Senioren sollen alte Schreinerei beleben

Von: -jül-
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Heute Brachland: Auf dem Gelände einer ehemaligen Schreinerei zwischen Mühlenrötschen und Konrad-Adenauer-Straße soll eine barrierefreie Wohnanlage für jüngere Senioren entstehen. Foto: J. Lange

Stolberg-Büsbach. Die Zeiten, in denen die Sägen surrten und das Hämmern der Zimmerleute zu hören waren, sind längst vorbei. Schon seit Jahren liegt das Gelände der ehemaligen Schreinerei zwischen Mühlenrötschen und Konrad-Adenauer-Straße brach.

Nicht mehr lange, wenn es nach den Vorstellungen eines Investors aus Aachen geht. Über sein Konzept für eine altersübergreifende und barrierefreie Wohnanlage berät am Donnerstag der Ausschuss für Stadtenwicklung.

Er soll die Aufstellung eines Bebauungsplans für das rund 5000 Quadratmeter große Gelände beschließen. Auf dem abschüssigen Grundstück soll eine Wohnanlage mit sechs drei- und einem 3,5-geschossigen Gebäuden entstehen mit etwa 26 bis 30 Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen in der Größe zwischen 50 und 100 Quadratmeter.

Zwar sei keine bewusste Eingruppierung für eine bestimmte Altersschicht vorgenommen, aber „die Wohnungen sollen altersübergreifend nicht nur für jüngere Senioren, sondern auch für Menschen mit Handicap verfügbar sein”, informiert Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt über das Konzept des Investors.

Alle Wohnungen sollen über Balkone oder Garten sowie behindertengerechten Tiefgaragen-Stellplatz verfügen, und das Umfeld der Wohnanlage soll als grüne Oase gestaltet werden.

Zur Konrad-Adenauer-Straße hin sollen zwei Gewerbeeinheiten entstehen, und ein Arzt, eine Apotheke, eine Physiotherapiepraxis sowie eine Gastronomie sollen als Mieter gewonnen werden.

Weitere für Senioren relevante Dienstleistungen müssten zwar individuell über externe Dienstleister eingekauft werden, aber aufgrund der Barrierefreiheit erübrige sich gegebenenfalls im Alter der Umzug in eine Senioreneinrichtung.

„In Anbetracht des demografischen Wandels ist das Projekt grundsätzlich als Ergänzung zu vorhandenen und zukünftig notwendigen Angeboten zu befürworten”, bewertet Pickhardt die Pläne.

Planungsrechtlich passt es in die Vorgaben des Flächennutzungsplans, ein Bebauungsplan könne im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden.

Für eine Realisierung habe der Investor allerdings noch nicht alle erforderlichen Grundstücke erworben, so dass der Geltungsbereich im Rahmen des Bauleitplanverfahrens möglicherweise modifiziert werden müsse.

„Ein einzelner Baustein”

In einer ersten Stellungnahme des neuen städtischen Seniorenbeauftragten Paul Schäfermeier stellt dieser Wohnpark Mühlenrötschen einen „einzelnen Baustein” dar, um der steigenden Nachfrage nach geeignetem und vielschichtigem Wohnraum für ältere Menschen zu begegnen.

Die von ihm vermuteten Mietpreise würden nur wirtschaftlich besser gestellten Senioren erlauben, sich dort eine Wohnung leisten zu können, so der Seniorenbeauftragte.

Schäfermeier weist darauf hin, dass auch das Außengelände des Wohnparks barrierefrei gestaltet werden sollte, zumal das vorliegende Konzept Treppen auf dem von der Konrad-Adenauer-Straße nach Mühlenrötschen abfallenden Gelände vorsehe.

Auch Krankentransporte müssten bewältigt werden können. Die dort geplanten grünen Oasen kämen erfahrungsgemäß dem Wunsch älterer Menschen entgegen.
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