Senioren-Infocenter bleibt im Rathaus-Erdgeschoss

Von: Michael Grobusch
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Weite Wege bleiben den betroffenen Bürgern auch in Zukunft erspart: Das Senioren-Infocenter der Stadt Stolberg wird nicht auf die erste Etage des Rathauses verlegt. Foto: Stock/Niehoff

Stolberg. Die Stadtverwaltung zieht ihre Pläne für einen Umzug des Senioren-Infocenters zurück. Sie reagiert damit auf die vielfachen Bedenken, die Mitglieder des Ausschusses für Soziales und Generationengerechtigkeit in der jüngsten Sitzung zum Ausdruck gebracht haben.

„Das Büro wird auch in Zukunft im Erdgeschoss des Rathauses angesiedelt sein. Wir haben die Anregungen aufgenommen und werden an dem am Dienstag eröffneten Standort in Zimmer 7a festhalten“, erklärte Robert Voigtsberger gegenüber unserer Zeitung.

Der Erste Beigeordneten hatte nach den intensiven Diskussionen im Ausschuss kurzfristig ein Gespräch mit Bürgermeister Tim Grüttemeier und Sozialamtsleiter Paul Schäfermeier veranlasst. Dieses endete mit dem Ergebnis, dass die im Rahmen einer umfangreichen räumlichen Neuorganisation der Verwaltung vorgesehene Verlegung des Büros in die ehemalige Poststelle auf der ersten Etage vom Tisch ist.

Den sprichwörtlichen Stein ins Rollen gebracht hatte Marita Stahl (Grüne) mit einer Anfrage. Die Behindertenvertreterin stellte, nachdem Robert Voigtsberger die Umzugspläne „im Rahmen von erheblichen Umstrukturierungen“ bestätigt hatte, kritisch fest: „Die Schwächsten sollen nach oben verpflanzt werden? Das kann doch nicht sein.“

Vor allem Geh- und Sehbehinderten sei der weite Weg samt Benutzung des Fahrstuhls nicht zuzumuten. „Und es gibt eine Menge Rollstühle, die in den Aufzug des Rathauses gar nicht hineinpassen.“ Unverständnis äußerte auch Hans-Josef Wellmann. „Barrierefreiheit ist überall ein ganz aktuelles und wichtiges Thema. Und die Stadt Stolberg will diese Barrierefreiheit für Ältere und Behinderte abschaffen“, stellte der Sprecher der Seniorenvertretung kopfschüttelnd fest.

Wellmann verwies zudem auf den Pilotcharakter des Senioren-Infocenters. „Diese Einrichtung wird in der gesamten Städteregion als vorbildlich gelobt. Andere Kommunen beneiden uns darum.“

Es folgten weitere eindeutige Wortmeldungen, und am Ende formulierte Robert Voigtsberger die Quintessenz der zum Teil sehr emotionalen Diskussion: „Ich nehme mit, dass der Ausschuss anders denkt als die Verwaltung.“

Das wiederum hat bei der Verwaltungsspitze zu einem raschen Umdenken geführt: Bereits am Tag nach der Ausschusssitzung hat sie sich auf einen Kurswechsel verständigt und der Erste Beigeordnete die wortführenden Ausschussmitglieder persönlich informiert. Derweil sollen in die ehemalige Poststelle auf der ersten Etage nun Mitarbeiter des Sozialamtes ziehen.

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