Selbst für Lehrer ist doppelte Reifeprüfung anstrengend

Von: oha
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Stolberg. Am Goethe-Gymnasium wird derzeit mächtig gebüffelt. 170 Schülerinnen und Schüler stecken in den Abiturprüfungen. Doppelt so viele wie im Vorjahr. Da werden dann auch schon einmal die Räume für die Prüflinge knapp.

Erstmals kann in diesem Jahr am Goethe-Gymnasium ein Jahrgang bereits nach zwölf Jahren die Abschlussprüfung ablegen. Hinzu kommen die Schülerinnen und Schüler, die wie bisher ihr Abi nach 13 Jahren machen. Damit verdoppelt sich die Zahl der Abiturienten mit einem Schlag.

Bis zum 22. April muss die letzte Klausur für die schriftliche Prüfung geschrieben sein. Doch so viele Unterrichtsräume, um allen Abiturienten einen Schreibplatz für ihre Abschlussarbeiten zu bieten, hat kaum eine Schule. So musste manche Schule sogar auf ihre Turnhalle ausweichen, in der dann eben Pult und Stuhl aufgestellt wurden. „Auch bei uns ist die räumliche Situation angespannt“, berichtet Schulleiter Bernd Decker. In die Turnhalle müssen die Goethe-Abiturienten aber dann doch nicht. Decker: „An einigen Tagen nutzen wir die Mensa als Prüfungsraum.“ Dann muss schon einmal eine Mahlzeit ausfallen. Schließlich dauern die schriftlichen Prüfungen in den Leistungskursen bis zu 4,5 Stunden. Für die Prüfungen in den Grundkursen sind drei Stunden veranschlagt, hinzu kommt bei den Sprachfächern eine halbe Stunde für die Auswahl des Themas. Die Themen sind übrigens landesweit einheitlich vorgegeben.

„Die Belastung mit zwei Abiturjahrgängen gleichzeitig trifft einige Kollegen schon sehr hart“, verweist Decker auch auf die Mehrarbeit der Lehrerinnen und Lehrer. Und das betrifft nicht nur die Aufsicht während der Klausuren. Schließlich müssen auch doppelt so viele schriftlich Abiturarbeiten korrigiert und benotet werden. Kaum einer denke auch an den „riesigen Papierkrieg“, den die doppelte Abi-Prüfung verursache. „Jedes Arbeitspapier muss zuvor abgestempelt werden. Für jede Aktion muss eine schriftliche Notiz angelegt werden.“

Die mündlichen Prüfungen am Goethe-Gymnasium sind für den 7. und 8. Mai vorgesehen. Aber schon jetzt ist als Ausweichtag zusätzlich der 13. Mai anvisiert. Am 13. Mai müssen sich die Prüflinge noch einmal mündlich vorstellen, die mit der Bewertung ihrer Abi-Arbeiten stark von den Vornoten abgewichen sind. Decker rechnet damit, dass wegen der mündlichen Prüfungen ein Tag Unterricht am Goethe-Gymnasium ausfallen wird. Von der Bezirksregierung habe sich bislang noch niemand zur Überwachung des ordnungsgemäßen Ablaufs der Prüfungen angemeldet, so der Schulleiter. Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass sich die vom Doppelstress geplagten Pädagogen auf ein Datum freuen: den 19. Juli. Dann beginnen nämlich die Sommerferien. Die Abiturienten haben, sofern sie die Prüfung bestehen, ja schon früher frei.

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