Sekundarschule: Vertagt, nicht aufgegeben

Von: Michael Grobusch
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Von den Grundschulen Prämiens
Von den Grundschulen Prämienstraße, Hermannstraße und Atsch werden besonders viele aktuelle Viertklässler auf die neue Gesamtschule am Sperberweg wechseln. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Sekundarschule ist in Stolberg vom Tisch - allerdings nur vorläufig, wie Bürgermeister Ferdi Gatzweiler am Donnerstag betont hat. 65 Anmeldungen für die potenzielle neue Schulform waren am Ende zu wenig, um die Bezirksregierung von der Möglichkeit eines Ausnahmefalls zu überzeugen.

Die Kölner Aufsichtsbehörde hatte wiederholt auf das NRW-Schulgesetz und die dort festgeschriebene Mindestschülerzahl von 75 für die dreizügige Eingangsstufe verwiesen. Die konnte aber letztlich auch nicht annähernd erreicht werden, obwohl sich das Schulverwaltungsamt der Stadt intensiv per Telefon um die bis dato noch nicht einer weiterführenden Schule zuzuordnenden Viertklässler bemüht hatte.

Im ersten Anlauf ist die Kupferstadt somit in Sachen Sekundarschule gescheitert. Das gilt mittlerweile als gesichert, weil die Verwaltung „nach juristischer Bewertung der vorstehenden Sachlage” zu dem Ergebnis gekommen ist, „dass von einer Klage beim Verwaltungsgericht Aachen gegen den Bescheid der Bezirksregierung abgesehen werden sollte”, wie Willi Seyffarth berichtet und dem Schulausschuss in seiner nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch mitteilen wird. Der zweite Anlauf aber soll schon bald folgen: „Unser Fokus ist jetzt darauf ausgerichtet, im konstruktiven Dialog zwischen Politik und Verwaltung und der Bezirksregierung für das Schuljahr 2013/14 die Errichtung einer Sekundarschule in Stolberg umzusetzen”, erklärt der zuständige Fachbereichsleiter. Und der Bürgermeister kündigt an, dass man sehr frühzeitig eine große Werbekampagne starten wolle, um die Eröffnung der Sekundarschule nun für den Sommer 2014 sicherzustellen. „Wir haben ein hervorragendes pädagogisches Konzept, qualifiziertes Personal und die erforderlichen Räumlichkeiten. Uns haben lediglich zehn Schüler gefehlt, aber beim nächsten Mal werden wir die Zahl 75 sicherlich erreichen.”

Das schätzt der zwischenzeitlich zum Berater der Stadt und auch kommissarischen Sekundarschulleiter berufene Jörg Klein genauso ein. Allerdings sieht er die Notwendigkeit, über den Tellerrand und im konkreten Fall über die Stadtgrenzen hinaus zu schauen. „Es wird sicherlich viel Gesprächsbedarf geben. Wir müssen zu einer gemeinsamen Schulpolitik in der Region finden. Ich halte es nicht für sinnvoll, dass die Kommunen mit konkurrierenden Angeboten um die Gunst der rückläufigen Zahl von Schülern wirbt.”

Mit Blick auf die Zukunft wird es also noch einiges zu bereden geben, für die Gegenwart hingegen ist nun weitgehend alles klar: Mit der Rücknahme der Genehmigung für die Sekundarschule ist auch der Beschluss zur Auflösung der Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße hinfällig, deren Leiter Jörg Klein somit bleibt. 55 Anmeldungen, so der aktuelle Stand, liegen für die Hauptschule vor, Klein spricht von einer „hohen Konstanz” und freut sich über einen „Vertrauensbeweis für den Schulstandort, das Konzept der Kogelshäuserschule und die handelnden Personen”. Gleichwohl sieht er in der Sekundarschule die auf Dauer bessere Lösung - aufgrund der seit Jahren rückläufigen Anmeldezahlen für Hauptschulen, aber auch wegen der Angebotspalette, die er für den Bereich der Innenstadt für angemessen und zeitgemäß hält.

Dass auch die Angebote in den Nachbarkommunen für viele Stolberger Eltern weiterhin ihren Reiz haben, zeigt die städtische Statistik zu den Übergängen von den Grundschulen auf die weiterführenden Schulen. 24 Stolberger Fünftklässler wird es demnach ab dem Sommer am Inda-Gymnasium in Kornelimünster geben - davon alleine 20 von der Grundschule Breinig. Viele Gressenicher Kinder zieht es derweil zur Gesamtschule Langerwehe: Sie stellen mit 15 von 25 das Gros der „Grenzgänger”. 14 Anmeldungen aus der Kupferstadt hat die Gesamtschule Brand angenommen, in Eschweiler sind es 13.

43 Donnerberger zum „Ritze”

Den Löwenanteil der ersten Eingangsstufe an Stolbergs neuer Gesamtschule werden Mädchen und Jungen der Grundschulen Prämienstraße (19), Hermannstraße (18) und Atsch (17) ausmachen. 43 Grundschüler vom Donnerberg und damit mehr als zwei Drittel des 60-köpfigen Abschlussjahrgangs vollziehen zum Schuljahr 2012/13 den Wechsel ans Ritzefeld-Gymnasium, das insgesamt 113 Anmeldungen zählt. Am Goethe-Gymnasium bilden unterdessen 30 Büsbacher Grundschüler den Stamm der insgesamt 91 zukünftigen Fünftklässler.

Helge Pipoh stellt sich am Mittwoch vor

Wenn der Schulausschuss am kommenden Mittwoch, 18. April, ab 18 Uhr zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt, wird Helge Pipoh die Gelegenheit haben, sich nicht nur dem Gremium, sondern auch der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.

Einen weiten Weg muss der Leiter der neuen Gesamtschule dabei nicht gehen: Die Sitzung findet in unmittelbarer Nachbarschaft im Goethe-Gymnasium statt.
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