Sekurit-Betriebsrat will Landesarbeitsgericht einschalten

Von: gro
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Im März protestierten Sekurit-Mitarbeiter vor dem Stolberger Werkstor gegen die angekündigten Entlassungen. Diese sorgen noch immer für Streit zwischen Betriebsrat und Unternehmen. Foto: K. Linden

Stolberg. „Es gibt noch keinen Kompromissvorschlag der Einigungsstelle, und von einer Lösung sind wir weit entfernt.” Mit diesen Worten bringt der Vorsitzende Peter Alt die aktuelle Lage bei Saint-Gobain Sekurit aus Sicht des Betriebsrates auf den Punkt.

Bereits seit Februar steht die Ankündigung der Geschäftsführung im Raum, 80 Stellen im Werk Stolberg abbauen zu wollen. Dazu ist es allerdings bis jetzt noch nicht gekommen, weil sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer bislang nicht auf einen Interessenausgleich einigen konnten.

„Es gab noch Spielraum”

Für den Konzern war das zwischenzeitlich Grund genug, die Gespräche mit Gewerkschaft und Betriebsrat abzubrechen. Und genau das stößt auf der Gegenseite auf Unverständnis. „Es gab noch genug Spielraum, um weiter miteinander zu sprechen. Die Verhandlungen sind vom Arbeitgeber viel zu früh für gescheitert erklärt worden”, betont Alt. Der Betriebsrat prüft deshalb derzeit die Möglichkeit, beim Landesarbeitsgericht Köln Beschwerde einzulegen und damit eine Rückkehr der Arbeitgeber an den Verhandlungstisch zu erzwingen.

Nicht nur in diesem Punkt gibt es offensichtlich deutliche Differenzen. „Auf der einen Seite sollen gut ausgebildete Kollegen ihren Job verlieren, und auf der anderen Seite befürchten wir, dass verstärkt Leiharbeitnehmer und Fremdfirmen in Stolberg eingesetzt werden”, berichtet Peter Alt. „Die Werksleitung hat in der vergangenen Woche erstmals offiziell angefragt, ob wir uns vorstellen könnten, dem Einsatz eines Leiharbeiters zuzustimmen.

Dieses hat der Betriebsrat allerdings verneint.” Für den Betriebsratsvorsitzenden geht es dabei um eine existenzielle Frage: „Wir schaffen in Stolberg hochwertige Produkte. Und dafür brauchen wir hoch qualifizierte Mitarbeiter.” Die kann Alt nach eigener Aussage weder bei Leiharbeitsfirmen noch in den konzerneigenen Werken in Osteuropa in vergleichbarer Zahl und Qualität ausmachen. „Trotzdem teilen wir die Befürchtung der Belegschaft, dass Teile der Produktion nach Polen verlagert werden könnten. Schließlich stellen wir fest, dass verstärkt Aufträge dorthin vergeben werden.”

Dass es lediglich beim von der Geschäftsführung angekündigten Abzug kleiner Produktionsmengen bleiben wird (wir berichteten), der zudem durch die Übernahme von Kapazitäten aus anderen Ländern mehr als kompensiert werden soll, bezweifelt Peter Alt. Nicht ohne Grund, wie er betont: „Derzeit verhandeln wir auf Vorschlag der Werksleitung über eine neue Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit für das kommende Jahr.”
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