Stolberg - Seniorenzentrum auf der Liester gesichert

Seniorenzentrum auf der Liester gesichert

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Das Seniorenzentrum am Amselweg wird nachhaltig für die Zukunft aufgestellt. Der Eigentümer investiert in die Immobilie. Und die Pflegestation wird in zwei Jahren auf die Liester ausgelagert. Foto: J. Lange
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Gabriele Makola übernimmt zum 1. Oktober die Geschäftsführung auf der Liester.

Stolberg. Viele Jahre hat sich die Kupferstadt schwer damit getan, das 1977 eingeweihte Seniorenzentrum auf der Liester nachhaltig aufzustellen. Doch jetzt können alle Weichen für eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft gestellt werden.

Am Dienstag entscheidet der Stadtrat über neue vertragliche Regelungen mit der 2. Si-Verwaltungs-GmbH, die das Gebäude-Ensemble am Amselweg als Nachfolgerin von der LEG Wohnungsbau Rheinland GmbH übernommen hatte. Um die von Geschäftsführer Patrick Aldorf weitergeführten vertraglichen Vereinbarungen anpassen zu können, hatte der Stadtrat Ende vergangenen Jahres beschlossen, die Pachtverträge fristgerecht zu kündigen und Verhandlungen mit der neuen Eigentümerin aufzunehmen, die bereits angekündigt hatte, in das Haus am Amselweg investieren zu wollen.

Mittlerweile hat der Stadtrat die Weichen gestellt für eine grundlegende Neustrukturierung des Seniorenzentrums. Kernbereich ist dabei die bisherige Pflegestation, die den neuen gesetzlichen Anforderungen ab 1. August 2018 nicht mehr entsprechen wird. Sie findet zu diesem Zeitpunkt eine neue Adresse in der bisherigen Propst-Grüber-Schule auf der Liester.

Nach einer europaweiten Ausschreibung hatte die GHS Immobilien GbR die Schule nebst Gelände erworben. Hinter dem Investor stehen Hans-Dieter Hollander, Philipp Hollander und Hermann Greiff aus Paderborn sowie Heinrich Sangerhausen aus Bad Driburg, die sich bereits bei der neuen Seniorenresidenz in Alt Breinig engagieren. Mit dem Auslaufen der Hauptschule auf der Liester beginnen dort der Abriss der Schulgebäude – die Turnhalle bleibt erhalten – und der Neubau einer Pflegeeinrichtung mit 80 Plätzen nebst ambulanter Wohngemeinschaft mit zweimal zwölf Plätzen, einer Tagespflege mit 20 Plätzen, einer separaten Hauskapelle sowie großzügigen Freianlagen. Zudem sieht das Konzept auf den weiteren Geländeteilen eine zusätzliche Wohnbebauung vor.

Dank dieser Lösung kann der Stadtrat morgen Abend über langfristige neue Pachtverträge befinden. Sie sehen vor, in zwei Jahren die bisherigen Pflegestationen im Haus am Amselweg zu weiteren elf Wohnungen sowie einer neuen ambulanten Hausgemeinschaft Demenz umzugestalten. Auch die heutige Empore soll dann zu vier weiteren Wohnungen umgestaltet werden. In diesem Rahmen sollen ebenfalls das Foyer und der Haupteingang umgestaltet und modernisiert werden.

Bereits im kommenden Monat beginnen soll der Umbau der früheren Massagepraxis am Amselweg. Dort soll Anfang 2017 die sich auf die Immobilienverwaltung konzentrierende städtische Seniorenwohn- und Sozialzentrum Betriebsführungs GmbH untergebracht werden. Der Verwaltungsvertrag für die Immobilien löst den bisherigen Mietvertrag zu ihrer Weitervermietung ab. Der Vorteil: Die städtische GmbH ist vollständig von allen Verpflichtungen zur Instandhaltung und Mietausfallrisiken befreit, behält aber weiterhin als Verwalterin ein entscheidendes Auge auf die Vermietung der Wohnungen. Ihre bisher im Haus verstreut liegenden Büros werden ebenfalls dem Wohnbestand zugeschlagen.

Spätestens nach der Winterwitterung im Frühjahr 2017 soll die Sanierung und Neugestaltung mit der Außenfassade des Gebäudes mit sieben Wohnetagen oberhalb des Foyers sowie der Garagen begonnen werden. Und in Absprache mit der Stadt soll zudem eine Umgestaltung des Liester-Kellers möglichst unter Erhalt der Kegelbahn erfolgen.

Nicht nur bei der Strukturierung des Hauses, sondern auch bei der Finanzierung der Betriebsführungs-GmbH konnte ein Paradigmenwechsel erreicht werden, so dass die Aufgaben zukünftig kostendeckend erfüllt werden können. Der Mietbetrag für die Pflegestation wird durch die Investitionskostenanteile bei der Belegung bereits mit einer 80-prozentigen Auslastung vollständig getragen. Dagegen werden die Mieten für Wohnungen, SB-Laden und Garagen direkt vom Eigentümer vereinnahmt. Die städtischen Personalkosten für die Immobilienverwaltung sollen monatlich durch eine gezahlte Aufwandsentschädigung gedeckt sein. Refinanziert würde zudem die Büromiete, etwa über Betreuungskostenpauschale, Nebenkosten und ambulanten Pflegedienst.

Die Umsetzung und Begleitung all dieser unterschiedlichen vertraglichen Regelungen und der neuen Strukturen des Seniorenzentrums fallen in den Aufgabenbereich einer neuen Geschäftsführerin der Betriebsführungs-GmbH: Gabriela Makola übernimmt zum 1. Oktober die Leitung von Sascha Saßen, der sich nach über fünf Jahren als Geschäftsführer auf der Liester neuen beruflichen Herausforderungen stellt. Er hat die Vereinbarungen mit der 2. Si-Verwaltungs-GmbH ausgehandelt.

Einstimmiges Votum

Im Juli diesen Jahres hatte sich der Stadtrat für Gabriele Makola entschieden, nachdem bereits im Vorfeld eine Auswahlkommission ein einstimmiges Votum zugunsten der Aachenerin abgegeben hatte. Ein Pflegepraktikum im Marienhospital in Witten weckte das Interesse der heute 50-Jährigen an diesem Beruf. Sie wurde Kinderkrankenschwester, absolvierte 1999 die Weiterbildung zur Pflegedienstleitung – eine Funktion, die sie zehn Jahre lang in Seniorenheimen und ambulanten Einrichtungen ausübt. Nebenberuflich begann sie 2006 die Weiterbildung zur Pflegesachverständigen.

Es folgten an der Hochschule Hamburg der Abschluss als Diplom-Pflegewirtin und Tätigkeiten für das Diakonische Werk sowie für den Caritasverband. Dann pendelte sie wöchentlich nach Augsburg, wo Makola Leiterin der Sozialeinrichtungen war. „Ich freue mich, in die Heimat zurückkehren zu können“, sagte die agile Managerin bei ihrer Vorstellung in Stolberg.

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