Sekundarschule: Stolberg will einen zweiten Versuch starten

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Die Zahl 75 dürfte sich nachhaltig eingeprägt haben. An eben jener numerischen Hürde ist die Einführung der Sekundarschule zum kommenden Schuljahr gescheitert. 65 Anmeldungen waren schlichtweg zehn zu wenig.

Und die Bezirksregierung bemühte das Landesschulgesetz, um Stolbergs Politik und Verwaltung davon zu überzeugen, dass die eingeforderte Ausnahmegenehmigung letztlich nicht am fehlenden Willen, sondern an der gültigen Rechtslage gescheitert sei.

Ein bisschen liegt die ganze, unerfreuliche Geschichte Ferdi Gatz­weiler noch immer auf dem Magen. „Es kann doch nicht sein, dass ein überzeugendes pädagogisches Konzept an einer solchen Hürde hängenbleibt”, hadert er und ergänzt: „Mit drei Eingangsklassen à 20 Schülern hätten man viel besser arbeiten können.”

Der Bürgermeister weiß allerdings auch, dass sich an den Rahmenbedingungen absehbar nichts ändern dürfte. Und so wird sich die Stadt derselben Herausforderung gegenübersehen, wenn sie ab dem Herbst einen zweiten Versuch zur Einführung der Sekundarschule unternehmen sollte.

Dass dies geplant ist, daran lässt die Verwaltung keinen Zweifel. Ein Alternativvorschlag wird den Mitgliedern des am 20. Juni tagenden Schulausschusses erst gar nicht unterbreitet. Das Konzept, das nun zum Schuljahr 2013/14 und somit ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen greifen soll, unterscheidet sich von der Erstlingsfassung nur unwesentlich.

Einzige markante Änderung ist, dass neben dem Ritzefeld-Gymnasium und dem Berufskolleg nun auch die Gesamtschule als gewünschter Kooperationspartner benannt wird. Ansonsten soll es dabei bleiben, dass die Eröffnung der Sekundarschule einhergehen wird mit dem Auslaufen der Ganztagshauptschule Kogelshäuserstraße, in deren erst vor kurzem für mehr als 2,6 Millionen Euro renovierten und erweiterten Räumlichkeiten die neue Schulform Schritt für Schritt einziehen würde.

Voraussetzung wird allerdings sein, dass der Schulausschuss die Empfehlung zur neuerlichen „Bewerbung” ausspricht und die in letzter Instanz zuständigen Mitglieder von Hauptausschuss und Rat dieser folgen. Von beidem ist dem Vernehmen nach mit großer Sicherheit auszugehen. Rein formal muss der Rat seine vorherigen Beschlüsse ohnehin noch einmal fassen, da das einstimmige Votum zur Gründung der Sekundarschule und zum Auslaufen der Hauptschule explizit auf das Schuljahr 2012/13 bezogen war.

Keine Wiederholung wird es hingegen in Sachen Elternbefragung geben. Die Bezirksregierung verzichtet auf einen neuerlichen Stimmenfang und akzeptiert die Ergebnisse der Befragung 2011, auch wenn die Eltern der damaligen Viertklässler mittlerweile schon ihre Wahl getroffen haben.

Umfangreiche begleitende Werbemaßnahmen hatte Ferdi Gatzweiler unmittelbar nach dem ablehnenden Bescheid der Bezirksregierung angekündigt für den Fall eines zweiten Versuches zur Eröffnung einer Sekundarschule. Diese soll es ab dem Herbst geben.

Über Inhalt und Umfang sind allerdings noch keine Entscheidungen gefallen. Nur soviel steht für den Bürgermeister schon fest: „Es muss uns gelingen, das Profil dieses Schultyps in Abgrenzung vor allem zur Gesamtschule herauszuarbeiten und es den Eltern zu vermitteln.”

Der Öffentlichkeitsarbeit wird dem Vernehmen nach in Verwaltungskreisen große Bedeutung beigemessen, weil befürchtet wird, dass die überaus populäre Gesamtschule die Sekundarschule (erneut) in den Schatten stellen könnte. Außerdem verkleinert sich der Kreis potenzieller Schüler aufgrund der geburtenschwächeren Jahrgänge, die zukünftig vor dem Wechsel in eine weiterführende Schule stehen werden.
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