Sekundarschule an der Breslauer Straße wird zur Gesamtschule

Von: Sonja Essers
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Die Sekundarschule gehört bald der Vergangenheit an. Nach den Ferien startet am Standort Breslauer Straße die neue Stolberger Gesamtschule. Foto: Sonja Essers

Stolberg. Die Planungen für die Umwandlung der Sekundarschule an der Breslauer Straße in eine Gesamtschule werden konkreter. Nach den Sommerferien starten dort die neuen Fünftklässler als Gesamtschüler. Im Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus stellte das Architekturbüro Heuer & Faust die Planungen für den Ausbau des Standorts an der Breslauer Straße vor.

Ein Überblick: Künftig soll die neue Gesamtschule auf zwei Standorte verteilt sein. Die fünften bis siebten Klassen werden an der Realschule Mausbach, die bis Ende des Schuljahres 2021/22 auslaufen soll und ab dem kommenden Schuljahr keine neuen Jahrgänge mehr aufnimmt, unterrichtet. Am Hauptstandort an der Breslauer Straße werden die Jahrgänge acht bis 13 untergebracht. Wegen der Umbauarbeiten werden davon abweichend in der Realschule die Jahrgänge 2017/18 und 2018/19 am Standort Stolberg aufgenommen, um dort auch die gesamte Schulkarriere zu absolvieren. „Für die Kinder ist es wichtig, Stabilität zu haben“, begründet Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger die Entscheidung.

Die Wahl des Standortes sowie die Aufteilung der Klassen und die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule wurden in engem Austausch mit der Bezirksregierung Köln abgestimmt. Doch auch die Eltern der Sekundarschüler sprachen sich dafür aus. Im Rahmen von Klassenkonferenzen stimmten 114 Eltern (86,36 Prozent) für die Umwandlung, acht stimmten dagegen, zehn enthielten sich. Die Realschule Mausbach wies ein anderes Bild auf. Die Schulkonferenz sprach sich mit neun zu drei Stimmen gegen die Auflösung aus. Voigtsberger meint: „Für die Eltern der Gesamtschüler war das eine gute Entscheidung.“

Das zeigt auch ein Blick auf die Anmeldezahlen. Bisher konnten 108 Schüler an der Gesamtschule an den Standorten Sperberweg und Walther-Dobbelmann-Straße aufgenommen werden. Rund 100 Interessenten mussten jedoch jährlich aus Platzgründen abgelehnt werden. „Im Gesetz ist der Elternwille verankert. Es musste also dringend etwas passieren“, sagt Voigtsberger.

Laut Vorentwurfsplanung soll mit den Bauarbeiten an der Breslauer Straße Mitte 2018 begonnen werden. Zum Schuljahr 2020/21 sollen die Arbeiten beendet sein, sagt Stolbergs Technischer Beigeordneter Tobias Röhm. 5,6 Millionen Euro sollte der Umbau am Standort Breslauer Straße ursprünglich kosten. Im Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus stellte das Architekturbüro Heuer & Faust nun ein neues Konzept vor. Die Kosten dafür betragen 8,7 Millionen Euro.

Der Grund: Der ursprünglichen Planung lag der Schulentwicklungsplan zugrunde, in dem es allerdings nur um die Mindestanforderungen an eine fünfzügige Gesamtschule geht. Pädagogische und architektonische Aspekte blieben dabei außen vor. So werden an der Breslauer Straße in Zukunft beispielsweise zwei Musikräume benötigt, wie Schulleiter Jörg Klein im Ausschuss berichtet. „Das sind Räume, die zur Aufrechterhaltung des Besuchs der Klassen 8 bis 13 am Standort Breslauer Straße dienen“, sagt er.

Der Gebäudeteil F sollte in der ursprünglichen Planung abgerissen und neu gebaut werden. Doch so hätte man nicht überall an der Schule Barrierefreiheit gewährleisten können. Gebäudeteil F bleibt, laut dem neuen Konzept, erhalten. Dort soll unter anderem die Mensa untergebracht werden. Zudem wird auf dem jetzigen Schulhof ein Neubau in Form eines Atriums entstehen. „Diese Lösung fügt sich in die Gebäudesprache ein“, sagt Röhm. Neben der Barrierefreiheit entstehen für Schüler und Lehrer so auch kürzere Wege. Zudem sollen die Jahrgangsstufen räumlich zu sogenannten Clustern zusammengefügt werden. Im Bestand sei ebenfalls deutlich mehr umzubauen. Darunter die elektrische und haustechnische Anbindung des Neubaus.

Ein Vorteil des neuen Konzepts: Die Schüler müssen während des Umbaus nicht in Containerklassen ausweichen. „Hätten wir den Gebäudeteil F zurückgebaut, wären wir an der Containerlösung nicht vorbeigekommen. Das ist die bessere Lösung, auch im Sinne der Kinder“, sagt Voigtsberger. Dass die Maßnahme teurer sei, als zuvor gedacht, könne man allerdings nur bedingt sagen. „Wir machen den Bestand fit für die Zukunft. Das ist eine deutliche Aufwertung des gesamten Schulgebäudes“, so Voigtsberger. Schließlich sei das Ziel, zwei gleichwertige Gesamtschulen in der Stadt zu entwickeln. „Da sind wir auf dem besten Weg.“

Der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus gab dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Rat die Empfehlung, die benötigten zusätzlichen Mittel für die Baumaßnahmen bereitzustellen. Das Thema steht in der heutigen Ratssitzung auf der Tagesordnung. Der Bau- und Vergabeausschuss entscheidet dann in seiner Sitzung am Donnerstag, 13. Juli, ob die Entwurfsplanung weiter entwickelt werden soll.

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