Stolberg - Senioren-Infocenter: Hilfsangebot wird immer häufiger angenommen

Senioren-Infocenter: Hilfsangebot wird immer häufiger angenommen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
Der städtische Seniorenbeauft
Der städtische Seniorenbeauftragte Paul Schäfermeier verzeichnet einen enormen Zulauf in dem von ihm geleiteten Senioren-Infocenter im Erdgeschoss des Rathauses.

Stolberg. Mehr Anfragen, mehr Beratungen und komplexere Fälle: Das Senioren-Infocenter der Stadt Stolberg kommt beim Bürger immer besser an: 1819 Kontakte hat Paul Schäfermeier 2011 gezählt - eine absolute Höchstmarke seit der Eröffnung der Stelle im Erdgeschoss des Rathauses im Mai 2009.

Einen besseren Beleg für die Akzeptanz der Einrichtung könnte es also kaum geben. Und dennoch hat der Boom auch einen kleinen Haken, stoßen doch der städtische Seniorenbeauftragte und sein Kollege Jörg Sous allmählich an ihre Grenzen.

„Für zusätzliche, längerfristig angelegte Projekte gibt es derzeit keine Kapazitäten”, erklärt Schäfermeier. Mit der zentralen Anlaufstelle für alle Fragen und Probleme rund ums Alter hat er in Stolberg Pionierarbeit geleistet. Und dennoch weiß Schäfermeier sehr wohl, dass er trotz der überragenden Resonanz keine großen Ansprüche stellen kann in diesen Zeiten, in denen sich Stolberg zwischen der drohenden Überschuldung und einer Haushaltssanierung mit Hilfe des Stärkungspaktes bewegt.

„In welchem Umfang Kommunen diese Arbeit leisten müssen, ist nicht festgelegt”, räumt Schäfermeier ein, ist aber gleichwohl in Anbetracht des demografischen Wandels überzeugt: „Angesichts des steigenden Anteils der älteren Mitbürger wird sich zwangsläufig die Frage stellen, wie wir der damit verbundenen steigenden Nachfrage gerecht werden können.” Und auch Fachbereichsleiter Willi Seyffarth prognostiziert, „dass die Fragen rund ums Alter und Altern zukünftig eine noch viel zentrale Rolle einnehmen werden”.

Dabei ist die Verlagerung schon jetzt deutlich spürbar - und zwar in allen drei inhaltlichen Bereichen des Senioren-Infocenters. Den Schwerpunkt bildet zwar die Einzelfallarbeit, doch auch Vorträge und Infoveranstaltungen sowie die strukturelle Arbeit - etwa bei Bauplanungen und Infrastrukturprojekten - machen einen wesentlichen Teil des Aufgabengebietes aus. Hinzukommen Hausbesuche, die immer dann fällig werden, wenn ältere Menschen nicht mehr mobil sind oder aber Hinweise von Dritten auf die mögliche Hilfsbedürftigkeit von Menschen in ihrem Umfeld eingehen.

Bei der „aufsuchenden Arbeit” sieht Paul Schäfermeier ebenfalls eine zunehmende Tendenz. Und hier wie auch in den anderen Bereichen kommt nach einer ersten Beratung das breite Netzwerk zum Tragen, dass die Stadt mit ihren Partnern im Bereich der Senioren- und Sozialarbeit geschaffen hat. „Die Vernetzung ist ähnlich wie im Bereich der Jugendhilfe ein ganz wichtiger Bestandteil unseren Konzeptes”, unterstreicht Willi Seyffarth.

Eigenes Büro auf der ersten Etage

Dankbar angenommene Unterstützung erfährt das Senioren-Infocenter in Zukunft von Hans-Josef Wellmann. Der langjährige Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Stolberg und amtierende Vorsitzende des Seniorenbeirates hat in diesen Tagen auf der ersten Etage ein eigenes Büro bezogen (Zimmer 119) und wird sich fortan vor allem um die Organisation von Veranstaltungen für Senioren (siehe Box) kümmern. „Ehrenamtlich”, wie Paul Schäfermeier mit Begeisterung betont. Die Zusammenarbeit der sich bestens kennenden Protagonisten klappt bereits sreibungslos. „Wir spielen uns die Bälle gegenseitig zu”, sagt Wellmann. Und der Seniorenbeauftrage lobt die „vielen Kontakte”, die sein „Kollege” habe und die nicht zuletzt bei der Akquirierung von Spenden- und Sponsorengeldern zum Tragen komme. „So ist es möglich, unsere Veranstaltungen zu einem Unkostenbeitrag anzubieten, den sich alle Menschen aus unserer Zielgruppe leisten können.”

Zu dieser zählen mittlerweile auch die Schwerbehinderten. Ihre Angelegenheiten sind im vergangenen Spätsommer offiziell dem Senioren-Infocenter angegliedert worden.

Bemühungen um Sprechstunde des VdK

Zum Angebot des Infocenters gehören auch Sprechstunden externer Beratungskräfte. Auf die Rechtsberatung des VdK musste im vergangenen Jahr allerdings aus personellen Gründen verzichtet werden. „Ein herber Verlust”, verweist Paul Schäfermeier auf „die rege Inanspruchnahme”, die in den Vorjahren zu verzeichnen gewesen war.

Der Ist-Zustand soll allerdings kein Dauerzustand werden. „Unser erklärtes Ziel lautet, wieder eine Beratungsstunde des VdK ins Programm aufzunehmen”, so der Seniorenbeauftragte. Erste Gespräche hierzu haben bereits stattgefunden.

Viel Lob für die Zusammenarbeit im Rathaus

„Die Arbeit des Senioren-Infocenters wird als Querschnittsaufgabe im Haus erkannt und anerkannt”, sieht Willi Seyffarth auch innerhalb des Rathauses eine hohe Wertschätzung, die sehr frühzeitig erreicht worden sei.

Paul Schäfermeier ist ebenfalls sehr angetan von der Zusammenarbeit zwischen den Kollegen und Ämtern: „Ich hatte eigentlich erwartet, dass die interne Arbeit auf einer sehr verwaltungstechnischen Ebene stattfinden würde. Ich bin aber angenehm überrascht, dass die Kooperation sich sehr direkt und persönlich gestaltet.”

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