Senioren-Infocenter: Hand in Hand auf die Suche nach Lösungen machen

Von: Doris Kinkel-Schlachter
Letzte Aktualisierung:
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Ein Faible für die Stolberger Burg, ein offenes Ohr für Stolbergs Senioren: Jörg Sous (links) und Paul Schäfermeier arbeiten seit 2009 im Senioren-Infocenter, das sich im Erdgeschoss des Rathauses befindet.

Stolberg. „Das Thema Seniorenarbeit besitzt eine hohe Priorität in der Stadt Stolberg. Dies wird durch die Einrichtung des Senioren-Infocenters sichtbar, das sich im Eingangsbereich des Rathauses befindet. Es ist Anlaufstelle für alle älteren Menschen mit Fragenstellungen oder Problemen, die das Älterwerden mit sich bringen kann. Wem unser Wegweiser ‚Älter werden in Stolberg‘ bereits einen allgemeinen Eindruck über das vorhandene Angebot gewährt, kann detaillierte Fragen an die Beratungskräfte im Senioren-Infocenter richten.“

Ferdi Gatzweiler schreibt im Grußwort des Senioren-Wegweisers auch, dass noch nie so viele Menschen ein so hohes Alter erreichten wie in der heutigen Zeit. Trotz aller Freude über diese Entwicklung würden viele die daraus entstehenden Folgen mit Sorge sehen. Daher sei es ihm wichtig, das große Angebot für ältere Menschen in Stolberg sichtbar zu machen und diesen Bedenken entgegenzusetzen.

Zentrale Anlaufstelle

Das Senioren-Infocenter ist mit seinen zwei Mitarbeitern Jörg Sous (Empfang) und Paul Schäfermeier (Seniorenbeauftragter) seit vier Jahren eine zentrale Anlaufstelle für ältere Menschen in der Stadt. Nötig gemacht habe das der demografische Wandel, der sich gesamtgesellschaftlich gesehen vollzieht. „Es gibt immer mehr Ältere und immer mehr, die im Alter alleine sind“, sagt Schäfermeier.

Das Infocenter blicke auf ein erfolg- aber auch ereignisreiches Jahr zurück: Mit 1809 Besuchskontakten habe es mit der Kontaktzahl des Vorjahres etwa gleichgezogen, lautet die Zusammenfassung von Paul Schäfermeier. Die Einzelfallberatung steht im Fokus der Arbeit. Im Rahmen dieser wurde sichtbar, dass die Komplexität der geschilderten Problemsituationen zunahm. „Konnte man bisher die Einzelfallhilfe auf eine überschaubare Palette an Fragestellungen reduzieren, werden in den letzten zwei Jahren die Facetten der geschilderten Situationen mannigfaltiger“, berichtet Schäfermeier. Letztlich schwingen Kernfragen zu Alter und Behinderung, zu Nachteilsausgleichen oder zu Leistungen der Sozialgesetzgebung meist unterschwellig mit. Neben der Einzelfallhilfe veranstaltete das Senioren-Infocenter zahlreiche Vorträge und Informationsveranstaltungen zu seniorenspezifischen Themen, etwa dem Elternunterhalt, der Besteuerung der Rente oder der Nutzung der Aseag-Busse aus dem Blickwinkel älterer Fahrgäste. „Insbesondere der Vortrag zum Elternunterhalt übertraf mit rund 90 Teilnehmenden alle Erwartungen“, erinnert sich Schäfermeier.

Ältere Menschen können sich mit allen Fragen oder Problemen an das Senioren-Infocenter wenden, die das Älterwerden mit sich bringen kann. „Selbstverständlich kann in diesem Zusammenhang nicht jeder Wunsch erfüllt werden“, betont der Seniorenbeauftragte. In vielen Fällen reiche es jedoch aus, sich mit älteren Ratsuchenden gemeinsam auf die Suche nach Lösungen zu machen, Fragen an die richtige Stelle zu leiden oder den „Blick von außen“ auf ein Problem richten, weiß Schäfermeier. Dann nimmt das Team, zu dem seit vergangenem Jahr auch Peter Bock gehört, den Hilfesuchenden auch ein Stück weit an die Hand. „In diesem Zusammenhang sehen wir uns als Koordinierungsstelle, die nicht nur einfach Ansprechpartner und Telefonnummer herausgibt.“

Neben dem festen Personal beraten externe Kräfte regelmäßig zu seniorenspezifischen Themen, darunter im vergangenen Jahr erstmalig das Demenznetz Aachen, das neben einer Erstberatung auch ein weiterführendes Fallmanagement in betroffenen Familien übernimmt. Demenz ist laut Paul Schäfermeier eines der beiden Themen, dem sich das Team in Zukunft verstärkt widmen möchte. „Für viele Personen in Familien ist das eine sehr belastende Situation, die schleichend kommt“, spricht der Seniorenbeauftragte aus Erfahrung, denn immer wieder komme es vor, dass Angehörige bei ihm vorstellig werden. 7800 an Demenz erkrankte Menschen leben in der Städteregion, so wird es vermutet. So ist auch der „Runde Tisch Demenz“ 2009 ins Leben gerufen worden, der eine Austauschplattform für alle Personen und Institutionen bieten, die sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzen.

Altersarmut ein Thema

Das andere Thema, das die Mitarbeiter des Senioren-Infocenters auf dem Plan stehen haben, lautet: älter werden und wohnen. „Wir sprechen über bezahlbaren, angemessenen, also auch barrierefreien Wohnraum.“ Gar nicht so einfach in Stolberg, genau diese Kombination, die dann privat oder öffentlich gefördert wird, zu finden, da sich Angebot und Nachfrage nicht decken.

In Zukunft ist auch Altersarmut ein Thema, „dem wir uns annähern möchten“. Paul Schäfermeier schwebt eine ganztägige Fachveranstaltung vor zu dem Thema, „das hier in Stolberg unterschwellig immer wieder zu spüren ist“. Der Seniorenbeauftragte bekomme die mit Tabus behaftete versteckte Armut einerseits direkt mit oder über das Sozialamt. Über Mittel, die durch den Vorsitzenden des Seniorenbeirates, Hans-Josef Wellmann, bei Sponsoren eingeworben wurden, konnten zum Beispiel die Kosten für eine Eifelfahrt gedeckt werden.

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