Selbstbestimmtes Wohnen mit technischer Unterstützung

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Funksender mit Armband oder Halskette: Er ist Zusatzprodukt des neuen Hausnotrufsystems, das auf der Liester installiert wird. Foto: Stock/biky

Stolberg-Münsterbusch. Die Damen und Herren, die im Seniorenwohn- und Sozialzentrum (SWSZ) am Amselweg wohnen, sind in die Jahre gekommen. Das Haus aus den 70er Jahren ist es umso mehr. Das betrifft auch das Notrufsystem. Es funktioniert, keine Frage. Schließlich gehört es unter anderem zu den Grundleistungen, die die Einrichtung auf der Liester für ihre Mieter erbringt.

Jedes der 152 Appartements ist mit einer Notruftaste ausgestattet. Rund um die Uhr ist über den Notruf ein Ansprechpartner in angemessener Zeit erreichbar, und in medizinischen sowie in technischen Notfällen wird eine Hilfe organisiert. In medizinischen Notsituationen ist natürlich eine Notfallhilfe gewährleistet. „Zurzeit ist es so, dass die Notrufauslösung über eine Schnur im Bade- und einen Kippschalter im Schlafzimmer erfolgt.

Wenn ein Notruf ausgelöst wird, sehen wir nur, in welchem Appartement, aber eben nicht, warum“, sagt Sascha Saßen. Natürlich sei ein Wasserrohrbruch ärgerlich, doch beim medizinischen Notfall, sei es Luftnot, Herzschmerzen oder ein Sturz, ist jede Minute wichtig, so der Geschäftsführer der Betriebsführungsgesellschaft.

Der Ist-Stand: Der Hilfebedürftige kann in einer Notlage gegebenenfalls den Zugtaster im Badezimmer nicht mehr oder nur schwer erreichen, und der Kippschalter im Schlafzimmer „ist in einigen Wohnungen durch Möbel blockiert“, weiß Saßen. Der Notruf wird an einen Zentralcomputer auf der Station 1 im Seniorenzentrum weitergeleitet, eine unmittelbare Kontaktaufnahme zur hilfebedürftigen Person ist nicht möglich.

Die Mitarbeiter der Station wiederum müssen die Kollegen des ambulanten Pflegedienstes anrufen und über den ausgelösten Notruf informieren, „Maßnahmen können erst vor Ort eingeleitet werden“, verdeutlicht der Geschäftsführer, dass es zum Zeitpunkt des Notrufes nicht möglich sei, wertvolle Informationen abzulesen, um bereits hier Vorkehrungen treffen zu können. So sei auch nicht ableitbar, ob vielleicht parallel zum Notruf bereits ein Arzt oder Krankenwagen hinzu gerufen werden sollte.

Das alte System war in die Jahre gekommen und laut Sascha Saschen zudem teuer, schließlich konnten die Nachtdienste nicht vom eigenen Personal bestritten werden, sondern mussten von einer externen Bereitschaft, die dann auf der sechsten Etage ihr Nachtlager aufschlug, besetzt werden.

Mit dem neuen System ändert sich so einiges, wenn es um die Sicherheit in der eigenen Wohnung geht. „Mit dem modernen System kann direkt kommuniziert werden“, so Saßen. Die analogen Drähte fallen in den nächsten Wochen weg, das neue Hausnotrufsystem wird neben das Telefon gestellt, und bei Notwendigkeit braucht nur noch der rote Knopf betätigt zu werden. „Für die Bewohner ändert sich nichts“, betont Saßen. In den nächsten vier bis sechs Wochen wird der neue Hausnotruf installiert, zuerst laufen beide Systeme noch parallel, wenn alles einwandfrei funktioniert, darf das alte in den Ruhestand gehen.

Die Anruferkennung der eingehenden Notrufe erfolgt in der neuen Zentrale, wo alle relevanten Dinge, die zuvor eingegeben worden sind, angezeigt werden – zum Beispiel gesundheitliche Beeinträchtigungen, Eskalationsvereinbarungen, Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügungen. Das Zuordnen von Kontaktpersonen zur Organisation einzuleitender Hilfemaßnahmen sei einfach und schnell. Durch einfachen Druck auf die rote Taste an dem Hausnotrufgerät oder durch Auslösung des mobilen „Funkfingers“ (Zusatzleistung) wird ein direkter Sprechkontakt zur Hausnotrufzentrale hergestellt. Die Übertragung läuft digital. Hierbei ist es nicht erforderlich den Telefonhörer zu bedienen, per automatischer Freisprecheinrichtung kann einfach frei in den Raum gesprochen werden.

„Wir haben hier wirklich den Marktführer, den Porsche unter den Systemen ,eingekauft“, sagt Sascha Saßen. Selbstbestimmtes Wohnen mit technischer Unterstützung – das neue System kostet die Bewohner des SWSZ nichts, die Möglichkeiten durch die Neuerung scheinen indes fast grenzenlos zu sein. Bei zwei Veranstaltungen haben der Geschäftsführer sowie die Qualitätsmanagerin die Mieter über das neue Hausnotrufsystem informiert und einige Zusatzprodukte wie den Funksender, Bewegungsmelder oder den Falldetektor vorgestellt. Diese Notruferweiterung ist vor allem für Menschen mit Pflegestufe gedacht, für sie gibt es in der Regel eine Subventionierung durch die Pflegekassen. „Wer eine private Vorsorge leisten möchte, kann es natürlich selbst dazu buchen“, so Saßen.

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