Stolberg-Venwegen - Seit Jahrzehnten im Dienst der Nächstenliebe

Seit Jahrzehnten im Dienst der Nächstenliebe

Von: Heike Eisenmenger
Letzte Aktualisierung:
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Sie haben ihren Entschluss nie bereut: Generaloberin Schwester M. Wendeline (Mitte), die seit 60 Jahren Christenserin ist, sowie ihre Mitschwestern M. Susanne (links) und M. Odilia (rechts), die vor einem halben Jahrhundert dem Orden beitraten. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Venwegen. Immer bescheiden im Hintergrund, stets auf das Wohlergehen der Mitmenschen bedacht: Für die drei Nonnen vom Orden der Christenserinnen ist es eine ungewohnte Situation, dass sich ausnahmsweise mal alles um sie dreht.

Es ist Schwester M. Wendeline, Generaloberin der Christenserinnen in Venwegen, die seit sechs Jahrzehnten ihr Leben in den Dienst der Nächstenliebe stellt.

Tanten bringen Stein ins Rollen

Den Stein ins Rollen brauchten zwei ihrer geliebten Tanten, die Elfriede Dietrich - so hieß sie damals - immer sehr bewundert hatte: „Sie waren beide Nonnen. Zudem war meine Lehrerinnen, die mich sehr geprägt hat, Ordensfrau. Es gab also von Kind an Berührungspunkte zum Ordensleben”, erzählt die 77-Jährige.

Als sie 17 Jahre alt war, fragte eine ihrer Tanten, ob sie sich vorstellen könne, Nonnen zu werden. „Ich habe spontan Ja gesagt”, erinnert sich die Generaloberin, deren Wurzeln in Bayern liegen.

Im Fall ihrer Mitschwester M. Odilia, die seit fünf Jahrzehnten im Orden ist, war es war kurioserweise ein Friedhof, der den Ausschlag brachte. „Ich arbeitete damals als Stationshilfe im Krankenhaus in Hiltrup. Mittags sind wir alle miteinander immer auf den Schwesternfriedhof gegangen und haben dort die Pause verbracht”, erklärt die Nonne, die in wenigen Tagen 80 Jahre alt wird.

Das Grab einer Nonne beeindruckte die junge Frau aus Ascheberg besonders: „Es war wunderschön - ein Kreuz mit Rosenranken drumherum”, beschreibt Maria M. Odilia das Grab.

In das Kreuz war eine Inschrift gemeißelt: „Schwester Maria Raimunde - Christenserin” stand dort geschrieben. „Das hat mein Interesse geweckt und ich begann, mich über den Orden zu informieren”, sagt die Jubilarin.

Ihr Vater sei von ihrer Idee sofort angetan gewesen, „er hat sich richtig dahintergeklemmt und mich unterstützt”, erzählt Schwester M. Odilia im warmen Ton. Er begleitete die Tochter nach Aachen, dort war zu jener Zeit der Sitz der Christenserinnen.

1960 trat sie in den Orden ein. Ihr erster Eindruck ist bis heute der selbe: „Das ist mein Ding - das passt einfach”, formuliert es Schwester M. Odilia.

Ebenfalls ihr goldenes Jubiläum begeht Schwester M. Susanne. Sie ist die einzige der drei Jubilarinnen, die in Aachen aufgewachsen ist. „Ich habe immer schon gesagt, dass ich ins Kloster gehen werde”, sagt die 80-Jährige. Es kam ihr gar nicht in den Sinn, eine andere Lebensform zu wählen - Nonne zu werden, war ihre Berufung, „ich kenne es ja auch nicht anders”, fügt sie hinzu. Auf die Frage, warum kaum mehr Nachwuchs findet, antwortet Schwester M. Susanne: „Die jungen Frauen können sich heute nicht mehr entscheiden.”

Dabei hat sich das Ordensleben stark verändert: „Als wir jung waren, galten noch strenge Regeln. Heutzutage sind die Regeln dagegen deutlich gelockert worden.” Doch weder strenge Ordensregeln noch der Verzicht auf eine eigene Familie und eigenes Vermögen hat sie abschrecken können, ihr Leben als Nonnen zu vollbringen.

Keine von ihnen hat die Entscheidung je bereut - das sagen Schwester M. Wendeline, M. Susanne und M. Odilia mit echter Überzeugung.
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