Sekundarschule: Am Dienstag wird Klartext geredet

Von: gro
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Stolberg. Für die Eltern von 65 an der potenziellen Sekundarschule angemeldeten Kindern geht die Geduldsprobe weiter - mindestens bis zum nächsten Dienstag.

Dann soll Klartext geredet werden zwischen der Bezirksregierung und dem Stolberger Bürgermeister, der sich in Köln angekündigt hat. „Neben der juristischen Prüfung des Sachverhaltes suchen wir natürlich auch das Gespräch mit der zuständigen Genehmigungsbehörde”, erklärte Ferdi Gatzweiler am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zwei wesentliche Argumente

Dabei will er grundsätzlich weiterhin auf zwei Argumente setzen: „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir die 75 Anmeldungen bald erreichen.” Und: „Unser umfassendes und schlüssiges Schulentwicklungskonzept darf doch bei der Sekundarschule nicht an einer absoluten Zahl scheitern.”

Die Bezirksregierung sieht das unverändert anders, wie Pressesprecher Oliver Moritz auf Anfrage unterstrich: „Wenn zum Ende des Anmeldezeitraums die erforderliche Schülerzahl deutlich nicht erreicht worden ist, kann die Schule nicht errichtet werden. Dies gilt in Nordrhein-Westfalen auf Grundlage der entsprechenden rechtlichen Regelungen landesweit und für alle Schulneugründungen.” In der gängigen Praxis sieht Moritz Vorteile für alle Beteiligten: „Sowohl der Schulträger als auch die Eltern haben hierdurch Planungssicherheit und können sich noch rechtzeitig umorientieren. Würde man das Verfahren offenhalten und die Schule käme weiterhin nicht zustande, würde es für die Eltern ungleich schwieriger, für ihr Kind noch einen Platz an einer anderen Schule zu bekommen.” Planungssicherheit brauche im Übrigen auch die Hauptschule Kogelshäuserstraße, die jetzt wieder Kinder aufnehmen könne.

Die aus Sicht der Bezirksregierung nun nicht auslaufende Kogelshäuserschule sowie in begrenztem Umfang auch die Realschule Mausbach sind aus Kölner Sicht die möglichen Alternativen im Stadtgebiet. Und offenbar würden viele Eltern wohl die erste Option wählen, wenn es denn letztlich tatsächlich im Sommer keine Sekundarschule in Stolberg geben sollte. Das haben die Gespräche ergeben, die Jörg Klein seit Dienstag geführt hat.

„Ich habe versucht, mit allen Betroffenen Kontakt aufzunehmen und sie auf die verschiedenen Szenarien hinzuweisen”, berichtet der Rektor der Kogelshäuserschule und kommissarische Leiter der Sekundarschule. Die Stimmung in der Elternschaft sei ganz überwiegend sachlich und ruhig, die Beratungsgespräche würden dankbar angenommen. „Natürlich waren die Reaktionen immer individueller Art. Aber in der Breite sieht es nach vielen einvernehmlichen Lösungen aus.”

Lob für die Realschule Mausbach

Ausdrücklich lobt Klein die gute Kooperation mit der Realschule Mausbach: „Sie hat sich auf die Situation eingestellt und hält die Korridore offen.” 75 Anmeldungen hatte die Einrichtung bis zum Stichtag verbucht, bei einer dreizügigen Eingangsstufe bleibt somit noch Spielraum. Eine große Wanderbewegung ist bis dato allerdings nicht auszumachen. „Es gibt einige wenige Abmeldungen, aber im gleichen Maße auch neue Anmeldungen.” Unterm Strich habe deshalb die Zahl von 65 weiterhin Bestand.

Gatzweiler: „Man braucht mich nicht aufzufordern”

Wenig amüsiert hat sich Ferdi Gatzweiler am Donnerstag über einen gemeinsamen Brief der schulpolitischen Sprecher von SPD und CDU gezeigt. In dem Schreiben verweisen Patrick Haas und Jochen Emonds nicht nur auf aus ihrer Sicht zahlreiche Argumente für die Sekundarschule, sondern fordern die Verwaltung auch explizit auf, „weiter auf das Projekt Sekundarschule zu setzen”.

Außerdem heißt es: „Wir sind der Überzeugung, dass das von Jörg Klein erarbeitete Konzept zur Sekundarschule unbedingt umgesetzt werden soll. Auch im Namen der Eltern und Schüler, welche sich schon an der Sekundarschule angemeldet haben, bitten wir Sie mit Nachdruck darum, sich bei der Bezirksregierung für die Realisierung der Sekundarschule einzusetzen, damit sie zum Schuljahr 2012/13 eingerichtet werden kann.”

Die Antwort des Bürgermeisters ließ nicht lange auf sich warten: „Da wird ja wohl der Bock zum Gärtner gemacht. Die Sekundarschule ist mein ureigenes Anliegen, für das ich mich seit langer Zeit vehement einsetze. Mich braucht deshalb auch niemand aufzufordern, für die Sekundarschule zu kämpfen.”

Auch wegen des zeitlichen Ablaufs zeigte sich Gatzweiler irritiert: „Während Herr Haas und Herr Emonds ihren Brief verfasst haben, habe ich ihre Fraktionsvorsitzenden über die aktuelle Lage informiert.”

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