikaten irritieren zu lassen. Vielmehr sollten Angehörige auf ihre eigene Beobachtung setzen und die Einrichtungsatmosphäre auf sich wirken lassen: Farben, Stimmen und Gerüche, wie Mitarbeiter miteinander und mit den zu Betreuenden umgehen, ob man als Angehöriger wahrgenommen wird. Es ist nicht immer entscheidend, wie teuer eine Einrichtung ist.

Wie war Ihr Werdegang denn bis hier?

Makola: Ich bin examinierte Kinderkrankenschwester. Die Ausbildung habe ich damals in Witten absolviert und war bereits Mutter einer einjährigen Tochter. Ich habe stets als Vollbeschäftigte gearbeitet und musste lernen, meine Karriere und mein Kind unter einen Hut zu bringen. Im Jahr 1999 habe ich mich zur Pflegedienstleitung weitergebildet.

Dann folgten die Ausbildung zur zertifizierten Pflegesachverständigen und später mein Studium zur Diplom-Pflegewirtin. Alle Bildungsstationen habe ich berufsbegleitend absolviert. Ich war unter anderem für das Diakonische Werk und den Caritasverband tätig. Zuletzt bin ich jedes Wochenende von Aachen nach Augsburg und zurück gependelt, wo ich die Leitung der dort ansässigen Sozialeinrichtungen inne hatte.

Mit der Aufgabe hier in Stolberg bin ich sozusagen in die Heimat zurückgekehrt und habe vor, lange zu bleiben… mindestens die nächsten 14 Jahre, bis zum Eintritt ins Rentenalter.

Was hat Sie damals dazu bewogen, einen Pflegeberuf zu ergreifen?

Makola: Ich mache es aus der Überzeugung, der älteren Generation etwas zurückgeben zu können. Diesen Beruf mit hohem Maß an Teamgeist, Selbständigkeit, Disziplin und Verantwortung muss man lieben, um ihn gut machen zu können. Die Arbeit ist abwechslungsreich und menschennah. Als Führungskraft gebe ich meine Erfahrungswerte an die jüngeren weiter. Das macht mich zufrieden.

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?

Makola: Ich selbst wurde in meiner beruflichen Laufbahn mit sehr unterschiedlichen Stilen konfrontiert: von familiär über cholerisch bis autoritär. Ich glaube eine Mischung aus verschiedenen, situationsabhängigen Rollen ist wichtig und die Flexibilität, sich auf verschiedene Bedürfnisse und Persönlichkeiten einzustellen. Was meine Arbeit auszeichnet, sind Transparenz, Kommunikation und Qualität.

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